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Kirchenkabarett

Bibelverse für den European Song Contest

Ingmar Maybach begeisterte mit seinem Auftritt in der Trebgaster St.-Johannes-Kirche.
Kirchenkabarettist Ingmar Maybach als Sänger beim "European Song Contest". Foto: D. Hübner
 
von DIETER HÜBNER
Es war zwar "eine etwas andere Veranstaltung", wie Pfarrer Peter Ahrens bei seiner Begrüßung anmerkte. Aber es war keine parteipolitische, wie vielleicht das Motto "Pfarrer Maybachs bundesweite CSU" hätte vermuten lassen können. "Christlich Satirische Unterhaltung" war in der St.-Johannes-Kirche angesagt. Und an dieser Unterhaltung hätten sich ruhig etwas mehr Interessenten beteiligen können.
Ja, beteiligen. Denn der studierte Soziologe und Theologe bezog die Besucher von Beginn an in sein Programm mit ein. Er forderte sie auf, mehr Begeisterung und Mut zum Personenkult zu zeigen, "um unsere Kirche fit zu machen". Von den Katholiken könne man das lernen, die seien da schon viel weiter, wenn sie ihre Zustimmung unter Verwendung von Synkopen und Triolen zum Ausdruck bringen.
Überhaupt war "Begeisterung" der Faden, den er auf-, und bis zum Ende mitnahm. Begeisterung für die Vielfältigkeit des Gemeindelebens, für das Evangelium, für die große Theologie, "obwohl man dabei auch mal mit schwierigen Menschen in schwierigen Lebenssituationen konfrontiert wird."
Einen solchen Extremfall schilderte er anschaulich am Beispiel eines Brautgesprächs. Einem bürgerlichen Drama in drei Akten, bei dem sich der Bräutigam mit seiner Vorstellung, mit einer Kiste Bier im Park zu feiern, nicht durchsetzen konnte. Und an dessen Ende die Braut verkündete: "Ich heirate im Nachbarort, weil die Kirche nicht zu meinem Brautkleid passt." Maybachs Kommentar dazu: "Vielleicht verstehen Sie jetzt, warum mancher Pfarrer lieber zwei Beerdigungen hält, als eine Trauung vorzunehmen."
Mehr Begeisterung für den deutschen Beitrag zum Eurovision Song Contest - und damit verbunden vielleicht auch mal wieder "twelve points" - könnte man seiner Meinung nach erreichen, wenn man die tollen Sprüche in der Bibel in einem Schlager zusammenfassen würde. Den Beweis trat er musikalisch mit seinem Alter Ego, Ingmar Gildo Alexander, an, indem er die zwölf besten Verse von Glaube, Liebe und Hoffnung in ein Lied packte, begleitet vom rhythmischen Klatschen des Publikums. Das forderte er anschließend auf, diese Bibelstellen herauszufinden.
Anschließend folgte der KELCH-Test. Der "Kirchlich-Evangelisch-Lutherisch-Christliche"-Test, eine Art Kirchen-PISA, soll - im Auftrag der EKD ("unserem Wasserkopf in Hannover") - deutschlandweit das protestantische Grundwissen ausloten. Aus den Antworten in Trebgast gewann der Kabarettist folgende Erkenntnisse: Kamele deutlich bekannter als der Heilige Geist, Singen deutlich besser als Wissen.
Dass die Pfarrer immer am Puls der Zeit sind, und gesellschaftliche Trends als Erste erkennen, zeige sich bei einer Taufe an den Vornamen. "Manche Eltern verfahren bei der Namenswahl nach dem Motto: Gestern noch in den Charts und auf der Leinwand, heute schon am Taufbecken. "Angefangen hat es mit Kevin (allein zu Haus), mittlerweile sind wir bei Leia und Luke (Star Wars). Allerdings warte ich immer noch auf das erste ,Baby Gaga‘." Das Taufgebet habe er angesichts der Situation abgeändert in "Von allen Seiten umgibst Du mich und hältst Deine helfenden Handys über mich."
Maybach beendete diesen kurzweiligen, unterhaltsamen Abend mit einem Lied, in das er seine Gedanken zum bevorstehenden Reformationsjahr zum Ausdruck bringt:
"Du willst, dass sich was ändert, dann bist Du selbst gefragt. Genau das hat sich auch der Martin Luther schon gesagt. Wenn sich etwas ändern soll, dann sorge selbst dafür, und nagle Deine Thesen an die richtige Tür. Denn Reformation ist immer, Reformation ist hier."
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