Wunsiedel
Kriminalität

Bei Wunsiedel: Polizei schnappt Audiknackerbande nach wilder Verfolgungsjagd

Ermittlungserfolg im Kampf gegen den organisierten Autodiebstahl: Drei Männer aus Polen sitzen in Haft. Besteht ein Zusammenhang mit dem Kulmbacher Fall?
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Der schwarze Audi A4 Avant eines Kulmbachers wurde vor zwei Wochen im Wohngebiet Weiher geklaut. Ist die festgenommene polnische Bande auch für diesen Diebstahl verantwortlich? Foto: privat
Der schwarze Audi A4 Avant eines Kulmbachers wurde vor zwei Wochen im Wohngebiet Weiher geklaut. Ist die festgenommene polnische Bande auch für diesen Diebstahl verantwortlich? Foto: privat
Dieses Mal Wunsiedel: Wie zuvor schon in Kulmbach, in Drosendorf bei Bamberg und in Pegnitz hatte es eine Bande von Autodieben wieder auf Fahrzeuge der Marke Audi abgesehen - doch bei dem geplanten Raubzug in Wunsiedel wartete schon die Polizei und erwischte die Täter in flagranti. Nach einer wilden Verfolgungsjagd wurde die Audiknackerbande von der Einsatzgruppe geschnappt. Die Premiumfahrzeuge des deutschen Herstellers mit den vier Ringen stehen derzeit bei organisierten Banden ganz oben auf der Wunschliste.

Nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberfranken kommen die drei festgenommenen Männer aus Polen. Sie sitzen in Untersuchungshaft. Ob die 25, 26 und 37 Jahre alten Verdächtigen auch für den Diebstahl eines Audi A4 Avant in Kulmbach oder die anderen Taten verantwortlich sind, ist noch nicht bekannt.


Aufsehen im Internet

Wie berichtet, wurde vor zwei Wochen ein schwarzer Audi A4 Avant - Zeitwert 20.000 Euro - gestohlen. Das Fahrzeug stand in der Hannes-Strehly-Straße im Wohngebiet Weiher. Der Kulmbacher Fall hat im Internet für erhebliches Aufsehen gesorgt. Matthias W. bat die Facebook-Gemeinde um Mithilfe, als er Montagfrüh den Diebstahl seines fünf Jahre alten schwarzen A4 Avant entdeckt hatte. Über 5000-mal wurde sein Aufruf geteilt, aber, so Matthias W., "rausgekommen ist nichts". Er habe auch nicht mehr viel Hoffnung, seinen Wagen wiederzubekommen.

Aber vielleicht bewegt sich nun etwas. Die polnischen Autodiebe gingen der oberfränkischen Polizei am frühen Donnerstagmorgen ins Netz.

Sie waren kurz nach 3 Uhr einer Zivilstreife der Operativen Ergänzungsdienste aus Hof im Wunsiedler Stadtgebiet aufgefallen. Ein Audi A4 missachtete sämtliche Anhaltesignale der Polizeibeamten, fuhr mit hoher Geschwindigkeit über rote Ampel und flüchtete stadtauswärts in Richtung Bibersbach - also Richtung Osten zur tschechischen Grenze.


Audi rammt Streifenwagen

Mit Unterstützung weiterer Streifenwagen der umliegenden Dienststellen, so die Polizei, nahmen die Beamten die Verfolgung des davonrasenden Wagens auf. Der Audi mit Wunsiedler Kennzeichen rammte bei seiner Flucht einen Streifenwagen, der erheblich beschädigt wurde. Glücklicherweise erlitt bei dem Zusammenstoß nahe Schönlind niemand Verletzungen.

Der Audi konnte seine Flucht zunächst fortsetzen, wurde dann aber im sechs Kilometer entfernten Hauenreuth gestoppt. Die Polizeibeamten konnten den polnischen Fahrer festnehmen. Wie sich herausstellte, hatte er den A4 kurz vorher in der Albrecht-Dürer-Straße in Wunsiedel entwendet. Offenbar wollte er die Autobahn A 93 erreichen, um zu entkommen.


Komplizen auf der Autobahn festgenommen

Im Rahmen der weiteren Fahndungsmaßnahmen gelang es der Polizeiinspektion Hof gemeinsam mit der Hofer Verkehrspolizei nur kurze Zeit später zwei Komplizen des Autodiebes festzunehmen. Sie waren auf der Autobahn A 93 unterwegs.

Gut versteckte in dem Auto mit polnischer Zulassung, entdeckten die Polizisten verschiedene Aufbruchswerkzeuge. Diese hatten die Täter offensichtlich bei den Diebstählen verwendet.


Auch Audi Q5 im Visier der Bande

Das Fachkommissariat für grenzüberschreitende Kriminalität bei der Hofer Kriminalpolizei übernahm die weiteren Ermittlungen. Dabei stellte sich heraus, dass sich die Autodiebe auch an einem Audi Q5 zu schaffen gemacht hatten, dessen Diebstahl allerdings gescheitert war.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Hof erging gegen die drei Beschuldigten am Donnerstag Untersuchungshaftbefehl. Mittlerweile sitzen sie in unterschiedlichen Justizvollzugsanstalten ein.
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