Glosberg

Menschen für Orgel begeistern

Sebastian Rauer ist eigentlich Lkw-Fahrer. Nebenbei spielt er in Gottesdiensten die Orgel.
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Für Sebastian Rauer, hier an der Orgel in Neukenroth, ist es eine große Freude, zur Ehre Gottes die Gottesdienste an der Orgel mit Klang zu erfüllen. Foto: K.- H. Hofmann
Für Sebastian Rauer, hier an der Orgel in Neukenroth, ist es eine große Freude, zur Ehre Gottes die Gottesdienste an der Orgel mit Klang zu erfüllen. Foto: K.- H. Hofmann
Da die Not immer größer wird, Termine besetzen zu können, findet nun in Glosberg ein "Orgelschnuppern" statt.
Orgelspieler für den Gottesdienst sind allgemein Mangelware. In der Pfarrei Mariä Geburt Glosberg findet daher am Freitag, 9. Februar, um 18 Uhr in der Wallfahrtskirche Mariä Geburt Glosberg ein "Orgelschnuppern" statt. Zu diesem Orgelschnuppern sind alle am Orgelspiel interessierten jungen wie älteren Menschen eingeladen.
Georg Hagel, Regionalkantor und Basilika-Organist von Vierzehnheiligen, wird die Orgel in der Wallfahrtskirche Glosberg erklären. Er wird dabei auch über Ausbildungsmöglichkeiten zum nebenberuflichen Kirchenmusiker im Erzbistum Bamberg informieren. Selbstverständlich besteht die Möglichkeit zum Selbstspielen an der großen Orgel in der Glosberger Wallfahrtskirche und somit die 1594 Pfeifen mit 23 Registern in ihrem mächtigen Klang ertönen zu lassen.
Die längste Orgelpfeife ist 5,80 Meter hoch, während die kleinste Pfeife gerade einmal 14 Millimeter hoch ragt. Pfarrer Hans-Michael Dinkel von der Pfarrei St. Katharina Neukenroth sieht für die Zukunft einen großen Notstand, was die Kirchenmusik anbetrifft. "Die Kirchen werden sich darauf einstellen müssen, künftig öfters den Gottesdienst ohne Orgelmusik zu feiern", sagt der Pfarrer.
In manchen Gemeinden ist kein eigener Organist mehr vor Ort. Vorbei sind die Zeiten, in denen früher noch der Lehrer stets präsent war und die Orgel spielte. Da heutzutage Organisten meist auch noch in mehreren Kirchen die Orgel spielen, ist es für Pfarreien sehr kompliziert geworden, einen Orgeldienstplan zu erstellen.


Vor 25 Jahren begonnen

Dennoch gibt es noch Ausnahmen, wie den "spätberufenen" Sebastian Rauer, der von Beruf Lkw-Fahrer ist. Dementsprechend löst es mitunter großes Erstaunen aus, wenn ein Trucker als Organist in der Kirche aktiv ist. Er habe als Kind ein Keyboard mit Noten für Kinderlieder gehabt, aber schon damals versucht, Kirchenlieder zu spielen. "Vor circa 25 Jahren habe ich dann mit dem Orgelunterricht angefangen. Im Sommer 1995 spielte ich dann bei der Taufe meines Cousins zum ersten Mal vor der Gemeinde in Maria Glosberg", erzählt Sebastian Rauer.
Es folgte eine lange Pause, denn die turnusmäßig engagierten Organisten sahen es laut Rauer nicht gerne, wenn man "ihre" Orgel spielen wollte. "Erst als meine Tante Mesnerin in Neukenroth wurde, hat sie mich im Sommer 2016 wieder aktiviert. Seitdem betreue ich mit Rainer Endres die Pfarrei St. Katharina Neukenroth mit St. Johannes Haßlach und mit Michael Lutz die Pfarrei St. Wolfgang Stockheim. Für Glosberg, Reitsch und Haig werde ich zur Aushilfe gebucht." Seit März 2017 ist er zudem für die Herz-Jesu-Kirche in Pressig und St. Anna in Welitsch zuständig.
Rauer weist außerdem darauf hin, dass es für ihn ein wichtiger Termin sei, einmal im Monat das ökumenisch-politische Nachtgebet in der Alt-Katholischen Nikolauskapelle in Coburg zu begleiten. Da spielte er auch im Oktober 2016 vor dem thüringischen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow, sagt Rauer voller Stolz.
Jetzt bittet der 39-jährige Kronacher, der mit Leidenschaft als Organist aushilft, um rege Teilnahme am Orgelschnuppern. Wer Interesse an Orgelspielen hat, möge sich deshalb melden. Rauer möchte helfen, Menschen für das Königsinstrument zu begeistern.
Sebastian Rauer gibt gerne weitere Auskünfte unter Telefon 0177/7206782 oder per Mail: sebastian.rauer@outlook.de.
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