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Bergbau

"Kohlenpott"-Knappen besuchen Stockheims Bergmänner

Eine 18-köpfige Delegation kam aus dem Ruhrgebiet zum Bergmannsfest in den Frankenwald.
Arbeitskreisleiter Dieter Pröve (rechts) aus Recklinghausen überreichte an Bürgermeister Rainer Detsch einen Schwibbogen, der die Zeche König Ludwig symbolisiert. Foto: Gerd Fleischmann
 
von GERD FLEISCHMANN
Einen herzlichen Empfang bereiteten die Gemeinde Stockheim mit Bürgermeister Rainer Detsch, der Knappenverein Stockheim sowie der Förderverein "Bergbaugeschichte" den ehemaligen Bergleuten aus Recklinghausen, die mit einer 18-köpfigen Delegation das Stockheimer Bergmannsfest besucht hatten. Die Arbeitsgruppe "Zeche König Ludwig" - Mitglied im Förderverein Bergbauhistorischer Stätten Ruhrrevier - überraschte diesmal mit künstlerisch interessanten Schwibbögen, die die Zeche König Ludwig in Recklinghausen darstellen und vor allem im Erzgebirge als Lichterbögen sehr populär sind.
Mittlerweile besteht die Verbindung zum Ruhrpott sieben Jahre. Und in dieser kurzen Zeit ist viel geschehen. Vor allem ist durch einen mehrteiligen Grubenausbau, der 2014 mit großem Zeitaufwand durch die Knappen aus Recklinghausen erfolgte, das bergbauliche Magazin optisch ganz wesentlich ergänzt worden.
Vor allem haben beide Traditionsvereine eine historische Gemeinsamkeit: Sowohl in Recklinghausen als auch im Stockheimer Ortsteil Reitsch war einst eine Steinkohlenzeche mit dem Namen "König Ludwig" in Betrieb, und zwar jeweils ab 1872. Archivar Klaus May aus Recklinghausen - er ist mittlerweile verstorben - hatte in Verbindung mit Ortsheimatpfleger Gerd Fleischmann auf Grund einer Buchrecherche den Kontakt hergestellt, der Jahr für Jahr intensiviert wurde.
Allerdings gibt es noch eine weitere Gemeinsamkeit, denn in Krisenzeiten - und derer gab es einige im Stockheimer Revier - mussten viele hiesige Knappen in den Kohlenpott auswandern, unter anderem auch nach Recklinghausen, wie Berthold Schwämmlein feststellen konnte. Zeitzeuge ist Heiner Ludwig aus Stockheim, der im Ruhrgebiet als Bergmann sein Auskommen fand.
Zwischenzeitlich haben die Gäste immer wieder Relikte aus der Bergbauära, so unter anderem Kohlenhunte (Grubenförderwagen) sowie eine sieben Zentner schwere Blindschachtseilscheibe mit Konsole nach Stockheim transportiert. Und für die Knappen aus Recklinghausen ist der Frankenwald zur zweiten Heimat geworden. Mittlerweile wurden zahlreiche kulturhistorisch interessante Einrichtungen besucht, so unter anderem auch das Schiefermuseum in Ludwigsstadt, das Schaubergwerk Morassina in Schmiedefeld sowie die Wallfahrtskirche in Vierzehnheiligen mit der Stockheimer Votivtafel, die an das Unglück von 1879 erinnert. "Wir sind richtige Frankenwaldfans geworden", stellte Arbeitskreisleiter Dieter Pröve fest. "Bei den Stockheimer Knappen fühlen wir uns wohl." An Bürgermeister Rainer Detsch sowie an Ortsheimatpfleger Gerd Fleischmann überreichte er als besondere Anerkennung jeweils einen Schwibbogen, in dem die Zeche König Ludwig verewigt ist. Das Stockheimer Gemeindeoberhaupt revanchierte sich mit einem heimatkundlichen Jahrbuch des Landkreises Kronach.
Zum Auftakt hatte am Freitag Bürgermeister Rainer Detsch zu einem Empfang ins Rathaus eingeladen. Detsch, der die Kameradschaft und die Solidarität der Bergleute besonders würdigte, zeigte sich erfreut über die freundschaftlichen Verbindungen zwischen Recklinghausen und Stockheim. Dank gebühre dafür vor allem Archivar Klaus May (Recklinghausen) und Ortsheimatpfleger Gerd Fleischmann für das Zustandekommen. "Hier in Reitsch sowie bei euch in Recklinghausen hatte der bauwütige König Ludwig II. allerdings keine prachtvollen Lustschlösser gebaut, sondern Kohlenzechen wurden nach ihm benannt", informierte der Bürgermeister über den Grund dieser außergewöhnlichen Verbindung. "Aus Verbundenheit zur gemeinsamen Bergbaugeschichte ist eine intensive Freundschaft mit Recklinghausen entstanden", stellte Ortsheimatpfleger Gerd Fleischmann fest. Dadurch habe die historische Aufarbeitung einen weiteren Schwung erhalten.
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