Stadtsteinach
Spendenaktion

11 500 Euro: Sprachlos vor Glück

Die Kulmbacher haben ein Herz für Yusef, der mit fehlgebildeten Beinen und Füßen zur Welt kam. Das Spendenergebnis hat aller Erwartungen übertroffen.
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Überglücklich angesichts der Hilfsbereitschaft der Rundschau-Leser: Yasmin Mohamad mit ihrem Sohn Yusef, dessen fehlgebildete Beine im Februar erstmals operiert werden.Dagmar Besand
Überglücklich angesichts der Hilfsbereitschaft der Rundschau-Leser: Yasmin Mohamad mit ihrem Sohn Yusef, dessen fehlgebildete Beine im Februar erstmals operiert werden.Dagmar Besand
Yasmin Mohamad fällt fast das Telefon aus der Hand, als wir ihr die frohe Botschaft überbringen: 11 500 Euro haben die Rundschau-Leser gespendet, damit ihr kleiner Sohn laufen lernen kann. Das ist für die 33-Jährige und ihre Familie nicht nur unfassbar viel Geld. Es ist auch eine Geste der Solidarität, die sie zu Tränen rührt. "Ich danke allen sehr, die uns geholfen haben", sagt die glückliche Mutter. Sie ist überzeugt: "Nirgendwo sonst auf der Welt hätten wir so wunderbare Hilfe bekommen."
Die Rundschau-Redaktion freut sich mit der Familie über den großen Erfolg unseres Spendenaufrufs: Auch wir danken allen Leserinnen und Lesern, die dazu beitragen, dass Yusef eine Chance auf ein normales Leben bekommt! Die Spendensumme ist das zweithöchste Ergebnis, das wir bisher im Verbreitungsgebiet der BR erreicht haben, nur übertroffen von rund 18 000 Euro für die Kinder des Rehbergheims zu Weihnachten 2015. Für die geistig und mehrfach behinderten Heimkinder gab es heuer ebenfalls noch einmal einen Geldsegen: Die BR-Leser haben dem Rehbergheim noch einmal 700 Euro zukommen lassen. Für Yusef wurden exakt 11 322,41 Euro gespendet, die von der Mediengruppe Oberfranken (MGO) auf 11 500 Euro aufgerundet wurden. Im Verbreitungsgebiet aller MGO-Zeitungstitel hat "Franken helfen Franken" für insgesamt zwölf unterstützte Projekte knapp 50 000 Euro erhalten.


Tragische Folge des Krieges

Yusef wird im April zwei Jahre alt und ist der jüngste Sohn der Familie Mohamad, die im Sommer 2015 aus Syrien nach Deutschland geflohen ist, erst in Wonsees lebte und später nach Stadtsteinach zog. Der Kleine kam im Kulmbacher Klinikum mit schweren Deformationen beider Beine zur Welt: Ihm fehlen Knochen in beiden Unterschenkeln, die Füße sind fehlgebildet. Ärzte gehen davon aus, dass diese Behinderungen eine unmittelbare Folge des Krieges sind: In Aleppo, der Heimat der Mohamads, haben Assads Truppen Giftgas eingesetzt. Mutter Yasmin war während der Schwangerschaft diesen schädlichen Einflüssen ausgesetzt.
Ärzte in mehreren Kliniken waren zunächst überzeugt, dass die Beine amputiert werden müssen. Doch dazu soll es nicht kommen: Spezialisten des Universitätsklinikums Münster werden das Kind operieren, damit Yusef laufen lernen kann. Sonja Birner aus Wonsees, die sich als ehrenamtliche Patin um die Familie kümmert, wird mit Mutter und Kind im Februar nach Münster fahren. Am 8. Februar findet die erste einer Serie von Operationen zur Rekonstruktion der Beine statt.
Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für die Operationen. Doch in den kommenden Monaten werden die Versorgung und Betreuung des Kindes, Fahrt- und Übernachtungskosten, viele Arzt- und Therapiebesuche die Familie emotional und finanziell stark fordern.
Zumindest Letzteres muss den Mohamads jetzt keine Sorgen machen - dank der Großherzigkeit unserer Leser. Sonja Birner zeigte sich ebenfalls überglücklich über das Spendenergebnis: "Das ist einfach großartig!" Wir werden Yusef und seine Familie weiterhin begleiten und über den Erfolg der Operationen und die Verwendung der Spendengelder berichten.


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