Ich willige einX

Diese Website verwendet das Besucheraktions-Pixel von Facebook für statistische Zwecke. Mit einem Cookie kann so nachvollzogen werden, wie unser Marketing auf Facebook wirkt und wie wir es verbessern können. Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihr Einverständnis hierzu erteilen. Eine genaue Beschreibung zum „Besucheraktions-Pixel“, zu Cookies im Allgemeinen und Ihrem Widerspruchsrecht, das Sie jederzeit ausüben können, steht Ihnen in unserer Datenschutzerklärung unter hier zur Verfügung.

Baumschmuck

Bei Neuperts in Stanich hat die Katze Wohnzimmerverbot

Drei Tage braucht Alfred Neupert zum Christbaumputzen. Ehefrau Franziska hält sich in dieser Zeit am besten vom Wohnzimmer fern.
Unter dem Gewicht ihres Dekors biegen sich die Äste des Neupert'schen Weihnachtsbaums. Foto: Klaus Klaschka
 
von KLAUS KLASCHKA
Alfred und Franziska Neupert pflegen altehrwürdige Dinge nicht nur im Stadtsteinacher Heimatmuseum, sondern auch zu Hause in den eigenen vier Wänden. In der guten Stube neben dem Gründerzeit-Buffet steht ein deckenhoher Weihnachtsbaum mit schätzungsweise 500 Kugeln und Figuren aus Glas, Metallfäden und Zinn in allen erdenklichen Formen über die Feiertage.


Vögel aus Glas mit echten Federn


Solange der Baum steht, hat die Katze Wohnzimmerverbot. Seit den Siebzigerjahren sammeln die Neuperts Christbaumschmuck. An die 3000 Teile haben sie bisher zusammengetragen. Viele ihrer neueren Kleinodien kommen aus dem thüringischen Lauscha. Dort wird gläserner Weihnachtsschmuck nachweisbar seit 1848 prduziert: Zum Beispiel Vögel aus Glas mit echten Federn.

Der Stern aus geplättetem Silberdraht, der die Baumspitze krönt, ist aus Roth bei Nürnberg, und den gemalten Engel darunter hat Franziska Neupert von der Schwester Margareta bekommen, die damals den Kindergarten geleitet hat. "Das muss so vor 45 Jahren gewesen sein," erinnert sie sich.


Auf Flohmärkten zusammengetragen


Ältere Sachen haben die Neuperts vor inzwischen 40 Jahren zusammengetragen. Meistens von Flohmärkten. "Damals haben die Leute fast alles von früher weggeschmissen und durch Neues ersetzt," beklagt Alfred Neupert, beziehungsweise er freut sich, dass er es damals in seiner Sammlung sichern konnte. So zum Beispiel zwei sechseckige Kugeln. "Die sind bestimmt hundert Jahre alt." Auf einem Flohmarkt in der Hammermühle hat er sie einst gefunden.

Unbestimmten aber hohen Alters ist auch ein silberner Vogel mit feinen Metallfäden als Federn. Oder eine Kugel - vielleicht gleich aus der Nachkriegszeit -, deren Dekoration aus aufgeklebten Sägespänen besteht. Aus der gleichen Zeit dürften die ganz normalen Glühbirnen stammen, die mit filigranem Dekor versehen als Christbaumschmuck weitere Verwendung fanden. In dieser Zeit und auch später hat man auch Kugeln nachgefertigt, wie sie vor allem im Barock Mode waren: Mit einer Delle an der Seite, die meist aufwändig bemalt war oder sonstwie verziert.


Raffinierte Engelsfigur aus Zinn


Ein paar ganz besondere Stücke hat Alfred Neupert noch in seiner Sammlung. Etwa eine nach dem Blasen unfertige Kugel. Mit einem langen Rohr oben, das nach dem Färben der Kugel innen normalerweise abgeschnitten wird.

Oder auch eine ganz raffinierte Engelsfigur aus Zinn: Oben auf einem Haken befindet sich ein Kerzenhalter für eine Wachskerze, unten hängt eine Engelsfigur und darunter eine etwas schwerere Kugel, die dem Ganzen Stabilität verleiht, so dass Figur mit Kerze gehängt werden kann, ohne festgeklemmt zu werden - und garantiert immer senkrecht bleibt.


Täglich wird nachjustiert


Nach dem dreitägigen Behängen ist der Neupert'sche Christbaum aber nicht fertig. Täglich justiert Alfred Neupert nach, denn nach einiger Zeit senken sich die Zweige unter der Last ihrer Dekoration. Dann liegen einige Schmuckstücke auf einem Ast darunter auf. Und das geht gar nicht, so dass so viel umgehängt werden muss, dass alles wieder frei hängt.

Nach den Feiertagen wird Alfred Neupert die weihnachtliche Pracht wieder Stück für Stück abnehmen und alles einzeln und vorsichtig eingeschlagen und in Kartons und Kisten bis zum nächsten Jahr verstauen.

Jetzt schon macht er sich Gedanken, wo und wie er die Puppenstuben und Kaufläden im Heimatmuseum in die Sammlung des Museums einbaut, wenn die Sonderausstellung am 8. Januar endet. Denn der Großteil der Ausstellungsgegenstände wird als Dauerleihgabe im Museum bleiben, soll dort weiterhin zu sehen sein und nicht in irgendeinem Depot verschwinden.

zum Thema "Weihnachten"

Newsletter kostenlos abonnieren


noch Zeichen



Bitte melden Sie sich an, um kommentieren zu können:

Sie sind noch nicht registriert? Bitte hier registrieren.