Nordhalben
Marktgemeinderat

"Mitfahrerbank" als Ei des Kolumbus?

Die Räte diskutierten über ein mögliches neues Verkehrskonzept. Die Wasser- und Abwassergebühren werden angehoben.
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Kommt eine "Mitfahrerbank"? Sie soll Bürgern die Möglichkeit zu geben, auch dorthin zu gelangen, wo keine oder nur wenige Nahverkehrslinien verkehren. Symbolbild: Marian Hamacher
Kommt eine "Mitfahrerbank"? Sie soll Bürgern die Möglichkeit zu geben, auch dorthin zu gelangen, wo keine oder nur wenige Nahverkehrslinien verkehren. Symbolbild: Marian Hamacher
Infos aus der Steuerungsgruppe Oberes Rodachtal, Mitfahrerbank und Wassergebühren waren Themen der Marktgemeinderatssitzung.

Steuerungsgruppe Oberes Rodachtal: MGR Horst Wolf genannt Schmidt (FW) berichtete aus den letzten Sitzungen der Steuerungsgruppe Ort. Die Vernetzung im Oberen Rodachtal sei enorm wichtig und er regte an, die Bürgermeister aus Steinwiesen und Wallenfels auch zu den Sitzungen der Steuerungsgruppe Nordhalben einzuladen.
Bei den Sitzungen wurden die Themen Ausbildungsmesse (Ergebnisse, Organisation, weiteres Vorgehen), Rodachtaler, Tourismus (hier gibt es seit 1. August eine Fachkraft) sowie die Kooperation im Oberen Rodachtal angesprochen. Jens Korn (Wallenfels) war stolz auf die neuen Lichteffekte an der Kirchenmauer und Horst Wolf meinte, dies könne man auch in Nordhalben einbringen, es gebe hier genug Möglichkeiten und einige Lichtkonzepte seien ja bereits vorhanden. Beim ImmobilienOrt haben sich seit Mai 2015 vermehrt private Besitzer bei der Städtebauförderung eingebracht. Auch in Nordhalben werden im Rahmen der Nordostinitiative erste Projekte entstehen. Man sollte 2018 bei der Städtebauförderung im Oberen Rodachtal und bei der Förderinitiative von Steinwiesen und Wallenfels mitmachen. Als gutes Beispiel von Stadt- und Bürgerinitiative nannte Wolf die Machbarkeitsstudie Marktplatz von Wallenfels, bei der mehrere Büros beteiligt waren und die Bürger miteinbezogen wurden. Das Projekt wurde von der oberfränkischen Regierungspräsidentin gelobt, es habe ein großes Spektrum an Möglichkeiten gezeigt und die Bürger wurden gleich mit eingebunden.


Machbarkeitsstudie

Auch in Nordhalben gebe es solche Plätze und Ecken, die durch solche Studien erschlossen werden könnten. In Steinwiesen läuft eine Machbarkeitsstudie für die Kulturhalle und für ein Projekt "in der Heimat wohnen". Dies wäre sicher auch für Nordhalben interessant, um den Leerstand einerseits zu beseitigen und andererseits Wohnraum für Senioren zu schaffen. "Eine Kooperation im Oberen Rodachtal ist ein Gewinn für unsere drei Kommunen", bekräftigte Horst Wolf.

Mitfahrerbank: Von Bürgermeister Michael Pöhnlein (FW) wurde eine sogenannte Mitfahrerbank angesprochen, um den Bürgern die Möglichkeit zu geben, auch dorthin zu gelangen, wo keine oder nur wenige Nahverkehrslinien verkehren. In Richtung Kronach ist dies nicht notwendig, aber Richtung Hof, Bad Steben, Bad Lobenstein oder Teuschnitz und Tettau sind die Buslinien dürftig.
Autofahrer, die Mitfahrer mitnehmen würden, könnten sich im Rathaus registrieren lassen und wären eventuell mit einem Zeichen am Auto zu erkennen. Bei der Bank könnte dann ein Schild stehen, wohin man mitgenommen werden kann, möglicherweise ließe sich hier mit Zeigern arbeiten. "Ich habe mich schon in anderen Orten umgesehen und es kann wirklich gut klappen", sagte Pöhnlein.
Für Hans Blinzler (CSU) warf das Konzept schon einige Fragen auf. Wie ist es mit der Haftung und wie sieht es da rechtlich aus? Vor allem soll nicht gegen das Mobilitätskonzept gearbeitet werden, das ja irgendwann sicher kommen werde. Für die Strecken nach Heinersberg oder Geroldsgrün wäre es aber sehr nützlich. Über die Haftung müsse man sich keine Gedanken machen, die decke die Kfz-Haftpflicht ab, konnte Sven Schuster vermelden. Man werde sich hier bei konkreten Planungen noch bei den Versicherungsunternehmen absichern.
Ludwig Pötzinger (FW) sah keine Konkurrenz zum bestehenden Nahverkehr, es solle ja keine Konkurrenz, sondern eine Ergänzung sein und relativ schnell ohne großen Aufwand umsetzbar. Bürgermeister Michael Pöhnlein meinte, man solle sich Gedanken über die Strecken machen, die nicht bedient werden, und mit dem Landratsamt reden, ob die Mitfahrerbank nicht irgendwie ins Konzept des Landkreises einzuarbeiten wäre.

Wasser- und Abwassergebühren: Nach einer Sitzung mit Dieter Meixner vom bayerischen kommunalen Prüfungsverband wurde beschlossen, die Wasser- und Abwassergebühren anzupassen. Es sollte eine moderate und sozial verträgliche Lösung gefunden werden. Für Ludwig Pötzinger war die Erhöhung unumgänglich, da es große Probleme mit der Wasserversorgung gab und viel investiert werden muss. Es sind 600 000 Euro eingestellt, um diese Investitionen zu bewältigen. Es sei sehr wichtig, dass die eigenen Quellen so schnell wie möglich ans Netz gehen, denn je eher eigenes Wasser genutzt werden kann, desto besser für die Preiskalkulation.
Manfred Köstner (CSU) meinte, dass man mit der Kalkulation an der untersten Grenze sei und man in Zukunft aufpassen müsse. Bei der Nachkalkulation nach zwölf Monaten muss die Möglichkeit gegeben sein, zu reagieren. Er fragte, ob eine Einsparung von 35 bis 40 Cent beim Kubikmeter realistisch sei. Pöhnlein bestätigte, dass die Daten der eigenen Quellen vom Wassermeister vorgegeben und bereits mit eingeflossen seien. Der Wasserpreis pro Kubikmeter wurde nun einstimmig auf 2,99 Euro festgelegt (alt 2,78). Beim Abwasser sieht es ähnlich aus. Ludwig Pötzinger erklärte, dass hier die Kosten von 1,4 Millionen Euro an Investitionen in die Kalkulation mit eingeflossen seien. Es bestehe großer Nachholbedarf mit dem RÜB, den maroden Leitungen usw.
Das Abwassersplitting mache das Abwasser nicht teurer, sondern komme denen zugute, die versickern lassen und versiegelte Flächen öffnen. Für Manfred Köstner ist es deshalb eine moderate Preissteigerung, da bereits vor vier Jahren erhöht wurde und Kosten für das RÜB eingerechnet worden seien. Pöhnlein betonte, dass das ganze Wasser, das nicht versickere, in die Kläranlage laufe und hohe Kosten verursache. Der Preis für das Abwasser wurde einstimmig auf 2,47 Euro pro Kubikmeter festgelegt (alt 2,40 Euro), die Splittinggebühren (Niederschlagswassergebühren) für versiegelte Grundstücksflächen bleiben bei 22 Cent pro Quadratmeter.


Informationen des Bürgermeisters


Künstlerhaus Bürgermeister Michael Pöhnlein (FW) gab bekannt, dass die Einweihung des Künstlerhauses am Samstag, 19. August, um 17 Uhr stattfindet, anschließend Einkehr bei der Siedlerkerwa.

Haushalt Pöhnlein konnte berichten, dass der Haushalt 2017 genehmigungsfrei ist.

Ganztagsschule Ab dem Schuljahr 2017/2018 wird die Grundschule Nordhalben auch als Ganztagsschule geführt. Das Angebot hier wurde erweitert und macht die Schule noch attraktiver.

Filmstadt
Nordhalben wird Filmstadt - ab Oktober finden in Nordhalben Dreharbeiten zu dem Film "Der Ballon" statt, für den Produzent und Regisseur Michael "Bully" Herbig bereits einige Male im Ort war, um sich Drehorte anzusehen. Für Bürgermeister Pöhnlein ist dies eine gute Werbung für Nordhalben.

2016 Die Jahresrechnung 2016 schloss mit einem Verwaltungshaushalt von 3 713 114 Euro in Einnahmen und Ausgaben und beim Vermögenshaushalt mit 1 896 274 Euro in Einnahmen und Ausgaben. sd
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