Gesellschaft

"Das Schlimmste ist die Ungewissheit"

"Das Schlimmste ist die Ungewissheit. Wenn er tot aufgefunden würde, dann könnte ich wenigstens endlich mit dem Thema abschließen." Für Susanne Schramm geht die Hoffnung, ihren Kater "Lili" noch einmal lebend zu sehen, inzwischen gegen null.
Seit 7. September vermisst Laura Schramm ihren Kater "Lili". Die Familie glaubt nicht, dass sie ihn lebend zurückbekommt, hofft aber auf mehr Umsicht anderer Katzenhalter. Foto: Matthias Beetz
 
Aber es gibt noch einen anderen Grund, der sie und Tochter Laura nicht zur Ruhe kommen lässt: Hinter dem Verschwinden von „Lili“ könnte Methode stecken.
Susanne Schramm und ihre Tochter Laura setzten nach dem Fernbleiben von „Lili“ am 7. September in den nächsten beiden Wochen alle Hebel in Bewegung, um den zierlichen Kater zurückzubekommen: Steckbriefe, Postwurfsendungen, Anrufe in Tierheim und Tierklinik und sogar ein Inserat in der Rundschau – alles ohne Erfolg.
Anonymer Anruf
Ein anonymer Anruf vom 21. September machte dann beinahe die ganze Hoffnung zunichte: Von einer Männerstimme wurde Susanne Schramm auf einen selbst erklärten Katzenhasser hingewiesen, der die Tiere angeblich vergiftet oder fängt, sie in der Nähe der Autobahn bei Himmelkron aussetzt und ihrem Schicksal überlässt. Die Familie erstattete bei der Polizei in Stadtsteinach „Anzeige gegen Unbekannt“.
Siegfried Sesselmann und seine Familie in der Richard-Wagner-Straße teilen das Schicksal der Schramms. Auch sie vermissen seit 19. September ihre Katze. Die sechsjährige „Minzi“, die ein geschecktes, überwiegend weißes Fell hat, ist bis dahin noch keinen Tag von zu Hause ferngeblieben und hat auch sonst nur einen Aktionsradius von 50 bis 100 Meter gehabt, wie Siegfried Sesselmann erzählt. Er hat inzwischen ebenfalls bei der Polizei Anzeige erstattet, zumal in der Siedlung nach seinem Kenntnisstand noch weitere Katzen verschwunden sein sollen.
Staatsanwalt eingeschaltet
Herbert Knappe, Chef der Stadtsteinacher Polizei, erläutert, dass die Ermittlungen in diesen Fällen eigentlich von einem unbekannten, vermutlich aus Stadtsteinach stammenden Mann ausgelöst wurden, der bei der Inspektion in Kulmbach Anzeige erstattete. Nachfolgend wurden verschiedene Vernehmungen geführt, bevor der Sachverhalt auch dem Staatsanwalt vorgelegt wurde. „Momentan haben wir aber keine Anhaltspunkte für die Vermutung, die im Raum steht, dass jemand gezielt auf Katzen Jagd macht“, betont Knappe.
Dass Tierquäler ihrem finsteren Treiben sorglos nachgehen könnten, weil es sich bei einer Katze oder einen Hund nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch nur um eine Sache handelt, weist Herbert Knappe gerne zurück. Und zitiert aus dem Tierschutzgesetz: „Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet oder einem Wirbeltier aus Rohheit erhebliche Schmerzen oder Leiden oder länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen oder Leiden zufügt.“





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