Steinwiesen
Konzert

"Magier der Violine" begeisterte

Michael Grube setzte mit seinen "Violinistischen Träumereien aus vier Jahrhunderten" in Steinwiesen musikalische Akzente der besonderen Art.
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Michael Grube war beim Spiel auf der  Violine mit allen Sinnen dabei und ging völlig in den Melodien auf. Es  war grandios.     Susanne Deuerling
Michael Grube war beim Spiel auf der Violine mit allen Sinnen dabei und ging völlig in den Melodien auf. Es war grandios.   Susanne Deuerling
 Eine Stecknadel wäre zu hören gewesen in der Pfarr- und Wallfahrtskirche "Mariae Geburt" und die Spannung der Konzertbesucher war knisternd in der Luft zu spüren. Und dann fing er zu spielen an, Michael Grube, der "Magier der Violine", wie er manchmal von der den Medien genannt wird. Auf seiner 350 Jahre alten Niccolo-Amati-Geige spielt er so virtuos, dass man alles rundum vergisst.
 Die Akustik in der über 540 Jahre alten Pfarrkirche, die der Gottesmutter Maria geweiht ist, ist überwältigend. Und deshalb kam der Klang der Violine aus dem Altarraum besonders gut zur Geltung.

Mit "Violinistischen Träumereien aus vier Jahrhunderten" bewegte Michael Grube die Zuhörer. Beginnend mit dem "Tanec", einem Höfischen Tanz in D-Dur von Johann Stamitz wurde schnell klar, welchen Starviolinist man vor sich hatte. Der Komponist Pietro Rovelli (1793 bis 1838) war in seinen Kompositionen oft seiner Zeit weit voraus. Davon zeugt das sehr gefühlvolle Stück "Caprice Nr. 8" in G-Dur. Von Rovelli wurde Niccolo Paganini (1782 - 1840) sehr beeinflusst und doch sind seine Kompositionen einzigartig. Das schnelle, teilweise provozierende und jubilierende "Caprice Nr. 17" in Es-Dur ist ein Beispiel dafür. Ein neueres Stück auf der Geige spielte Michael Grube mit "Eugenie", 2016 von Gerhard Track aus Wien komponiert. Dieser war lange Leiter der Wiener Sängerknaben und dirigierte alle berühmten Symphonieorchester der Welt.

Zwei Kompositionen für Violine solo bereicherten das Kirchenkonzert. "Gracefulness" op. 36/48 und "die Schwätzerin" op. 36/54 von Jacques F. Mazas (1782 bis 1849). Michael Grube spielt nicht nur grandios die Geige, er hat auch einen Vater, der viele Stücke geschrieben hat. So wie die Sonate Nr. 3 "Yanez-Sonate", ein Allegro-Impression-Adagio-Scherzando, von Max-Ludwig Grube (1925 - 1994).  Was wäre ein Violinkonzert ohne den Großmeister, ohne Johann Sebastian Bach. Die "Sonate Nr. 2 A-moll" (BMV 1003, Grave-Fuga-Andante-Allegro, ein kraftvoller Klang, gefolgt von einem lieblichen Klang, schallte lange durch das Gotteshaus und begeisterte die Zuhörer am Schluss zu stehenden Ovationen und donnernden Applaus.

Dies veranlasste den Künstler, als Zugabe die "Prelude Nr. 5" des belgischen Geigers und Komponisten Eugene-Auguste Ysaye (1858 bis 1931) zu spielen. Den Abschluss eines wirklich eindrucksvollen Konzerts bildeten die "Träumereien" von Robert Schumann, die 1838 als Klavierstück entstanden sind.  
Pfarrer Richard Reis hatte den grandiosen Geiger Michael Grube in der Pfarr- und Wallfahrtskirche "Mariae Geburt" willkommen geheißen. Das Kirchenkonzert rundete den Tag der offenen Kirchentür ab, der jedes Jahr in einer anderen Pfarrgemeinde des Seelsorgebereichs Oberes Rodachtal stattfindet. "Musik soll begeistern und bewegen. Dieses Konzert ist eine einzigartige Art der Musik", betonte Pfarrer Reis. Michael Grube wünschte sich, in diesem Gotteshaus zu spielen und der gute Besuch war ihm Gage genug. Der Erlös der freiwilligen Spenden kommt der Kirchenrenovierung zugute.
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