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Herbst

Blätter sind des Gärtners Freunde

Die Ordnung in der Natur ist so komplex, dass viele sie für Unordnung halten. Warum Laub, Reisig und Verblühtes fürs ökologische Gleichgewicht wichtig sind.
Buntes Herbstlaub: Hübsch anzusehen und ökologisch sehr wertvoll. Foto: Dagmar Besand
 
von DAGMAR BESAND
Ordnung ist etwas Schönes und im Allgemeinen erstrebenswert. Im Garten sollte man es damit aber nicht übertreiben. Die Terrassenmöbel sind weggeräumt, empfindliche Kübelpflanzen nach drinnen umgezogen. Reicht das als Wintervorbereitung? Die abgeblühten Stauden in den Beeten sehen ja nicht mehr so schön aus. Sollte man die nicht abschneiden? Und überall liegt Laub herum. Das muss doch weg, oder?

"Stopp!" warnt unser Experte Jupp Schröder. Der ehemalige Lichtenfelser Kreisfachberater für Gartenbau und Landespflege ist der Gartenexperte der Mediengruppe Oberfranken und unterstützt auch die Traumgarten-Serie der Bayerischen Rundschau mit seinem Wissen. Das Laub ist wertvoll - für die Pflanzen ebenso wie für den Artenschutz, sagt der Profi.

"Die Natur zeigt uns mit dem Herbstlaub, wie ein perfektes Recyclingsystem funktioniert. Im Kreislauf von Werden und Vergehen geht nichts verloren. Laub wird wieder in Dünger für die Pflanzen verwandelt und bildet wertvollen Humus. Durch eine ständige Zufuhr von organischem Material wie Laub bleibt der Boden lebendig."

Deshalb sollten im Garten die bunten Blätter einfach unter Bäumen und Sträuchern liegen bleiben. Sie gewähren neben der düngenden Wirkung auch einen idealen Winterschutz für Gehölze und Stauden. "Das zur Zeit überall übliche Abdecken der Beete mit Baumrinde ist überflüssig und ein schlechter Laubersatz." Zum Mulchen ideal ist dagegen eine Mischung aus Grasschnitt und Laub.

"Ein Laubhaufen in einer ruhigen Ecke sollte in keinem Garten fehlen", sagt Jupp Schröder. Damit kann jeder Gartenbesitzer einen Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt und des biologischen Gleichgewichts leisten.

Den großen Wert von Laub- und Reisighaufen im Garten unterstreicht auch Erich Schiffelholz, Kreisvorsitzender des Landesbunds für Vogelschutz. "Dort finden Steinkriecher, Tausendfüßler, Käfer, Spinnen und andere Nahrungstiere unserer Vögel Unterschlupf. Die Amseln wühlen nicht ohne Grund gerne im mit Laub abgedeckten Boden."

Auch der Igel freut sich über einen naturnahen Garten. Wer ihm etwas Gutes tun will, baut ihm einen kleinen Unterschlupf: ein paar alte Backsteine im Viereck aufgestellt, ein Brett obendrauf, Gestrüpp und Laub drüber - fertig ist das Igelhotel.

Was kann man noch für die heimische Tierwelt tun? Letzte Äpfel am Baum hängen lassen. Die werde von den Weichfutterfressern gerne angenommen. Außerdem sollte man die welken Blütenstände der Stauden stehen lassen: Die Samen bieten ebenfalls vielen Vögeln eine ideale Nahrung. "Man sollte den Mut haben, im Garten auch mal was liegen zu lassen, statt alles aufräumen zu wollen", sagt Erich Schiffelholz.

Auch Jupp Schröder betont: "Es wäre viel gewonnen, wenn jeder seinen Ordnungssinn ein bisschen im Zaume hielte und sich mehr an der natürlichen Ordnung erfreuen würde." Obendrein könnten sich Gartenbesitzer viel Arbeit sparen, wenn sie nicht gegen die Natur, sondern mit ihr arbeiten.

Wer gerne auch im November noch draußen im Garten werkeln möchte, für den gibt es noch genug Sinnvolles zu tun. Der Boden ist jetzt gut durchfeuchtet. Somit ist es leicht, Sträucher oder kleinere Bäume im Garten umzupflanzen. Jupp Schröder mahnt zu vorsichtigem Vorgehen, damit durch das Anheben mit dem Spaten der Ballen nicht auseinander bricht. Je größer das neue Loch gemacht wird, umso besser ist die spätere Wuchskraft. Größere Sträucher erhalten eine schräge Stütze, die nach Westen einen Halt geben, Bäume einen Pfahl. Jetzt ist außerdem der ideale Zeitpunkt, um noch Wildhecken zu pflanzen.


Finger weg von der Schere!


Ungünstig ist jetzt dagegen jede Art von Schnittmaßnahmen, so Jupp Schröder: "Man sieht jetzt häufig, wie noch an Sträuchern und Bäumen geschnitten wird. Das ist jetzt aber der total falsche Zeitpunkt. Die Wunden am Holz können nur in der Vegetationszeit heilen. Im Winter sind die Wunden dagegen sehr lange schutzlos den Frosteinwirkungen ausgesetzt und werden anfälliger für Krankheiten."

zum Thema "Die Traumgarten AG"

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