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Auch in der Nacht wird's nicht ruhiger

Nein zu einem Nachtfahrverbot für Lastwagen und Nein zu einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Ortsdurchfahrt. Die zuständigen Behörden haben zwei Forderungen der Gemeinde Untersteinach, zumindest nachts für mehr Ruhe im Dorf zu sorgen, abgelehnt.
Lastwagen dürfen nachts auch weiterhin durch Untersteinach fahren. Foto: Matthias Beetz
 

Bürgermeister Heinz Burges (SPD) gab in der jüngsten Gemeinderatssitzung ein Schreiben des Landratsamts bekannt. Darin teile der zuständige Sachbearbeiter Manfred Amschler mit, dass die beiden Anträge vom 18. April mit Vertretern des Polizeipräsidiums Oberfranken und des Staatlichen Bauamts Bayreuth erörtert worden seien.
Es stehe außer Zweifel, dass der Schwerlastverkehr kontinuierlich zugenommen habe und möglicherweise auch in der Zukunft weiter zunehmen werde. Neben den Autobahnen seien insbesondere auch die Bundesfernstraßen stark frequentiert. Im Raum Kulmbach, Kronach, Coburg und Lichtenfels dienten die Bundesstraßen 303, 85 und 289 als Zu- und Abfahrtsstrecken für den Verkehr aus und nach Tschechien.
Weiterhin, so die Behördervertreter, seien in Stadt und Landkreis Kulmbach etliche Speditionen angesiedelt, die auf den Zulieferverkehr und Abtransport ihrer Waren angewiesen seien. "Hier zu unterscheiden, ob es sich um einen so genannten Mautausweichverkehr oder Anliegerverkehr handelt, ist in dieser weitläufigen Region sehr schwierig. Eine Überwachung ist kaum möglich und praktizierbar", betonte Amschler in dem Schreiben.
Die B 289 diene sowohl tagsüber als auch nachts dem regionalen und überregionalen Verkehr. Eine geeignete Umleitungsstrecke sei nicht vorhanden. Fest stehe zudem, dass die Ortsdurchfahrt Untersteinach keine Unfallhäufungsstrecke darstellt. Auf Grund des guten Ausbauzustandes, den beidseitigen Gehwegen, den Querungsmöglichkeiten für Fußgänger sowie der Übersichtlichkeit bestehe auch keine rechtliche Möglichkeit, eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf Tempo 30 anzuordnen.
Landrat Klaus Peter Söllner habe nochmals Kontakt mit dem Staatlichen Bauamt Bayreuth aufgenommen, aber ebenfalls kein positives Ergebnis erreicht.
Zu einer großen Diskussion im Rat über das Für und Wider führte die Bekanntgabe des Schreibens nicht. Burges plädierte dafür, zunächst in den Fraktionen über das weitere Vorgehen zu beraten.
"Die Kosten der Ortsumgehung sind nicht nur bei uns explodiert, sondern auch in Rosenheim - und dort wird gebaut", stellte Alfred Vießmann (WGU/FW) fest. Umleitungen seien nach seiner Meinung über die Autobahnen möglich, was die Sperrung der B 289 beim Großbrand auf dem Hof Grampp gezeigt habe. Untersteinach müsse sich selber helfen und sollte eine eigene Geschwindigkeitsmessanlage anschaffen, um es belegen zu können.
Bürgermeister Burges erneuerte seine Forderung nach einem runden Tisch in Berlin: "Ich werde nicht locker lassen." Verkehrsminister Peter Ramsauer müsse endlich seinen guten Willen zeigen.

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