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Urteil

Rund zweieinhalb Jahre Haft

Der 19-jährige Afghane wurde schließlich wegen gefährlicher und vorsätzlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung verurteilt.
Das Urteil gegen einen 19-jährigen Mann aus Afghanistan fiel vor der Großen Jugendkammer in Coburg. Alle Taten beging der Angeklagte im Raum Kronach und Coburg. Symbolbild: David Ebener/dpa
 
von KATJA NAUER
Vier Verhandlungstermine brauchte die Große Jugendkammer, um sich anhand von Zeugenaussagen ein umfassendes Bild über sieben gelistete Taten zu machen, die Staatsanwältin Jana Huber einem 19-jährigen Mann aus Afghanistan vorwarf. Einer der Vorwürfe, der Mann habe einen Kronacher gezielt mit der Faust gegen Wange und Bauch geschlagen, wurde vom Gericht nicht weiter verfolgt, weil diese Tat den anderen Tatvorwürfen gegenüber nicht erheblich ins Gewicht fiel.
Dem Mann wurde vorsätzliche und gefährliche Körperverletzung, versuchter Totschlag, Bedrohung und Sachbeschädigung vorgeworfen. Weil er gedroht haben soll, eine Bombe zu zünden, sollte sein Asylantrag abgelehnt werden, stand auch die Störung des öffentlichen Friedens in der Liste der zu ahndenden Handlungen. Alle Taten beging der 19-Jährige im Raum Kronach und Coburg. Das führende Verfahren, dem die anderen Verfahren untergeordnet wurden, ereignete sich in einer Augustnacht im Jahr 2016. Da soll der 19-Jährige einen Mitbewohner zum Trinken aufgefordert haben und ihn, als er sich weigerte, mit zwei Messern an Bauch und Oberschenkeln verletzt haben. Außerdem schlug er einen weiteren Zimmergenossen mit der Faust. Der mit dem Messer verletzte Mitbewohner flüchtete aus dem gemeinsamen Zimmer des Asylbewerberheims. Der Angeklagte soll den Mann verfolgt, dabei ein Fenster eingeschlagen und einen weiteren Mitbewohner mit der Faust geschlagen haben. Der Angeklagte soll zuvor bereits erhebliche Mengen Wodka zu sich genommen haben.


"Zur Tatzeit geschlafen"

Ein Freund des 19-Jährigen, der im Zeugenstand saß, wollte oder konnte sich angeblich an nichts erinnern: Er habe zur Tatzeit geschlafen, beteuerte er immer wieder auf Nachfrage durch Richterin Bianca Franke. Erst die eintreffende Polizei habe ihn aus dem Bett geholt. Anwesende Zeugen sagten allerdings etwas ganz anderes: Der Freund sei durchaus dabei gewesen, sagten sie. Er habe weder die Streitigkeiten, noch die Messerstecherei, noch das Einschlagen der Scheibe in dem Zimmer, in dem er gelegen habe, mitbekommen, beteuerte der Mann immer wieder. Das ließ Staatsanwältin Jana Huber nicht gelten: Sie wies den Zeugen mehrfach klar und deutlich auf die Erläuterung hin, die Wahrheit sagen zu müssen. "So zu tun, als ob Sie sich nicht erinnern, ist strafbar", erklärte sie. Nach mehrfachen Hinweisen auf die Strafbarkeit von Falschaussagen gab der Zeuge schließlich zu, dass der Angeklagte das Fenster kaputt geschlagen habe und schließlich auch, dass der 19-Jährige ein Messer in der Hand gehalten habe. "Am Gesicht konnte man erkennen, dass er sehr aufgebracht war."
Bei einer weiteren Tat auf dem Gelände der Landesgartenschau in Kronach im September 2016 identifizierte ein Betroffener den Angeklagten anhand eines Fotos eindeutig als den Mann, der ihn von hinten mit einer abgebrochenen Flasche angegriffen und mit einem Schlag an der Hand verletzt hatte. Nachdem in der gleichen Nacht auf dem Kronacher Bahnhof die Glasscheibe eines Schaukastens und eines Wartehäuschens eingeschlagen wurden, verhaftete die Polizei den Angeklagten noch vor Ort. Das sagte der verantwortliche Polizist als Zeuge aus. Das Gericht verurteilte den 19-Jährigen schließlich wegen gefährlicher und vorsätzlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und fünf Monaten.
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