Pressig
Bürgerversammlung

Schulhaussanierung wäre unwirtschaftlich

Im Schützenhaus Rothenkirchen gab es zahlreiche Wortmeldungen. Auch der geplante Abriss der alten Schule war ein Thema.
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Das Schulgebäude der Grundschule soll in Rothenkirchen abgerissen werden und einem Neubau weichen. K.- H. Hofmann
Das Schulgebäude der Grundschule soll in Rothenkirchen abgerissen werden und einem Neubau weichen. K.- H. Hofmann
Zahlreicher Besuch bei der Bürgerversammlung am Dienstag im Schützenhaus Rothenkirchen zeugte von regem Interesse der Bürger an der Gemeindepolitik. Dies schlug sich auch in vielen Wortmeldungen nieder. Nachdem Bürgermeister Hans Pietz in knapp einer Stunde mit Zahlen und Daten den Markt Pressig erörterte und über aktuelle Maßnahmen sowie zukünftige Investitionen informierte, hatten die Bürger das Wort.

Wolfgang Bergmann regte an, von Friedersdorf Ortsausgang nach Rothenkirchen Ortseingang einen Gehweg zum Schutz der zahlreichen Fußgänger anzulegen. Hierzu würde auch ein befestigter Randstreifen genügen, war seine Meinung. Auch der Weg zum Kompostplatz sei renovierungsbedürftig. Bürgermeister Pietz will den Gehweg zusammen mit dem Straßenbauamt prüfen lassen und auch die Instandhaltung des Weges zum Kompostplatz im Auge behalten.


Hohe Zuschüsse für Neubau

Peter Seidel fragte, warum man das historische Schulgebäude in Rothenkirchen zugunsten eines Schulneubaus abreißen will. Georg Zinner meinte dazu, es sei genug Platz am Schulareal vorhanden um das bestehende Schulgebäude zu erhalten und daneben ein neues zu erstellen. Das Gemeindeoberhaupt versicherte, dass sowohl der Gemeinderat als auch er persönlich sehr wohl für eine Erhaltung des bestehenden Schulgebäudes gewesen seien. Doch eine Berechnung der Regierung von Oberfranken habe keine Wirtschaftlichkeit für eine Sanierung ergeben. Die Regierung habe einen Neubau vorgeschlagen, wofür der Markt Pressig hohe Zuschüsse erhalte. Die Kosten für einen Neubau belaufen sich auf vier bis fünf Millionen Euro. Wolle man zusätzlich das bestehende Gebäude erhalten, müsste dies grundsätzlich saniert werden. Für die Sanierung und die Unterhaltungskosten gebe es keine Zuschüsse, so Pietz.


Keine Aussicht auf Querungshilfe

Georg Zinner wies auf die Gefahr bei der Querung durch Fußgänger der B 85 Pressig- Rothenkirchen hin. Leider habe es dort den tragischen Todesfall eines Kindes vor etwa eineinhalb Jahren gegeben, und schon einige Jahre davor sei es zu einem Verkehrsunfall mit einem Kind gekommen. Die Situation wurde schon mit den zuständigen Behörden vor Ort besichtigt und geprüft. Es gibt keinerlei Aussicht auf eine Querungshilfe für Fußgänger, war der Sachstand des Bürgermeisters.

Georg Zinner stießen im Bericht des Bürgermeisters die Kosten in Höhe von 50 000 Euro für Kanalbefahrung mit Kamera auf. "Kann die Gemeinde nicht selbst so eine Kamera anschaffen?", fragte er. Antwort: So ein Gerät würde weit die Investition für die Kamerabefahrung durch eine Fachfirma übersteigen. Dazu kämen Personalkosten und Personal, dies würde sich keinesfalls rechnen, zumal ja nicht alle Jahre so eine Kamerabefahrung der Kanalisation durchgeführt werde.

Annette Fischer sprach zum wiederholten Male die Missstände bei der Bahnunterführung am Bahnhof Pressig an. Außerdem sind entlang des Landleitenbachs im Naherholungsgebiet nördlich des Naturerlebnisbades in Rothenkirchen die Brücken zur Überquerung des Baches nicht mehr vorhanden und es sind auch Geräte am "Trimm- dich Pfad" marode und teilweise kaputt. Zu den Stegen im Landleitenbachtal informierte Pietz, dass ein Steg bereits durch den Bauhof wieder angelegt wurde, ein zweiter werde zur Zeit vom Forst wiederhergestellt für den weiteren Steg gibt es noch keine Klärung. Der "Trimm-dich- Pfad" wird in Ordnung gebracht. Anders sei das Problem mit der Bahn. Seit Jahren sei man mit der Bahn im Gespräch und man habe auch schon einen gerichtlichen Vergleich erreicht, aber es bewege sich nur wenig, musste der Bürgermeister gestehen.


Neue Perspektiven am Bahnhof

Vielleicht gebe es eine Abhilfe, wenn die Bahn die Überführung über die Staatsstraße 2201, Welitscher Straße, in Pressig erneuert. Dies sei nach neuesten Stand für 2020 vorgesehen. Aus einer dann eventuell möglichen Straßentrassenverlegung über die Brücke West und entlang der Bahnlinie, könnten sich ganz neue Perspektiven am Bahnhof ergeben. Es könnte der Zu- und Abgang zum Bahnhof und zu den Bahnsteigen an die neue Trassenführung angebunden werden. Deshalb habe man auch unter anderem das Buswartehäuschen ohne geschlossene Seitenfassaden angelegt und auch so befestigt, dass dieses an anderer Stelle problemlos wieder aufgestellt werden kann.

Dieses, an den Seiten offene Buswartehäuschen wurde von mehreren Bürgern kritisiert. Andererseits erweckte es auch Begehrlichkeiten, nämlich auch in Förtschendorf ein Buswartehäuschen zu bauen, regte Frank Kröckel an.

Seit vier Jahren beklagt Jürgen Fick am Anger in der Eichendorffstraße einen Kanalrückstau bei stärkeren Regenfällen. Dazu erklärte der Bürgermeister, man sei hier tätig gewesen. Es sei ein Gutachten erstellt und daraufhin auch eine Entlastung gebaut worden, über deren Wirkung man aber geteilter Meinung sei.

Werner Pasbrig bat um Renovierung einer WC- Anlage im alten Schulhaus. Derzeit müssen Besucher, vor allem wenn Rotkreuzkurse abgehalten werden, ins gegenüberliegende Feuerwehrhaus zur Toilette. Dazu sagte der Bürgermeister, dass das WC in der alten Schule wieder nutzbar gemacht werden müsse, die Gemeinde werde dranbleiben.

Verschiedene Mängel an Wanderwegen sprach Frank Kröckel an. Dies werde im gemeinsamen Projekt ILEK mit der Gemeinde Stockheim im Auge behalten, es werde sich einiges in dieser interkommunalen Zusammenarbeit tun, sagte das Gemeindeoberhaupt. Gerhard Walther hatte eine ganze Auflistung bezüglich Wasser und Kanal im Gebiet der Rosenau in Rothenkirchen, außerdem wünschte er, den Weg bis zum Kindergarten Pressig herzurichten. Die Verwaltung wird sich um die Angelegenheiten kümmern. Günther Schubert beantragte erneut die Badstraße in Rothenkirchen zu sanieren. "Wir werden uns bei der Prioritätensetzung im Gemeinderat damit befassen", erklärte Pietz.


Keine neuen Gewerbeflächen

"Wie sieht es im Markt Pressig mit Gewerbegebieten aus?", wollte Erik Glatzer wissen. Man merkte gleich an der Antwort des Bürgermeisters, dass es hier ein Problem gibt. Zwar seien die Beschäftigtenzahlen bei ansässigen Firmen gestiegen, was wohl auf den Wirtschaftsboom zurückzuführen sei. Aktuell könne man aber kein Gewerbegebiet anbieten. Die Hoffnung richte sich auf eine Ortsumgehung der B 85. Dann wären Grundstücke in Richtung Brauersdorf für ein Gewerbegebiet geeignet, stellte der Bürgermeister fest.

Zuvor hatte er in seinem Rechenschaftsbericht 2016/2017 detailliert über Finanzen, Einwohnerzahlen und Investitionen informiert. Pressig hatte im Juni 4123 Einwohner. 2016 standen 176 Wegzügen 210 Zuzüge entgegen, aufgrund des Übergewichtes von 63 Sterbefällen gegenüber 37 Geburten relativiert sich der Zuwachs auf acht Einwohner. Der Schuldenstand belief sich zum 31. Dezember 2016 auf 5,861 Millionen Euro und konnte gegenüber 2015 von 5,964 Millionen Euro um rund 100 000 Euro abgebaut werden.

Noch in diesem Jahr soll das Frauenhofer-Gebäude in Rothenkirchen abgerissen werden, die Schulstraße verbreitert, ein Gehweg angelegt und in diesem Bereich auch Parkplätze geschaffen werden. Die Kindergartenerweiterung Rothenkirchen steht für 2018 an. Die energetische Sanierung mit Barrierefreiheit des Rathauses ist im Gange. Die Kosten belaufen sich auf circa 490 000 Euro bei einer Förderung von rund 397 000 Euro. Größte Investitionen 2017: Wasserversorgung Marienroth 700 000 Euro, DSL Ausbau im Gemeindegebiet 710 000 Euro, Dorferneuerung Friedersdorf 300 000 Euro, Erschließung Martin- Luther- Ring 220 000 Euro, Straßensanierung Marienroth 120 000 Euro.
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