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Jubiläum

"Steamiche" feiern ihr "Golddorf"

Steinbach an der Haide wurde erstmals vor 600 Jahren urkundlich genannt. Das schöne Jubiläum wurde am Wochenende ausgiebig gefeiert.
Stadtarchivar Siegfried Scheidig (2. v. l.) präsentierte seinen interessanten Lichtbildvortrag "600 Jahre Steinbach an der Haide". Das Bläserensemble (r.) umrahmte den Abend mit stimmungsvoller Blasmusik. Foto: Heike Schülein
 
von HEIKE SCHÜLEIN
Steinbach an der HaideEs waren zauberhafte Bilder, die Kreisheimatpfleger und Stadtarchivar Siegfried Scheidig beim Festabend im Saale Sieber präsentierte. Der von ihm in zeitaufwendiger Arbeit geschaffene Lichtbildvortrag gab einen beeindruckenden Einblick in die bewegte - mindestens - 600 Jahre alte Ortsgeschichte. Die Sitzplätze reichten nicht aus, so viele "Steamiche" wie auch Besucher aus den umliegenden Ortschaften wollten dabei sein. Vertreten waren sämtliche Generationen - von der Kinder-Landjugend bis hin zu den älteren Einwohnern, die sich selbst noch an einige - von Scheidig so anschaulich vermittelten - Geschehnisse erinnern konnten.
Ludwigsstadts Bürgermeister Timo Ehrhardt und Landrat Klaus Löffler - zugleich Schirmherr des Jubiläums - zeigten sich dann auch begeistert von der intakten Dorfgemeinschaft. "Steamich" ist im ganzen Landkreis als das "Goldene Dorf" fest im Bewusstsein der Menschen verankert", erklärte der Landrat in seiner Festansprache. Die Gemeinschaftsfähigkeit stärke und untermauere die Zukunftsfähigkeit des Golddorfs. Die gelungene Ortsbildgestaltung sei dabei wie ein Gleichnis für das gelungene und immer wieder gelingende Zusammenleben und Zusammenwirken der "Steamiche". Auch im Pflanzgarten als Steinbachs blühender Dorfmittelpunkt sah er ein Symbol für die Dorfgemeinschaft als Ganzes; werde sie doch in Mitte von einem seinesgleichen suchenden Gemeinschaftsgeist zusammengehalten. "Nicht nur der Pflanzgarten blüht und gedeiht, sondern das Dorfleben insgesamt", würdigte er. Die Geschlossenheit und Stärke der Steamicher Vereinsgemeinschaft und Einwohnerschaft spiegelten sich auch in den Feierlichkeiten zum Dorfjubiläum wider. "Das 600-jährige Ortsjubiläum steht für die harmonische Verbindung von Tradition und Moderne. Es versteht sich als Brückenschlag zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft", so der Landrat. Ehrhardt hatte eingangs die Gäste namens des von ihm geführten Orga-Teams begrüßt. Hatte der Landrat schon bekundet, dass die deutsche Einheit an Steinbach besonders beeindruckend vollendet wurde, pflichtete er dem bei: "Die Grenzöffnung und die daraus resultierenden Ehen zwischen Thüringern und Franken brachten eine Verjüngungskur für den kleinen Ort. Zwischenzeitlich war fast ein Drittel der 180 Einwohner unter 18 Jahre alt". Dass sich die Steinbacher in ihrem Dorf wohlfühlten, sehe man auch an der Liebe, mit der sie ihre Anwesen pflegten. Diese Hingabe zum Detail habe dem Ort bereits zwei Siege im Bundeswettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" eingebracht. Heute hat das Dörflein 178 Einwohner. Bei 40 handelt es sich um Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre. In die Infrastruktur habe man für den Ort in den letzten 20 Jahren knapp 2 Millionen Euro investiert. "Das Besondere an der diesjährigen 600-Jahrfeier ist auch, dass wir erst vor 36 Jahren 500-Jähriges gefeiert haben", schmunzelte der Bürgermeister. Das erneute Jubelfest habe man Siegfried Scheidig zu verdanken, der nach der Grenzöffnung die Urkunde aus dem Jahr 1417 gefunden habe. Der Stadtarchivar nahm anschließend sein Publikum mit auf eine eineinhalbstündige spannende Zeitreise durch 600 Jahre Dorfgeschichte.
Bis 1622 wurden die Geschicke des im 12. Jahrhundert gegründeten Ortes von den jeweiligen Besitzern der Herrschaft Lauenstein bestimmt. Aus Aufzeichnungen geht hervor, dass Steinbach aus einem Rittergut mit vier Höfen und 21 weiteren Höfen bestand. Um das Rittergut mit Kapelle entwickelte sich allmählich der Ort. 1556 kaufte Christoph von Thüna das Rittergut und fügte es der Herrschaft Lauenstein hinzu. Aus dem Gut wurde ein herrschaftliches Vorwerk, der Steinbachshof. Dieser wurde 1712 in Privathand verkauft und eine Gemeinschaftsschäferei durch 18 Steinbacher Einwohner gegründet. 1622 wurde nach dem Kauf durch den Markgrafen von Brandenburg-Kulmbach das Ende der Herrschaft Lauenstein besiegelt und es entstand das Amt Lauenstein. 1634 brandschatzten Kronacher Soldaten die Dorfkirche. Hervorzuheben ist der Pflanzgarten auf dem "Anger", der bereits 1533 erwähnt wurde. Am 1. Januar 1978 erfolgte die freiwillige Eingemeindung des Dorfes in die Stadt Ludwigsstadt. Herzlich bedankte sich Scheidig bei der Bevölkerung für die Überlassung ihrer Bilder.
Durch den Festabend führte Stadtrat Stefan Heyder, der allen Mitwirkenden und Beteiligten des Jubelwochenendes dankte. Für die wunderbare Umrahmung des Festabends sorgte das Bläserensemble mit stimmungsvoller Blasmusik wie auch der Männerchor und der gemischte Chor Steinbach an der Haide unter Leitung von Klaus Methfessel. Voller Klangschönheit wurde unter anderem auch die berührende Hommage "Mein Dörflein" nach einem Text von Rosa Meinhardt und der Melodie von Julian Franke angestimmt. Die "Stars" des Abends waren die Jungen und Mädchen der Kinderlandjugend, die mit ihren temperamentvollen Tanzvorführungen alle mitrissen.
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