Marktrodach
Anteilnahme

Polizisten gedenken Tötungsopfer in Marktrodach

21 Polizisten aus Hamburg radeln durch Deutschland. Am Mittwoch hielten sie in Marktrodach, um der dreifachen Mutter zu gedenken, die im August getötet worden ist.
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21 Polizisten aus Hamburg radeln quer durch Deutschland, um auf Kriminalitätsopfer aufmerksam zu machen. Bei ihrer fünften Etappe machten sie auch am Marktrodacher McDonald's Halt. Dort wurde Ende August eine dreifache Mutter getötet. Fotos: Vanessa Schneider
21 Polizisten aus Hamburg radeln quer durch Deutschland, um auf Kriminalitätsopfer aufmerksam zu machen. Bei ihrer fünften Etappe machten sie auch am Marktrodacher McDonald's Halt. Dort wurde Ende August eine dreifache Mutter getötet. Fotos: Vanessa Schneider
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Es ist der Ort, an dem vor nicht einmal einem Monat eine dreifache Mutter erschossen wurde. Vor dem McDonald's in Marktrodach stehen Rennräder, Rucksäcke liegen auf dem Gehweg. Zwei Kleinbusse des Weißen Rings sind vor dem Gebäude geparkt. Der Wagen der Müllabfuhr piept. Im Schnellrestaurant sitzen 19 Männer und zwei Frauen in hellblauer Radler- Montur.

Der Himmel ist grau, immer wieder regnet es. Das Wetter ist nicht gerade ideal, um durch ganz Deutschland eine Radtour zu machen. Doch es ist schließlich auch keine gewöhnliche Tour. Die Gruppe besteht aus Polizisten aus Hamburg, die sich in ihrer Freizeit für den Weißen Ring engagieren.


Ein Zeichen gegen Gewalt

Seit fünf Tagen sind sie unterwegs. In Marktrodach machen die Sportler Rast, aber nicht nur um sich zu erholen. Sie wollen ein Zeichen setzen gegen Gewalt und Kriminalität.

Es herrscht Alltag am Schnellrestaurant. Kaffee, Burger und Pommes werden hinausgetragen. Am Eingang des Parkplatzes stehen drei kleine, rote Kerzen am Rande einer Parklücke. Sie fallen kaum auf. Immer wieder wollen Gäste daneben parken. Ein Polizist winkt sie weiter.

Die Hamburger erzählen derweil von ihrer Tour. "Wir sitzen sechs bis sieben Stunden im Sattel", sagt Heino Vahldieck, der Pressesprecher der Gruppe. Anfang des Jahres haben sie von dem Projekt erfahren, und schnell haben sich Freiwillige gefunden, die sich für Kriminalitätsopfer stark machen wollen. In Hamburg gibt es bereits seit 2008 eine Radsportteam mit 80 Mitgliedern, die als Botschafter für den Weißen Ring unterwegs sind. Die Radler sind zwischen 34 und 58 Jahre alt. Sie setzen für den guten Zweck eine Woche ihres Jahresurlaubs ein.
Bei dieser Tour gibt es acht Etappen, die sie durch fünf Bundesländer von Hamburg bis nach München führen "Das sind etwa 1000 Kilometer", sagt Vahl dieck, der noch vor zwei Jahren als Innensenator in Hamburg tätig war. Er selbst ist das erste Mal mit dabei. "Der Harz und Thüringen sind kein Flachland. Das sind wir nicht gewohnt", beschreibt er die Schwierigkeiten der Strecke. Doch die Gruppe halte zusammen. "Alle sind solidarisch. Es wird nicht gezickt und nicht gejault."

Kurz vor 12.30 Uhr versammeln sich die Polizisten an der Parklücke, wo sich der schreckliche Vorfall ereignet hat. Auch die Angehörigen sowie die Bürgermeister aus Nordhalben und Marktrodach sind da. Die Fröhlichkeit der Radler weicht. "Ich habe von dem Fall gehört in Hamburg", sagt Vahldieck in ernstem Ton. Er hat sich daran erinnert, als der Weiße Ring den Vorfall ansprach. "Es war uns ein Bedürfnis herzukommen. Wir sind in Gedanken bei den Opfern. Ein solches Schicksal soll anderen erspart bleiben."

Alfons Hrubesch, Außenstellenleiter des Weißen Rings, ergreift das Wort. Er schildert kurz, was am 24. August an dieser Stelle geschah und weshalb, die Polizisten nach Marktrodach gekommen sind. Dann spricht er von den Opfern. "Bei jeder Straftat bleibt eine Vielzahl an Opfern." Kinder, Geschwister, Eltern, Freunde - die Liste ist lang. Die Polizisten und Bürgermeister legen zusammen mit Hrubesch Blumen nieder und halten für einen Moment inne.


Spendenaufruf

Der Weiße Ring sammelt für die Angehörigen der dreifachen Mutter Spenden:

Spendenkonto: 343434, BLZ: 550 700 40, Deutsche Bank Mainz: "Opferfall Viola".
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