Die kleine Ausstellung der Rheuma-Liga mit Flyern und Infomaterialien bleibt eine Woche im Eingangsbereich der Klinik aufgebaut. Seit nunmehr 30 Jahren bietet die Deutsche Rheuma-Liga, Arge Kronach Rheumakranken ein vielfältiges Beratungs- und Bewegungsangebot. Sie
steht Betroffenen mit Rat und Tat zur Seite, informiert über Hilfsmittel und
hält Info-Vorträge ab. Der Zusammenschluss gibt den Mitgliedern seelischen
Halt, stärkt ihr Selbstvertrauen und bietet die Möglichkeit zum aktiven
Austausch - so insbesondere auch beim allwöchentlichen Treffen am Montag.
Zudem organisiert sie Tagesausflüge mit Besichtigungen, Grillfeste und
alljährlich eine Weihnachtsfeier.

"Leben mit Rheuma - Wie helfen Medikamente und Bewegung?", so lautete das
Motto des diesjährigen, immer am 12. Oktober begangenen, Welt-Rheuma-Tags.
Damit macht man auf die 20 Millionen Erkrankten in Deutschland aufmerksam,
davon 13 000 Kinder und Jugendliche. "Wie viele Arten rheumatischer
Erkrankungen es gibt, ist schwer zu sagen. Die Angaben reichen von rund 100
bis zu 400 unterschiedlichen Diagnosen. Die unüberschaubare Vielfalt an
möglichen Symptomen stellt hohe Anforderungen an die Diagnostik", erklärt
Otto Degenbeck, Vorsitzender der Arge Kronach. Da Rheuma bis heute nicht
heilbar sei, richte sich die Behandlung auf die Linderung der Symptome und
gegen das weitere Fortschreiten der Erkrankung. Diese verlaufe häufig in
Schüben, verursache mal mehr und mal weniger Schmerzen. "Schmerz ist unser
ständiger Begleiter", bedauert er.

Aus diesem Anlass trafen sich Betroffene vor über 46 Jahren und gründeten die deutsche Rheuma-Liga, heute eine der größten Selbsthilfeorganisationen im Gesundheitsbereich mit rund 300 000 Mitgliedern. Alleine in Bayern sind 18 500 Mitglieder im Landesverband.
Dieser informiert und berät Betroffene unabhängig und frei von kommerziellen
Interessen.


Arge Kronach knackt 200-Mitglieder-Grenze


Die Rheuma-Liga finanziert ihre Arbeit vorrangig durch Mitgliederbeiträge,
Förderungen der Kranken-Rentenversicherer, Projekte und Spenden.
Erfreulicherweise konnte die Arge Kronach im Jubiläumsjahr - dem 30. Jahr
ihres Bestehens - nunmehr erstmals die 200-Mitglieder-Grenze knacken!

Neben dem Infostand beteiligte sich die Arge Kronach am Welt-Rheuma-Tag auch
mit einem sehr interessanten Vortrag. Anschaulich und leicht verständlich
sprach der Facharzt für Hämatologie und Onkologie, Dr. Peter Anhut, vor rund
50 interessierten Zuhörern über "Vorsorge und Früherkennung von Darm- und
Brustkrebs" sowie "Immuntherapien bei Krebserkrankung". Darmkrebs ist bei
beiden Geschlechtern die zweithäufigste Krebserkrankung. In Deutschland
erkranken pro Jahr rund 62 000 Menschen neu an Darmkrebs. Das Lebenszeitrisiko, an Darmkrebs zu erkranken, beträgt rund 6 Prozent. Dabei handelt es sich um zunächst gutartige, oft
pilzähnliche Geschwulste im Dickdarm. Die Koloskopie gilt derzeit als die
zuverlässigste Methode zur Früherkennung. Vorsorgen im Sinne von vorbeugen
könne man durch einen gesunden Lebensstil und der Vermeidung beeinflussbarer Risikofaktoren -
beispielweise, indem man nicht raucht, sich körperlich betätigt und ein
Normalgewicht anstrebt. "Etwa die Hälfte der verstorbenen Patienten könnte
noch leben, wenn ihr Stadium eher erkannt worden wäre", verdeutlichte der
Arzt, dass Früherkennung Leben rette. Dies gelte natürlich auch für
Brustkrebs - mit einem Anteil von 32,10 Prozent an Krebsneuerkrankungen in
Deutschland. Etwa ein Prozent davon betrifft Männer. "Je früher ein bösartiger Tumor
entdeckt wird, umso größer ist die Chance auf Heilung", appellierte er.
Warnzeichen seien Knoten in der Brust, Veränderungen an den Brustwarzen,
Änderungen der Brustgröße, Hautauffälligkeiten - wie Rötungen oder
Entzündungen sowie Schwellungen in der Achselhöhle. Die beste Vorsorge sei
eine Kombination gynäkologischer Früherkennungsuntersuchungen sowie
Selbstuntersuchung. "90 Prozent werden von den Frauen selbst entdeckt", so
der Arzt. Zusätzlich zur jährlichen Tastuntersuchung beim Frauenarzt sollten
Frauen zwischen 50 und 70 Jahren alle zwei Jahre ein Mammografie-Screening
durchführen lassen. Bei erblichen Vorbelastungen sollten die
Früherkennungsmaßnahmen bei allen Krebsarten häufiger, beziehungsweise früher
ergriffen werden.

Im zweiten Block des Vortrags informierte er über
vielfältige neue Behandlungsmethoden bei Erkrankungen des Blutes- und
Krebserkrankungen. Mit der Einführung moderner Immuntherapien, die
sogenannte Immun-Checkpoints hemmen, sei eine vielversprechende neue
Medikamentengruppe auf dem Markt.

Info- und Beratungsstunden: Vorsitzender Otto Degenbeck bietet einmal im
Monat Beratungsstunden an. Das Beratungsbüro befindet sich in der Helios-Frankenwaldklinik, oberhalb der Röntgenabteilung im 2. Stock gegenüber der
Krankenpflegeschule, Zimmer 7.
Die Öffnungszeiten sind jeden zweiten Dienstag im Monat von 15 Uhr bis 17 Uhr. Außerhalb der Öffnungszeiten kann auf Anrufbeantworter gesprochen werden (Tel.: 09261/910 00 75). Eine
Anmeldung ist nicht erforderlich. hs