Kulmbach
Garten

Brrrr - kalt! So retten Sie die Blütenpracht

Nach warmen Tagen mit viel Sonne droht noch einmal Frost. Friedhelm Haun gibt Tipps, wie die Pflanzen die Launen des April überstehen.
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Tulpen dagegen überstehen leichte Fröste. Foto: Dagmar Besand
Tulpen dagegen überstehen leichte Fröste. Foto: Dagmar Besand
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Es braucht nur ein paar warme Tage im Frühling, und die Natur gibt Vollgas. Nazissen, Tulpen und Primeln bringen die Beete zum Leuchten, und nach dem frühsommerlich anmutenden vergangenen Wochenende stehen auch die Kirsch- und Pfirsichbäume im Landkreis in voller Blüte. Das verheißt eine tolle Ernte!


Unter Null wird's gefährlich

Doch Vorsicht: Mit diesem Traum kann es schnell vorbei sein, denn es wird noch einmal richtig kalt, prophezeien die Wetterfrösche. "Schon geringe Minustemperaturen von zwei bis drei Grad unter Null lassen die Blüten erfrieren", weiß Friedhelm Haun, Kreisfachberater für Gartenbau und Landschaftspflege am Landratsamt Kulmbach.

Kann man die Blütenpracht vor der Kälte schützen? Bei kleineren Bäumen ist das durchaus möglich, sagt Haun: "Man kann die Krone mit einem Schutzvlies einpacken, eventuell auch mit Strohmatten. Zwei bis drei Grad ist es unter der Hülle wärmer als ohne Schutz - das kann darüber entscheiden, ob die Blüte die Frostnacht übersteht oder nicht. Bei großen Bäumen geht das natürlich nicht mehr."

Empfehlenswert ist ein Schutz auf jeden Fall für Kirsche, Pfirsich und Aprikose, deren empfindliche Blüten sich bereits voll geöffnet haben. Die Apfelbäume blühen noch nicht.

Einen Frostschaden am Kirschbaum bemerkt man auf den ersten Blick oft gar nicht, sondern erst, wenn der Fruchtknoten schwarz wird. Daraus kann dann keine Kirsche mehr werden. Friedhelm Haun hat Erfahrung auf diesem Gebiet: "Bei mir ist letztes Jahr die Hälfte der Kirschblüte noch im April erfroren." Nur die Hälfte? Tatsächlich ist nicht automatisch die gesamte Ernte ruiniert. Blüten außen an den Ästen sind stärker gefährdet als innen. Im Erwerbsgartenbau gibt es einen Trick, um Schäden zu vermeiden: Dort werden bei Frost die Blüten ständig mit Wasser besprüht. "Das Wasser gibt beim Gefrieren Wärme ab, die die Blüten schützt." Das klappt allerdings nur bei Dauerberieselung: "Wenn man die Blüten nur nass macht, erfrieren sie und sind nicht mehr zu retten."

Worauf müssen Gartenfreunde in diesen Tagen noch achten? Empfindliche Kübelpflanzen wie Engelstrompeten sollten noch im Winterquartier bleiben und erst nach den Eisheiligen Mitte Mai ins Freie. Robuste Mittelmeergewächse wie Oleander und Feigenbäume können dagegen jetzt schon raus. "Die vertragen ohne weiteres bis zu minus acht Grad."


Einjährige Blumen vorziehen

Warm mögen es Dahlien und Gladiolen: Die Knollen und Zwiebeln kommen erst Mitte Mai in die Erde. Empfindlich sind ebenfalls einjährige Kletterblumen wie die Schwarzäugige Susanne und die Glockenrebe. Schon ein Grad minus - und sie sind kaputt. Da sie lange brauchen, bis sie Blüten bilden, kann man sie jetzt schon in Töpfen und Schalen auf der warmen Fensterbank vorziehen und später auspflanzen.

Und wie sieht es mit dem jungen Gemüse aus? Im geschlossenen Frühbeetkasten können leichte Fröste den Pflanzen wenig anhaben. Im Hochbeet ohne Abdeckung rät Friedhelm Haun, die zarten Pflänzchen mit einem Vlies abzudecken. Auch ein Folientunnel, der für wenig Geld zu haben ist, stellt einen brauchbaren Schutz dar. Samen, die bereits in der Erde sind, aber noch keine Blätter zeigen, sind im Beet ausreichend geschützt.


Schutz muss wieder weg

Wichtig: Vlies, Folien und Strohmatten müssen wieder entfernt werden, sobald die eisigen Stunden vorbei sind, damit wieder Licht und Luft an Blüten Gemüsepflanzen kommt.

Und was ist mit den prächtigen Frühjahrsblühern? Hier kann der Fachberater alle Gartenbesitzer beruhigen: Narzissen, Tulpen, Kaiserkronen und Primeln halten leichten Frost aus. Haun: "Denen passiert nichts."
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