Ich willige einX

Diese Website verwendet das Besucheraktions-Pixel von Facebook für statistische Zwecke. Mit einem Cookie kann so nachvollzogen werden, wie unser Marketing auf Facebook wirkt und wie wir es verbessern können. Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihr Einverständnis hierzu erteilen. Eine genaue Beschreibung zum „Besucheraktions-Pixel“, zu Cookies im Allgemeinen und Ihrem Widerspruchsrecht, das Sie jederzeit ausüben können, steht Ihnen in unserer Datenschutzerklärung unter hier zur Verfügung.

Konzert

Kronacher Kammerorchester sorgt für wahren Hörgenuss

Das Kronacher Kammerorchester brilliert mit Werken von Vivaldi und Mozart und überlässt dann den Talenten der Sing- und Musikschule die Bühne.
Adeline Ebert interpretierte den Frühling aus Vivaldis Vier Jahreszeiten. Foto: Nicole Julien-Mann
 
Ein Wiedersehen mit alten Bekannten ruft oft widersprüchliche Gefühle hervor: Erkennt man sich noch? Wer hat sich wie verändert? So kann manch peinliche Situation entstehen. Beim Wiederhören von Klassik-Evergreens ist es ähnlich. Die Hörerschaft ist verwöhnt, im Internet sind stets die besten Aufnahmen der Topsolisten abrufbar. Insofern ist es durchaus ein Wagnis, Stücke auf das Programm zu setzen, die wirklich jeder kennt. Das Kronacher Kammerorchester war so mutig und bot Vivaldi und Mozart vom Feinsten.


Wahre Könner an den Instrumenten


Das Orchester ist glänzend besetzt mit wahren Könnern ihrer Instrumente. Alle agieren als fein abgestimmter Klangkörper, der die dynamischen Nuancen vom feinsten Pianissimo bis zum massivsten Forte prompt umsetzt, souverän geleitet von Monika Herr. So entfalten sich die Schönheit und Charakteristika der Stücke zu einem wahren Hörgenuss. Dazu tragen außerdem drei wunderbare Solisten an der Violine bei.

Adeline Ebert interpretiert den Frühling aus Vivaldis "Vier Jahreszeiten". Den Stürmen im ersten Satz folgt das Largo. Hier malt das Orchester wunderbar den klanglichen Hintergrund für die getragene Melodie der Solovioline. Im tänzerischen dritten Satz scheint der Frühling dann endlich auszuholen und die Geige lässt Mörikes berühmtes "blaues Band wieder flattern durch die Lüfte". Wunderbar gespielt von Adeline Ebert, musikalisch melodiös und virtuos angreifend, begleitet von einem Orchester, das sich in allen Sätzen als präziser und unterstützender Begleiter erweist.

Auf leisen Sohlen schleicht sich der Sommer an, delikat und zart gespielt vom Orchester und dem Solisten Johannes Enders. Der Spannungsbogen in diesem Stück wird bis zum Zerreißen gespannt, so abrupt sind die dynamischen Wechsel von fast unhörbar sanft bis brausend furios. Über Strecken führen Sologeige und Cello einen Dialog.


Sommerliches Wechselbad


Mal klingt die Geige fast glasig, dann wieder satt mit vollem Bogen und zweistimmigen Akkorden. Die Gewitter entladen sich, klingen ab und bauen sich wieder auf. Fabelhaft meistert Enders die virtuosen Passagen und nimmt die Zuhörer mit in dieses sommerliche Wechselbad.

Zwischen den beiden Jahreszeiten ist das weit weniger bekannte Konzert D-Dur KV 211 von Wolfgang Amadeus Mozart zu hören. Als typischer Mozart kommt es verspielt daher und sprüht vor musikalischen Ideen. Und als typischer Mozart sind die Violinkonzerte allerhöchste Schule. Ulrike Speich passt wunderbar in den Mozartkosmos, denn ihr Spiel wirkt genauso mühelos wie die Musik. Den Genius und Witz des Komponisten hat sie voll erfasst und bringt die lange A-cappella-Passage im ersten Satz zur musikalischen Vollendung. Sie spielt nicht das Stück, "es" spielt aus ihr heraus.


Altersspektrum reicht von fünf bis 50 plus


Und dann tun sich sich plötzlich Leerstellen in den außergewöhnlich gut gefüllten Reihen im Atrium der Maximilian-von-Welsch-Schule auf. Dafür drängeln sich auf der Galerie die Handy- und Kamerahalter um die freie Sicht nach unten. Das Orchester erfährt eine Verstärkung durch das Mini-, Junior- und Jugendstreichorchester der Sing- und Musikschule im Landkreis Kronach.

So reicht das Altersspektrum von fünf bis 50 plus. Eltern, Großeltern, Geschwister sind gekommen, um dem Nachwuchs die Ehre zu erweisen. Für viele dürfte es das Debüt im großen Orchester sein. Eine schöne Idee, zumal die Titel klug gewählt sind, wie der allseits bekannte Pachelbel-Canon.


Bekannte Zugabe


"Wie in einem richtigen Konzert gibt es auch eine Zugabe", kündigt Monika Herr an. Es erklingt das Hauptthema aus dem "Te Deum" von Marc-Antoine Charpentier, besser bekannt als "Eurovisionsmelodie". Am Ende bleibt ein durch und durch geglückten Wiederhören mit alten Bekannten.
Newsletter kostenlos abonnieren


noch Zeichen



Bitte melden Sie sich an, um kommentieren zu können:

Sie sind noch nicht registriert? Bitte hier registrieren.