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interview

Mit dem Fahrrad von Frankfurt nach Kronach: "Ich habe mir einen Traum erfüllt"

Der gebürtige Kronacher Alexander Kallasch hat drei anstrengende Tage hinter sich: 440 Kilometer legte er auf dem Rad zurück - extra fürs Freischießen.
Mit 440 Rad-Kilometern in den Beinen kam Alexander Kallasch am Donnerstag nach drei Tagen Fahrt in Kronach an. Foto: Marian Hamacher
 
von MARIAN HAMACHER
Schon seit 17 Jahren wohnt Alexander Kallasch nicht mehr in Kronach - zum Freischießen kehrt der 46-jährige Projektleiter in der Tourismus-Branche jedoch regelmäßig in die Heimat zurück. Dieses Jahr fiel die Anreise allerdings etwas anders aus als sonst: Mit dem Fahrrad machte sich der Hobby-Triathlet auf die 440 Kilometer von seinem Wohnsitz Frankfurt am Main in die Kreisstadt - in der empfingen ihn Familie und Freunde gleich mit einem Krug Bier. Denn das Volksfest hat es ihm angetan. Was es ihm bedeutet, erklärt er im Interview.

Wie kommt man auf so eine Idee?

Alexander Kallasch: Das war ein schon lang gehegter Traum. Nachdem ich im Jahr 2000 nach Frankfurt am Main gezogen bin, kam mir der Gedanke erstmals in den Sinn. Denn wenn man mit dem Auto fährt, sieht man ja auch oft den Main und denkt: "Von Frankfurt nach Kronach sind es 300 bis 320 Kilometer. Das kriegt man mit ein bisschen Training vielleicht mit dem Fahrrad hin."

Das klingt, als würde gleich ein "aber" folgen...

Genau. Aber ich habe dann gemerkt, dass der Main ja auch zwei oder drei größere Schlaufen macht. Wenn man den Main-Radweg fährt, sind das dann nicht mehr 320, sondern plötzlich 440 Kilometer. Nachdem ich sportlich aber relativ gut drauf bin, habe ich mit dieses Jahr gedacht: "Ich werde nicht jünger, dieses Jahr mache ich es." Und jetzt stehe ich hier und habe mir heute meinen Lebenstraum erfüllt.

Sie bestreiten seit 2013 Triathlons. Die dort gesammelte Erfahrung hat bestimmt geholfen.

Auf jeden Fall. Allerdings hatte ich vergangenen Sonntag noch eine Halbdistanz in Frankfurt gefinisht und nur einen Tag Ruhepause. Daher wusste ich jetzt nicht, ob die Beine auch fit genug für so ein Projekt sind. Ich hatte ein bisschen Pech mit einem Wespenstich, einem Plattfuß und einer gebrochenen Gepäckträgeraufhängung. Aber das ist alles eine Kopfsache.

Wie haben Sie sich die Strecke aufgeteilt?

Insgesamt war ich drei Tag lang unterwegs. Los ging es am Dienstagmorgen um 8 Uhr mit den 170 Kilometern von Frankfurt nach Lohr am Main. Da habe ich ungefähr sieben Stunden für gebraucht. Die zweite Etappe von Lohr nach Haßfurt hatte ungefähr die gleiche Distanz und dauerte auch ähnlich lange. Am Donnerstag habe ich für die fehlenden rund 100 Kilometer von Haßfurt nach Kronach dann knapp fünf Stunden benötigt.

Gab es während der Fahrt Momente, in denen Sie sich dachten, dass das alles vielleicht doch so keine gute Idee war?

Es gibt ab Kilometer 120 oder 140 immer so einen Punkt, an dem man sich denkt, ob man nicht ein bis zwei Etappenstationen mit der Bahn fahren soll. Schließlich fährt man fast immer parallel zu den Gleisen. Aber so schnell einem solche Gedanken in den Kopf kommen, so schnell verschwinden sie auch wieder. Trotzdem: Wenn man die Tour alleine fährt, fühlt sich jeder kleine Berg an wie der Festungsberg. Ich hatte mir das alles aber so gewünscht und die Lorbeeren bekommt man, wenn man auf das Landesgartenschaugelände kommt. Da fährt man dann immer näher auf die Festung zu. Ein tolles Gefühl.

Solche Strapazen nimmt man nicht ohne Grund auf sich. Was bedeutet Ihnen das Freischießen?

Es ist für mich eines der schönsten Volksfeste - nicht nur in der Region, sondern generell. Einfach, weil es seinen authentischen Charakter behalten hat. Das bekommt man auch immer wieder von vielen auswärtigen und internationalen Gästen zu hören. Leute, die in Kronach aufgewachsen sind und mittlerweile nicht mehr hier wohnen, kommen nicht an Weihnachten nach Hause, sondern lieber zum Freischießen. Es hat seine ganz eigene Atmosphäre und die Nächte sind unvorhersehbar.

Wie sieht das Programm für die kommenden Tage aus?

Ich werde auf jeden Fall das erste Wochenende da sein. Kommende Woche klinke ich mich dann für zwei, drei Tage aus, weil ich in Dresden und Potsdam beruflich zu tun habe. Am zweiten Wochenende werde ich dann aber noch mal alle Kräfte sammeln und Vollgas geben.

Und wie geht es wieder Frankfurt? Erneut mit dem Rad?

Ganz klar: Nein! (lacht) Wie das Fahrrad nach Frankfurt kommt, weiß ich noch nicht. Es wird aber definitiv nicht von mir gefahren.

zum Thema "Kronacher Freischießen"

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