Am Mittwoch wurde der Erweiterungsbau offiziell seiner Bestimmung übergeben. Zwei Millionen Euro wurde in die Erweiterung der Reinraumflächen investiert, um somit unter anderem Platz für sieben weitere Produktionslinien schaffen zu können. Um diese bedienen zu können, wird am Standort Ludwigsstadt die Zahl der Mitarbeiter in der Reinraumfabrik von derzeit 105 um 34 erweitert. Insgesamt verdienen rund 280 Mitarbeiter ihren Lebensunterhalt bei der WOM in Ludwigsstadt.

Hergestellt werden in den Reinräumen Schlauchsets und Zubehörteile für die Minimal Invasive Chirurgie. Die Produktionsprozesse sind mit höchsten hygienischen Anforderungen verbunden. Es geht darum, die Mehrmal- und Einmalartikel für medizinische Geräte keimfrei zu produzieren.

Wie der Geschäftsführer Clemens Scholz erklärte, reichten die in 2014 neu geschaffenen Produktionsflächen nicht mehr aus. Deshalb entstanden jetzt zusätzliche Flächen für Schweißen, Spritzguss Endmontage sowie für die Lagerung von sterilen Produkten. Diese erhalten Kunden aus ganz Europa und Amerika.

Scholz nannte Zahlen, was die im Jahr 2014 fertiggestellte Reinraumfabrik betrifft. So wurden damals 300 000 Schlauchsets hergestellt, zwei Jahre später waren es 610 000, für 2017 sind 870 000 und für 2018 circa 1,2 Millionen Schlauchsets geplant.

Hinzu kommen spezielle Filterkomponenten, die für die Schlauchsets produziert werden. Die Produktion will man von 1,3 Millionen in 2017 auf 1,4 Millionen in 2018 steigern. Dazu kommen noch 600 000 Filtergehäuse aus Reichenbach. Seit dem Jahre 2013 habe das Unternehmen acht Millionen Euro in Ludwigsstadt investiert.

In diesem Zusammenhang wies Scholz auf die unbesetzten Stellen in den oberfränkischen Werken hin. Es werde schwer sein, 34 neue Mitarbeiter zu rekrutieren, zumal die WOM in der industriegeprägten Region einem Wettbewerb ausgesetzt sei. "Wir brauchen aber Mitarbeiter, um die Produktionsziele zu erreichen und um solche Investitionen finanzieren zu können!"

Deshalb, so erklärte Scholz, habe die WOM auch begonnen, aus dem europäischen Ausland Mitarbeiter zu gewinnen. "Wir machen das nicht um Geld zu sparen, sondern um offene Stellen zu besetzen." Er wies zudem darauf hin, dass die neue Muttergesellschaft - seit Sommer 2017 ist dies die amerikanische Firma Novanta/Massachusetts - diese Investitionen befürwortet und mitgetragen habe. Er bedankte sich bei allen, die zur gelungenen Erweiterung beigetragen haben. Sein Dank galt auch der Politik, die dieses Projekt unterstützten.

"Solche Investitionen erfreuen jede Kommune!", freute sich die Zweite Bürgermeisterin der Stadt Ludwigsstadt, Eva Jahn. Sie bedanke sich für die Standorttreue. Durch die Millionen Euro an Investitionen haben auch viele Bürger die Hoffnung, dass die WOM auf Dauer in der Stadt bleibt.

Landrat Klaus Löffler hob die Vielfalt des Landkreises Kronach hervor. Das stärkste Fundament sei die wirtschaftliche Basis. Auch er bedankte sich bei der Unternehmensführung. Anerkennende Worte fand er zudem für die Mitarbeiter. Er bezeichnete diese als wichtige Bausteine für den Erfolg der WOM.

Da in den Produktionsräumen der Reinraumfabrik strenge Vorschriften gelten, konnten sich die Gäste im Außenbereich einen Überblick über die Schlauchsets und Schlauchverbindungen sowie über verschiedene Filtergehäuse verschaffen. Clemens Scholz wies darauf hin, dass die WOM ab dem nächsten Jahr im "Cardiac Bereich" tätig werden will. Abschließend galt sein Dank galt den Mitarbeitern, den Nachbarn und den bauausführenden Firmen sowie Bürgermeister Timo Ehrhardt.

Die WOM ist seit rund 27 Jahren nun in Ludwigsstadt. Gestartet ist das Unternehmen mit 15 Mitarbeitern. Seit dem Jahre 2008 haben rund 60 junge Menschen ihre Ausbildung bei der IHK mit Erfolg beendet. Die WOM hat weitere Standorte in Berlin, Hong Kong und Orlando.