Ludwigsstadt
Vereinstreffen

Neues bürgerschaftliches Engagement gefragt

"In Zukunft will ich mit Ihnen noch intensiver im Kontakt stehen", so Bürgermeister Ehrhardt bei einem Treffen der Ludwigsstädter Vereine.
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Roland Fehn und Kathrin Weißerth von der Polizeiinspektion Ludwigsstadt beim Vereinstreffen.privat
Roland Fehn und Kathrin Weißerth von der Polizeiinspektion Ludwigsstadt beim Vereinstreffen.privat
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"Ich wünsche mir Ihre Rückmeldungen zu anstehenden Themen und Orientierungen der Stadt und gleichzeitig möchte ich von Ihnen wissen, wo der Schuh drückt", eröffnete Bürgermeister Timo Ehrhardt das Treffen der Ludwigsstädter Vereine. 45 Personen waren gekommen, Vertretungen von 35 Vereinen. Etwa 80 Vereine prägen derzeit das Stadt- und Ortsteilleben in Ludwigsstadt.

"Jugendschutz bei Veranstaltungen" ist für alle Vereine ein Thema mit wachsenden Herausforderungen. Roland Fehn und Kathrin Weißerth von der Polizeiinspektion Ludwigsstadt standen den Vereinen zu Beginn des Abends mit Tipps und Informationen Rede und Antwort. Im zweiten Teil wurde über das Modellprojekt "Aktive Bürgerschaft" (Caritasverband für den Landkreis) informiert. Projektleiterin Claudia Ringhoff unterstützt Ludwigsstadt beim Thema "Migration und Integration": "Die Stadt macht sich auf den Weg zu erfinden, mit welchen Maßnahmen, Dienstleistungen und Rahmenbedingungen ,Heimatfinden‘ und ,Dableiben‘ für Zugezogene aus dem Ausland und Einheimische gelingen kann. Hier soll neues bürgerschaftliches Engagement angezündet werden, das auch aus den Flüchtlingsfamilien selbst kommen darf."
Karin Weber, Flüchtlingsbeauftragte der Stadt, sprach über ihre Erfahrungen und die Vielschichtigkeit und Fülle der Aufgaben für die ehrenamtlichen Familienpaten und die Stadt mit ihren Dienstleistungen. "Hier muss viel geleistet werden und wir können hier jede Menge mehr Unterstützer brauchen."
Die Vereine waren bei diesem Treffen angefragt, wie sich das Thema "Integration" bei ihnen zeigt, wo es gelingt, was schwierig ist, aber auch wo sie Chancen für die eigene Organisation sehen. Hier gab es positive Erfahrungen zu berichten, aber auch Ernüchterung durch plötzliche Verlegungen von Flüchtlingen und Wegzug, um Arbeit zu finden oder um Familienangehörigen näher zu sein.
Gleichzeitig diente die Versammlung als Auftakt für eine generelle Befragung zum bürgerschaftlichen Engagement in der Stadt mit Ortsteilen.
Analog zum Projekt "Engagierte Stadt Kronach" wurde Mitte November ein Fragebogen an rund 110 Vereine und Engagement-Organisationen in Ludwigsstadt verschickt, in der Zahlen, Daten aber auch Wünsche und Bedenken rund um das Thema, ergänzt mit Fragen zur Integration von Migranten und Flüchtlingen rückgemeldet werden sollen. "Wir können weder im Landkreis noch in den einzelnen Kommunen sichere Aussagen machen, welches Potenzial im Bereich Ehrenamt derzeit zur Verfügung steht", so Claudia Ringhoff. "Eine Ersterhebung kann hier Ausgangs- und Vergleichsdaten liefern für weitere Maßnahmen zur Stärkung der Vereine und des Ehrenamts vor Ort." Die Befragung wurde durch die finanzielle Unterstützung des Bundesprogramms "Demokratie leben" im Landkreis Kronach, gefördert über das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, noch in diesem Jahr umsetzbar.
Die Vereinsvertretungen waren zunächst skeptisch, ob eine Befragung wirklich Veränderungen erzielen könne. Bürgermeister Timo Ehrhardt betonte seine Bereitschaft, Veränderbares auch in die Hand zu nehmen: "Es ist eine Art Testlauf. Wenn hier neue Erkenntnisse erzielt werden, werden wir daran auch ansetzen und Neuerungen anschieben. Mir ist es ein Anliegen, dass wir in Zukunft noch stärker zusammenwirken und dass unsere Vereine als Herzstück unserer Stadt gestärkt werden." Bei Imbiss und Getränken standen die Vereinsvorsitzenden noch lange zusammen, das Gehörte zu diskutieren, Erfahrungen auszutauschen und das Miteinander zu pflegen.
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