Ich willige einX

Diese Website verwendet das Besucheraktions-Pixel von Facebook für statistische Zwecke. Mit einem Cookie kann so nachvollzogen werden, wie unser Marketing auf Facebook wirkt und wie wir es verbessern können. Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihr Einverständnis hierzu erteilen. Eine genaue Beschreibung zum „Besucheraktions-Pixel“, zu Cookies im Allgemeinen und Ihrem Widerspruchsrecht, das Sie jederzeit ausüben können, steht Ihnen in unserer Datenschutzerklärung unter hier zur Verfügung.

Stadtrat

Neue Nutzung für das Diska-Gebäude?

Die "Seniorengemeinschaft Kronach Stadt und Land" plant, aus dem ehemaligen Supermarkt eine Begegnungsstätte zu machen.
Loring Sittler (links) und Bianca Fischer-Kilian von der "Seniorengemeinschaft Kronach Stadt und Land" warfen bereits einen ersten Blick in den ehemaligen Supermarkt in der Rodacher Straße. Sie hoffen, dass an gleicher Stelle zukünftig eine Begegnungsstätte zu finden ist. Foto: Franziska Rieger
 
von MARIAN HAMACHER
Jonas Geissler wird ein Genosse - was jetzt freilich nicht heißen soll, dass der Fraktionsvorsitzende der CSU im Kronacher Stadtrat plötzlich die Seiten wechselt und künftig in den Reihen der Sozialdemokraten zu finden ist. In der gestrigen Stadtratssitzung erklärte Geißler vielmehr, Bianca Fischer-Kilian symbolisch eine Absichtserklärung mitgeben zu wollen, auf der steht, dass er einen Genossenschaftsanteil erwerben will, um sich so an einem bürgerschaftlichen Begegnungszentrum zu beteiligen. "Es gibt viele Menschen, die etwas für die Stadt machen und bewegen. Mit dem, was Sie mit der Seniorengemeinschaft angestoßen haben, haben Sie die Welt verändert", sagte Geissler in Richtung der sichtlich gerührten Vorsitzenden der "Seniorengemeinschaft Kronach Stadt und Land".

Zuvor hatte sie vor dem Gremium ausgeführt, was sie mit einem möglichen Begegnungszentrum bezweckt. Denn zurück gehe die Idee auf die monatlichen Versammlungen, die die Seniorengemeinschaft im Schützenhaus veranstaltet. "Das haben wir initiiert, damit sich ältere Menschen, die nicht mehr so oft vor die Tür kommen, austauschen können", erklärte sie. "Inzwischen kommen über 100 Leute zusammen und der Saal platzt aus allen Nähten."


Ein Treffpunkt für alle

Einen Ort, an dem Menschen auch unter der Woche regelmäßig zusammenkommen sollen, hat die Seniorengemeinschaft bereits gefunden: das ehemalige Diska-Gebäude in der Rodacher Straße. "Dort sollen sie dann Leute finden, mit denen sie sich unterhalten können", so Fischer-Kilian. Es solle aber ein Treffpunkt für alle sein. Denn genutzt werden soll es nur unter der Woche. Am Wochenende oder abends auch für andere Veranstaltungen, die andere Altersgruppen ansprechen. "Außerdem könnten Jugendliche dort bewirten", sagte sie. "So entstehen vielleicht neue Modelle." Daher solle es auch nicht als Angelegenheit der Seniorengemeinschaft gesehen werden.


Umbau oder sogar Neubau

Das dürfte auch finanziell von Vorteil sein, da die Stadt seit 2009 keine Vereine mehr finanziell unterstützt. Doch genau darauf hofft die Seniorengemeinschaft. Schließlich sind umfangreiche Umbauarbeiten an dem Gebäude erforderlich, es könnte sogar sein, dass es abgerissen und komplett neu gebaut werden muss.

Ungefähr 1,5 Millionen Euro müssen wohl in den Umbau sowie die Finanzierung der Einrichtung gesteckt werden, rechnete Loring Sittler vor, der die Seniorengemeinschaft ehrenamtlich berät. Er plädiert daher dafür, die bereits erwähnte Genossenschaft zu gründen. So könnten sich nicht nur viele Einzelpersonen an dem Projekt beteiligen, sondern unter anderem auch die Stadt. "Wir werden im Rahmen des demografischen Wandels einen enormen Anstieg der Alten haben", erklärte er. "Das Hauptproblem wird dann die Vereinsamung werden."

Er ist überzeugt, dass es eine kommunale Pflichtaufgabe sei, zu gewährleisten, dass Menschen nicht vereinsamen. Mit einem Begegnungszentrum könne die Stadt die Bedingungen für eine Selbsthilfe ermöglichen. Die deutsche Fernsehlotterie habe ihm bereits einen sechstelligen Betrag in Aussicht gestellt. "Um ein tragfähiges Modell zu werden, brauchen wir eine starke Anschubphase", so Sittler. Die Stadt könnte einen Teil der ersten Kosten mit decken. "Wir stehen am Anfang eines Marathonlaufs. Die ersten 100 Meter haben wir hinter uns, doch die restlichen Kilometer müssen wir noch laufen."

Die CSU will dabei helfen. "Das Projekt ist riesig, aber ich denke, dass es am Ende stemmbar sein wird", sagte Geissler. Für Michael Zwingmann (FW) ist die Seniorengemeinschaft eine Erfolgsstory. "Auch wir sind überzeugt und werden dem Beschluss zustimmen", erklärte er für die Freien Wähler. "Wir müssen natürlich noch die Kosten abwägen. Aber wenn das Konzept vorliegt, werden Sie es mit Zahlen ja noch mal untermauern."

Hans Simon zollte der Gemeinschaft im Namen der SPD "Respekt und Anerkennung". Der vorliegende Beschluss sei eindeutig und nachvollziehbar. "Uns fehlt nur noch ein ganz konkretes Konzept zur Finanzierung und zum späteren Unterhalt."


Rechtsaufsicht soll nun prüfen

Den demografischen Wandel griff auch Martina Zwosta (Frauenliste) auf. "Wir werden alle älter, daher wird das Thema immer wichtiger", sagte sie. Zwar stehe die Frauenliste dem Projekt wohlwollend gegenüber, die Finanzierung müsse aber genau geprüft werden. "Es wäre schade, wenn es dadurch scheitern würde."

Der Stadtrat sicherte schließlich seine grundsätzliche Unterstützung zu. Um eine konkrete Beteiligung der Stadt prüfen zu können, müsse jedoch ein Finanzierungsplan für die Investitionen sowie eine Aussage zur Deckung der langfristigen Unterhaltskosten vorgelegt werden. Die Verwaltung beauftragte er damit, die Unterlagen an die Rechtsaufsicht weiterzugeben. Dort soll geprüft werden, ob sich die Stadt finanziell beteiligen darf - sei es durch eine Investition oder durch die Übernahme von Teilen der Unterhaltskosten.

Sitzmöbel für Platz an der Kronach-Allee

Das Kronacher "Mädchen Cafe", in dem sich regelmäßig Schülerinnen zwischen zwölf und 16 Jahren treffen, hat sich mit der Gestaltung des öffentlichen Raums beschäftigt. Die jungen Besucherinnen wählten den freien Platz an der Kronach-Allee zu ihrem Lieblingsplatz in der Kreisstadt und wünschten sich, dass die Fläche nach ihren Vorstellungen gestaltet wird - etwa mit modernen Sitzmöglichkeiten oder einem Trampolin.

Der Stadtrat beschloss nun als erste Maßnahme, ansprechende Möbel aufzustellen. Um auch andere Ideen umsetzen zu können, soll ein Vorschlag mit einer Kostenschätzung erarbeitet werden. Diese soll dem Stadtrat dann erneut vorgelegt werden.

Fitness-Geräte für LGS-Gelände rücken etwas näher

Die Chancen, dass das Kronacher Landesgartenschau-Gelände künftig gleich an zwei Stellen Outdoor-Fitness-Geräte erhält, sind gestiegen. Während das Aktionsbündnis "Familienfreundliches Kronach" einen Fitness-Parcours für die südlichen Wiesenflächen bei der Skateranlage plant (wir berichteten), stellte der Lions Club "Festung Rosenberg" am Montag im Stadtrat den Antrag, fünf solcher Geräte auch in der Nähe des Gottschalkgartens aufstellen zu dürfen.

Beide Anträge nahm der Stadtrat zur Kenntnis, erklärte aber einstimmig seine generelle Unterstützung der beiden Projekte. Bevor beide Maßnahmen irgendwann umgesetzt werden, müssen der Stadt aber noch offene Punkte wie der Hochwasserschutz oder der allgemeine Unterhalt gegenüber den Grundstückseigentümern vertraglich vorgelegt werden. Außerdem müsse im Vorfeld erst noch ein Finanzierungsplan vorgelegt werden.
Das Aktionsbündnis möchte seinen Parcours mit Fördermitteln und privaten Geldern finanzieren. Dafür erhielt es am Montag vom Rat die Erlaubnis, dafür eine Marketing-Aktion starten zu dürfen. Der Lions Club ist bereit, eine fünfstellige Summe für ihre fünf Fitness-Geräte in die Hand zu nehmen. Diese bräuchten jedoch ein stabiles Fundament - welches der städtische Bauhof legen könnte, schlug der Lions Club vor. Sofern dafür nicht zu hohe Kosten anfallen, kann sich der Stadtrat dies auch vorstellen.

Die Kosten könnten auch in kommenden Sitzungen noch einmal eine Rolle spielen. "Das Gelände ist über 15 Jahre nach der Landesgartenschau in einem Zustand, in dem wir Geld reinstecken müssen, um es für Zukunft aufzustellen", war etwa der CSU-Fraktionsvorsitzende Jonas Geißler überzeugt.


Beleuchtung kann Thema werden

Gewisse Teilbereiche würden mit dem Beachvolleyballfeld, dem Spielplatz oder möglichen Floßfahrten schon abgedeckt, letztlich müsse das gesamte Gebiet aber aufgewertet werden. "Im hinteren Bereich haben wir zu wenig." Daher solle auch dieser "aktiviert" werden. "Wenn wir langfristig einen Park schaffen wollen, müssen wir Geld in die Hand nehmen - und das sind nicht nur 10 000 oder 15 000 Euro", sagte Geissler.

Martina Zwosta von der Frauenliste sah dies genauso. "Es muss uns etwas Wert sein, dass Kronach attraktiv wird", sagte sie. Von älteren Menschen habe sie bereits mitgeteilt bekommen, dass sich diese Sportgeräte im vorderen Teil des LGS-Geländes wünschen würden. "Auch an der Beleuchtung muss etwas getan werden."
Die war auch Michael Zwingmann (FW) wichtig. Er schlug vor, das Thema unter der Überschrift "Entwicklung LGS-Gelände" in einer der kommenden Sitzungen aufzunehmen. Die beiden vorgestellten Projekte seien zu unterstützen. "Es ist gut, wenn man es belebt", erklärte er. Die SPD zeigte sich für die Projekte ebenfalls offen. Im hinteren Teil des Geländes müsse man jedoch aufpassen, "dass es finanzierbar und erhaltbar bleibt", so Marina Schmitt.

Peter Witton (Grüne) fragte an, ob zusätzlich zu den Geräten, die er begrüße, nicht auch eine Tischtennisplatte aufgestellt werden könnte. Das sei aber etwas problematisch, erklärte Stadtwerkeleiter Peter Maaß. Unter anderem spiele die Lautstärke eine Rolle. Denn die könnte Anwohner stören.

zum Thema "Stadtrat Kronach"

Newsletter kostenlos abonnieren


noch Zeichen



Bitte melden Sie sich an, um kommentieren zu können:

Sie sind noch nicht registriert? Bitte hier registrieren.