Pressig
Christbaum

Tanne mit Botschaft auf dem Weg nach Berlin

Eine Tanne aus dem Frankenwald fährt als Christbaum in die Hauptstadt und soll die bayerische Landesvertretung schmücken.
Artikel einbetten Artikel drucken
Fachmännisch wird die Pressiger Tanne umgelegt. Veronika Schadeck
Fachmännisch wird die Pressiger Tanne umgelegt. Veronika Schadeck
+8 Bilder
Eine Tanne aus dem Frankenwald, genauer aus dem "Pressiger Berg", wird am heutigen Freitag nach Berlin transportiert. Dort wird diese im Regierungsviertel als Weihnachtsbaum die bayerische Vertretung schmücken. Der "Pressiger Berg" gehört zum Forstbetrieb Rothenkirchen. Der Baum soll somit an das Waldgebiet des Jahres 2017, den Frankenwald, erinnern.

Es ist die zweite Tanne, die binnen weniger Tage auf die Reise geschickt wird. Denn bereits jetzt steht ein Baum aus dem Forstbetrieb Nordhalben bei der bayerischen Vertretung in Brüssel.
Am Donnerstag wurde die rund zehn Meter hohe, etwa 30 Jahre alte und dicht beastete Tanne aus dem Staatswald im Beisein des Landesvorsitzenden des Bunds Deutscher Forstleute (BDF), Bernd Lauterbach, und dem Forstbetriebsleiter vom Forstbetrieb Rothenkirchen, Peter Hagemann, behutsam gefällt.Dass der Baum für Berlin ausgerechnet eine Tanne ist, hat nicht nur mit dem bevorstehenden Weihnachtsfest zu tun. Die Tanne soll eine Botschaft transportieren. Denn auf ihr ruhen die Hoffnungen des Waldumbaus für den Frankenwald. "Die Tanne ist die optimale Ergänzung zur vorherrschenden Fichte!", so Peter Hagemann.
Rund vier Prozent beträgt derzeit der Anteil der Tannen im Frankenwald. Nicht zuletzt wegen des Klimawandels will man diese Quote in den nächsten Jahren sukzessive erhöhen.Wie bereits berichtet, ist die Fichte durch den Klimawandel bedroht. Der flachwurzelnde Baum ist ein beliebter Ort für den Borkenkäfer. Die Tanne dagegen wurzelt tief. Dadurch hat sie nicht nur einen besseren Halt, sondern kommt auch in trockenen Zeiten an Wasser.
Lange war die Weißtanne die Hauptbaumart im Frankenwald. Ihr Anteil in den Beständen nahm seit dem 19. Jahrhundert deutlich ab, zuletzt dramatisch durch den Einfluss von Luftschadstoffen. Seit etwa 30 Jahren wird sie wieder verstärkt in die Wälder eingesetzt.
Die beiden Forstwirte Carsten Kautsch und Martin Dressel fällten den Baum. Zuvor wurde dieser vom Auszubildenden Max Mantel mit einer Kette an dem Holzspezialfahrzeug befestigt. Die Tanne sollte langsam zu Boden fallen, damit die dichten Äste nicht beschädigt wurden. Vor dem Beladen aufs Holzfahrzeug wurde die Tanne in ein wasserfestes Vlies eingewickelt. Wie Hagemann erklärte, werden bei der bayerischen Landesvertretung neben der Tanne Infotafeln auf die Herkunft, die Heimat des Baumes und die wichtige Rolle der Tanne im Frankenwald hinweisen.
Anwesend war auch der Leiter vom Tourismus-Service Center, Markus Franz. Er freute sich, dass mit einer Tanne aus dem Frankenwald in Berlin für die Region geworben wird. Der Zweite Bürgermeister des Marktes Pressig, Wolfgang Förtsch, war begeistert, dass auf diese Art der Bekanntheitsgrad seiner Gemeinde gesteigert werde. Er verbindet den Transport der Tanne, der ab dem Wochenende nun in weihnachtlichen Glanz erstrahlt, mit der Hoffnung, dass damit auch die Politiker in Berlin erleuchtet werden. Stolz war auch Peter Hagemann. Die beiden Tannen vor den bayerischen Ländervertretungen in Brüssel und Berlin machen nicht nur die Region bekannter und weisen auf die Bedeutung des Waldes für den Frankenwald hin. "Es ist ein schöner Abschluss des Jahres, in dem der Frankenwald zum Waldgebiet 2017 ausgezeichnet wurde."
Verwandte Artikel
Verwandte Fotoserien
Noch keine Kommentare
Sie sind nicht angemeldet.
Sie müssen angemeldet sein, um Kommentieren zu können!
registrieren