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Bauausschuss

Kampf um jeden alten Baum

Auch in der jüngsten Sitzung des Kronacher Bau-, Stadtentwicklungs- und Wirtschaftsausschusses gab es einige harte Nüsse zu knacken.
Das Fällen des Baumbestandes am bisherigen VHS-Park tut den Stadträten weh. Andererseits hat man evtl. sogar eine Verbesserung in Sicht.K.-H. Hofmann
 
von KARL-HEINZ HOFMANN
"Wir versuchen unser Bestes und drehen und verbiegen uns manchmal, um jungen Familien eine Baumöglichkeit in der Stadt zu geben, doch wir können Recht und Gesetz nicht brechen", sagte Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein. Aber bei einem Antrag auf Vorbescheid für den Neubau eines Einfamilienhauses mit Doppelgarage in Seelach, das im Außenbereich geplant ist, folgte die Mehrheit der Meinung von Stadtplaner Daniel Gerber. Dieser sah nach Durchsicht aller Möglichkeiten auch - obwohl bereits zum zweiten Mal der Antrag des jungen Ehepaares vorlag - keine Handhabe, diesen Vorbescheid positiv zu bewerten. So wurde das gemeindliche Einvernehmen mit 5:3 Stimmen nicht erteilt. Gegenstimmen zum Negativbescheid kamen von Heinz Hausmann, Wolfgang Hümmer und Bernd Liebhardt (CSU).

In der Lucas-Cranach-Stadt kämpft man um jeden alten Baumbestand. So kam es auch zur Diskussion in der Sitzung des Bau-, Stadtentwicklungs- und Wirtschaftsausschusses am Donnerstag im Rathaus, weil im Zuge der Sanierung und Erweiterung des Volkshochschulgebäudes dessen 26 Bäume gefällt werden sollen.
Stadtplaner Daniel Gerber meinte hierzu, dass dies sicher wichtig für den Bildungsstandort Kronach sei. Er wolle aber darauf hinweisen, dass hier ein völlig neues Bild entstehe und vorübergehend würde auch bei Ersatzpflanzung die Parkfläche ohne Bäume dastehen. Die "grüne Zelle" in der Stadtmitte würde fehlen. Karl H. Fick (SPD) sah durch die Baumfällungen einen enorm starken Eingriff. Er mahnte zur Vorsicht. Man solle die Bürger mit einbeziehen. Andererseits sei es eine große Investition des Landkreises und die Notwendigkeit unbestritten. Jens Schick (FW) meinte, sicher seien auch viele Bäume schon krank. Wolfgang Hümmer (CSU) ergänzte, man müsse sehen, dass nicht alles Bäume seien, sondern auch viel Büsche und Sträucher, und kranke Bäume eine Gefahr darstellten.

Dies unterstrich auch Bernd Liebhardt (CSU): "Es müssen viele Bäume wegen Krankheit weg." Heinz Hausmann (CSU) bedauerte, dass so viele Bäume weg müssten. Die Stadt lege großen Wert auf Grünes. Man sollte die Chance der Neupflanzungen nutzen und diese noch schöner gestalten. Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein meinte, man habe die Situation oft besprochen und im Kreisausschuss diskutiert, sicher werde die Parksituation wieder hergestellt, eine neue Vegetation werde entstehen. Experten sprachen in einem Gutachten davon, dass ziemlich viele Bäume bereits am Absterben sind und längerfristig sogar eine Gefahr an diesem exponierten und stark frequentierten Standort darstellen könnten. Laut Aussagen des Landkreises, der Träger des VHS-Gebäudes ist, werde der Park um das VHS-Gebäude nach der Sanierung durch Ersatzpflanzungen schöner und sicherer als bisher werden. Die Stadt Kronach fordert, dass die geplanten Neupflanzungen in Bezug auf Wuchshöhe und Stammumfang bereits zum Zeitpunkt der Pflanzung dem Begriff "stadtbildprägende Parksituation" Rechnung tragen, so wurde das gemeindliche Einvernehmen trotz Bedenken erteilt.


Auch bei einer weiteren Baumaßnahme in der Kronachallee ging es um Baumfällung. Der Ausschuss hatte sich in seiner Sitzung am 29. Juni gegen die Fällung von zwei Bäumen ausgesprochen, wie dies vom Antragsteller beabsichtigt war. Darauf zog dieser sein Ansinnen in der Sitzung zurück. Etwas verwundert zeigte sich darüber Bernd Liebhardt (CSU), der sich hinters Licht geführt sah, wenn jetzt vom Landratsamt die zwei Baumfällungen genehmigt werden und die Stadt ihre Zustimmung geben soll. Schließlich gab es das gemeindliche Einvernehmen, was aber von entsprechender Ersatzpflanzung oder Ausgleichszahlung abhängig gemacht wurde.

Der Errichtung eines Schleuderbetonmastes in der Industriestraße wurde bedingt unter bestimmten Voraussetzungen das gemeindliche Einvernehmen erteilt. Der Nutzung von Lagerflächen und Rekultivierung einer Sandgrube bei Birkach wurde das gemeindliche Einvernehmen insoweit erteilt, als dass die Stadt Kronach und die Spitalstiftung von jeglichen Regressansprüchen freigestellt werden. Ansonsten gelte das gemeindliche Einvernehmen als nicht erteilt. Einem Neubau eines Einfamilienhauses mit Friseurgeschäft in Höfles wurde das Einvernehmen erteilt. Die Anbringung von Werbung einer Naturheilpraxis im Strauer Torweg wurde durchgewunken. Ein anderes Bauvorhaben in Glosberg musste zurückgestellt werden. Die Planung sei zu überarbeiten. Die Fensterplanung erhielt kein Einverständnis. Gegen die Aufstellung von fünf Bürocontainern der Firma Lear bestehen keine Einwände. Der Errichtung einer Plakattafel 2,80 mal 3,80 Meter in Neuglosberg an der B 85 wurde das gemeindliche Einvernehmen erteilt, allerdings auf Antrag von Bernd Liebhardt mit dem Zusatz, dass die Stadt Sichtbeeinträchtigungen befürchtet. Allerdings ist das Straßenbauamt noch anzuhören. eh
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