Kulmbach
Berufung

25-Jähriger aus dem Kreis Kulmbach muss in den Knast

Weil er während einer laufenden Bewährung erneut straffällig wurde, muss ein 25-Jähriger aus dem Landkreis Kulmbach für 14 Monate ins Gefängnis.
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Ein 25-Jähriger aus dem Landkreis Kulmbach muss 14 Monate hinter Gitter. Symbolfoto: Archiv
Ein 25-Jähriger aus dem Landkreis Kulmbach muss 14 Monate hinter Gitter. Symbolfoto: Archiv
Es bleibt dabei: Ein 25 Jahre alter Mann aus dem östlichen Landkreis Kulmbach muss 14 Monate ins Gefängnis. Der Versuch seines Verteidigers Ralph Pittroff, in einer Berufungsverhandlung vor der Zweiten Kleinen Strafkammer des Landgerichts Bayreuth doch noch eine Bewährungsstrafe zu erreichen, scheiterte. Vorsitzender Richter Werner Kahler stellte in seiner Urteilsbegründung deutlich heraus: "Einen Vertrauensvorschuss bekommt jeder, aber nur einmal." Der Angeklagte habe während einer laufenden Bewährung weitere Straftaten begangen. Der Verurteilte muss ferner eineinhalb Jahre auf seinen Führerschein verzichten.


Polizisten massiv beleidigt


Das Amtsgericht Kulmbach hatte in erster Instanz nicht weniger als vier Einzelstrafen zu einer Gesamtstrafe zusammengefasst: einen Diebstahl, ein unerlaubtes Entfernen vom Unfallort, das Vortäuschen einer Straftat und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. Zuletzt hatte die Polizei am 23. September 2016 gegen 18.30 Uhr in einem Innenhof einer Siedlung im östlichen Landkreis nach Streitigkeiten einen Platzverweis gegen den jungen Mann ausgesprochen wurde. Doch der dachte nicht daran, den Anordnungen Folge zu leisten, sondern beleidigte die Stadtsteinacher Beamten als "Bullen", "Hurensöhne", "scheiß Wichser" und "Arschlöcher".

Damit noch nicht genug: Als die Polizisten den Angeklagten in das Dienstfahrzeug setzen wollten, riss er sich los und schlug mit den Fäusten in Richtung eines Beamten. Der konnte ausweichen und blieb unverletzt. Gegen 22.50 Uhr wurde damals festgestellt, dass der Mann 1,54 Promille Alkohol im Blut.


Mehrere Unterbrechungen


Die Berufungsverhandlung gestaltete sich erneut sehr schwierig. Richter Werner Kahler musste diese mehrmals unterbrechen, um den Angeklagten, der emotional stark erregt war, wieder zur Ruhe zu bringen.

Vor der Urteilsverkündung hatte Kahler zudem veranlasst, dass zwei Polizeibeamte im Gerichtssaal Platz nahmen. Der Grund: Der 25-Jährige hatte ankündigt, dass er nicht wisse, wie er reagieren werde, wenn er ins Gefängnis müsse. Seine ganze Zukunft werde mit einer Haftstrafe zerstört, sein Leben hätte dann keinen Sinn mehr.


Instabil und impulsiv


Das Gericht hörte einen Psychologen, bei dem der Angeklagte in Behandlung ist. Er erklärte, dass der Mann immer dann Kontakt zu ihm gesucht habe, "wenn Gerichtstermine anstanden". Der Psychologe hatte dem Beschuldigten Instabilität und Impulsdurchbrüche attestiert.

Eine günstige Sozialprognose bescheinigte dem Angeklagten indes seine Bewährungshelferin.
Staatsanwalt Bernhard Böxler verwies in seinem Plädoyer darauf, dass der Angeklagte unter einer laufenden Bewährung seine sechste vorsätzliche Straftat begangen habe: "Er hat sich nicht gefangen. Der einzige positive Umstand ist, dass er in Arbeit ist, aber für eine positive Prognose reicht das nicht aus."


Extrem aufbrausend

Der Staatsanwalt warf dem Angeklagten auch vor, dass er extrem aufbrausend ist: "Er ist frustriert, wenn etwas nicht nach seinem Plan läuft. Das haben wir heute bei der Gerichtsverhandlung erlebt. Was ist, wenn es auf der Straße passiert?" Der Vertreter der Staatsanwalt beantragte daher, die Berufung zu verwerfen und plädierte für eine Strafe von einem Jahr und fünf Monaten ohne Gewährung.
Rechtsanwalt Ralph Pittroff versuchte deutlich zu machen, dass sein Mandant von sich aus verschiedene Gegenmaßnahmen ("Vielmehr geht nicht!") ergriffen habe, um zum Beispiel seine Alkoholprobleme in den Griff zu bekommen. "Irgendwie hat er es jetzt begriffen, dass er keine Straftaten mehr begehen darf und er hat es auch geschafft, in seinem Traumberuf zu arbeiten." Pittroff plädierte auf eine nochmalige Bewährungsstrafe von einem Jahr und einem Monat sowie auf einen Führerscheinentzug von einem Jahr und drei Monaten.
Richter Werner Kahler hielt die Haftstrafe von einem Jahr und zwei Monaten für tat- und schuldangemessen.
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