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Natur

Der Fuchs geht um in der Stadtsteinacher Siedlung

Hühner- und Entenhalter in Stadtsteinach haben große Verluste, da Meister Reineke sogar am helllichten Tag kommt. Den Jägern sind die die Hände gebunden.
Christine Hafermann könnte weinen, wenn sie ihre kleinen Entlein anschaut: Denn die Entenmutter wurde ein Opfer der Fuchsfamilie. Hafermann päppelt die Küken jetzt per Hand auf. Foto: Sonny Adam
 
von SONNY ADAM
Christine Hafermann sitzt auf der Terrasse und lässt ihr Entenjungen keine Sekunde aus dem Blick. Sie wuseln fröhlich auf der Wiese umher und schnattern. Fast so, als wenn nichts passiert wäre. Doch die Entenmutter, die ihrem flauschigen Nachwuchs richtiges Benehmen und Schwimmen hätte beibringen sollen, ist tot. Sie wurde von einem Fuchs geholt. Am helllichten Tag.

In den letzten Wochen hat die begeisterte Tierhalterin aus Stadtsteinach drei Lauf- und 14 Flugenten verloren, dazu drei Entenküken, neun Seidenhühner und einige andere Hühner. Ein hungriges Fuchspärchen kommt ungeniert bis in die Siedlung am Ortsrand von Stadtsteinach und schlägt dort zu.


Alle Wachteln verschlepp


Alle Geflügelhalter sind gleichermaßen betroffen. Der Fuchs hat einen Stall mit Legewachteln untergraben, das Holz durchgebissen und alle Wachteln verschleppt. Keine einzige Feder war mehr übrig.

Auch bei der Familie Machulla haben die Füchse fette Beute gemacht: einen Hahn und drei große Hühner haben sie geholt. "Die Hühner bleiben jetzt im Stall. Ich habe den Auslauf sogar mit einem Netz von oben gesichert - gegen Greifvögel und auch gegen den Fuchs", sagt Machulla. Als sich die Familienkatze mit dem Fuchs anlegte, zog sie sich beim Kampf eine Verletzung an der Pfote zu.


Ein Fuchs hinkt etwas, der andere ist heller


Schon des öfteren wurden die Füchse tagsüber mitten im Siedlungsgebiet gesehen. "Ein Fuchs hinkt etwas, einer ist etwas heller - das ist wohl die Fähe", erzählt der Stadtsteinacher. "Neulich saß ein Fuchs unter unserer Photovoltaikanlage", berichtet Machulla, der sicher ist, dass sich der Bau ganz in der Nähe befindet. "Wir haben auch schon mit dem Jäger gesprochen, aber es ist noch nichts passiert", klagt Christine Hafermann.

"Die Füchse haben jetzt Junge, da ist die Gefahr, dass sie zuschlagen, besonders stark", erläutert Kreisjagdberater Clemens Ulbrich. Er gibt zu bedenken, dass sich Füchse normalerweise nicht mit Katzen anlegen. Außerdem sei es ungewöhnlich, dass sie am helllichten Tag kommen. "Aber die Füchse haben jetzt Schonzeit. Die Elterntiere dürfen nicht geschossen werden. Wenn es Probleme gibt, dann kann man höchstens die Jungtiere bejagen", erklärt Ulbrich.


In Siedlungen geht nichts


Allerdings ist die Bejagung generell schwierig, wie es im Landratsamt auf Nachfrage heißt. Denn im befriedeten Bereichen darf nun einmal generell nicht geschossen werden - das bedeutet, Füchse, die sich im Umkreis von 350 Metern zu bebauten Gebieten aufhalten, haben Narrenfreiheit.

"Für die Haustiere ist immer der Mensch verantwortlich. Er muss sie so einsperren, dass auch der Fuchs nicht in die Ställe kann. Es kann vorkommen, dass der Fuchs eine Bretterwand aufbricht,", gibt Jürgen Geyer vom Veterinäramt Kulmbach zu bedenken. Möglicherweise könne der Jäger eine Falle stellen. "Aber dazu braucht er eine jagdrechtliche Genehmigung und auch eine Lebensfalle", sagt Geyer. "Die Schonzeit für Füchse dauert noch bis Ende Juni an. Aber man kann einen Jäger auch hinterher nicht verpflichten, Jagd auf Füchse zu machen. Genauso wenig kann man einen Jäger verpflichten, Jagd auf Marder oder Dachs zu machen", erklärt Heinrich Rauh vom Landratsamt Kulmbach die rechtlichen Hintergründe.


Keine Schadensersatzansprüche


Wenn der zuständige Jäger tätig werde, dann könne dies also nur auf freiwilliger Basis erfolgen. Schadensersatzansprüche hätten die Tierhalter ebenfalls nicht.

Der zuständige Jäger ist Georg Geyer aus Vogtendorf. "Ich kenne das Problem. Die Tierhalter sind schon auf mich zugekommen. Aber momentan kann ich gar nichts machen, weil die Füchse Schonzeit haben. Ende Juni werde ich schauen, was ich tun kann", sagt er.


Zaun sollte eingegraben werden


"Wir haben jetzt den Hühnerstall mit großen Steinen gesichert. Meine Hühner bleiben bis auf weiteres im Stall", hat Christine Hafermann beschlossen. Schon in den letzten Jahren hatte die Hobby-Tierhalterin immer wieder Verluste: "Aber mehr als zehn Hühner pro Jahr waren das nie. In diesem Jahr ist die Situation richtig schlimm."

Kreisjagdberater Clemens Ulbrich hat nur den Rat, die Hühner- und Entenstallungen so zu sichern, dass der Fuchs keine Chance hat. "Man muss den Stall mit einem eingegrabenen Zaun versehen. Der Zaun sollte nach außen gebogen werden, so das der Fuchs beim Graben darauf stößt", so Ulbrich. Damit der Fuchs wirklich wirksam abgehalten wird, sollte der Zaun mindestens 30 Zentimeter tief im Boden eingegraben sein.
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