Ludwigsstadt
Verkehr

Winterdienst kommt jetzt häufiger und schneller

Der Landkreis hat gemeinsam mit dem Staatlichen Bauamt den Winterdienst optimiert.
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Die beteiligten Mitarbeiter des Staatliches Bauamtes und des Landratsamtes, die bei der Optimierung des Winterdienstes mitgewirkt haben, hoffen, dass sich das neue System bewährt und alle Verkehrsteilnehmer unfallfrei an  ihr Ziel gelangen.Foto: Veronika Schadeck
Die beteiligten Mitarbeiter des Staatliches Bauamtes und des Landratsamtes, die bei der Optimierung des Winterdienstes mitgewirkt haben, hoffen, dass sich das neue System bewährt und alle Verkehrsteilnehmer unfallfrei an ihr Ziel gelangen.Foto: Veronika Schadeck
Der optimierte Winterdienst hat funktioniert: Am Wochenende schneite es zum ersten Mal - und das zur Kirchweih in Steinbach/Haide. Wenig später war die Kreisstraße, die durch den Ort führt, vom Schnee befreit. Denn seit wenigen Tagen ist ein landkreiseigenes Räumfahrzeug im Bauhof Nord in Ludwigsstadt untergebracht. Der Anfahrtsweg war daher kurz, im Gegensatz zu den vergangenen Jahren, als die Räumfahrzeuge vom Süden in die Rennsteig-Region fahren mussten.

Die vielen Pendler, Schüler und Verkehrsteilnehmer sollen auch in der kalten Jahreszeit sicher und möglichst schnell an ihr Ziel kommen. Deshalb wurden die Räumstrecken für die Bundes-, Staats- und Kreisstraßen im gesamten Landkreis Kronach für den Winterdienst optimiert und die Umlaufzeiten reduziert. Am Dienstagvormittag wurde die Überarbeitung der Pläne im Rathaus in Ludwigsstadt vorgestellt.

"Der Winterdienst ist ein emotionales Thema", so der Ludwigsstädter Bürgermeister Timo Ehrhardt. Er erinnerte damit an so manche Diskussionen im Kreistag und an Beschwerden von Verkehrsteilnehmern. Und an Landrat Klaus Löffler gerichtet, sagte er: "Ich habe das Gefühl, du hast den Winterdienst zur Chefsache gemacht."

Löffler betonte, dass seine zuständigen Mitarbeiter und die des Staatlichen Bauamtes daran gearbeitet haben, möglichst optimale Lösungen für den gesamten Landkreis zu finden. Fakt sei aber, dass - wie am Wochenende passiert - im nördlichen Landkreis und auf den Höhenlagen öfter Schnee fällt. In der industriegeprägten Rennsteig-Region komme noch der zunehmende Schwerlastverkehr hinzu, so dass es schon bei leichten Schneefällen zu Verkehrsbehinderungen
komme.

Insgesamt werden 14 Fahrzeuge für den Winterdienst im Landkreis eingesetzt. Der Landkreis Kronach besitzt zwei eigene und setzt zusätzlich vier Fremdfirmen (Vorjahr 3) ein. Das Staatliche Bauamt hat drei eigene Fahrzeuge und setzt fünf Fremdfirmen ein.

Wie der Leiter des Tiefbauamtes, Gunther Dressel, erklärte, wurde bei der Optimierung des Winterdienstes darauf geachtet, dass die Umlaufzeiten vor allem im Norden des Landkreises gekürzt werden. Konkret heißt das: Die Räumstrecken sind kürzer. Statt der bayernweit empfohlenen drei Stunden fallen jetzt Umlaufzeiten teilweise unter zwei Stunden an. Gearbeitet wird im Zwei-Schicht-Betrieb, von 3 bis 21 Uhr. In Ludwigsstadt wird man zudem eine halbe Stunde früher anfangen. Zwei Späher - einer davon in Ludwigsstadt, der andere im südliche Landkreis - werden die Schneesituationen erkunden und entsprechend den Winterdienst informieren.

"Wir haben neue Pläne ausgearbeitet, um Schneechaos zu vermeiden", erklärte Dressel. Er wies darauf hin, dass bei starken Verwehungen die Seitenschleuder eingesetzt wird. Zudem verfügt der Landkreis über eine Schneefräse.

Der Leiter des Staatlichen Bauamtes Bamberg, Uwe Zeuschel, kündigte an, dass im nächsten Jahr der Stützpunkt Förtschendorf gestärkt wird. Damit meinte Zeuschel den Bau des neuen Salzlagers mit einer größeren Lagerkapazität in Höhe von über 2000 Tonnen (bisher 600). Nach der Fertigstellung beabsichtigt das Staatliche Bauamt ein Fahrzeug dort zu stationieren.

Zeuschel räumte ein, dass es gar nicht so einfach sei, Fremdfirmen für den Winterdienst zu gewinnen. Was die Bezahlung der Unternehmen angehe, so sind gewisse Margen vom Innenministerium vorgegeben. Sein Dank galt daher dem Landkreis und den beteiligten Unternehmen für die Zusammenarbeit und dafür, dass ein Konsens erzielt werden konnte. "Unsere Arbeit ist von gegenseitigem Vertrauen geprägt", ergänzte Löffler.

Den Übersichtsplan für den Winterräumdienst wollten die Verantwortlichen noch nicht veröffentlichen. Bei der Optimierung sei man am Anfang, man müsse schauen, wie sich das Ganze entwickelt und an welchen Stellschrauben noch gedreht werden müsse, so der Landrat.

Dass nun der Winterdienst von dort aus startet, wo der meiste Schnee liegt, halten die Rennsteig-Bürgermeister Peter Klinger (Tschirn), Timo Ehrhardt (Ludwigsstadt), Thomas Löffler (Steinbach) und Peter Ebertsch (Tettau) für zielführend. "Das ist genau wie bei der Feuerwehr. Ein Auto in Kronach macht auch keinen Sinn, wenn es in Tettau brennt", verglich Ebertsch.
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