Alle Interessierten seien aufgerufen, sich mit ihrem Wissen und ihren Anliegen in den Arbeitskreisen einzubringen, um Oberlangenstadt zu gestalten, betonte Bürgermeister Bernd Rebhan bei der Bürgerversammlung im Sportheim des SSV. Jeder habe damit die Chance, über den Fortgang und die Entwicklung von Oberlangenstadt und Hummenberg selbst mitzubestimmen.

Der Grundstein zur Dorferneuerung war bereits auf einem Seminar im Juli in Klosterlangheim gelegt worden. Die Ergebnisse wurden im Rahmen der Bürgerversammlung vorgestellt. Zu der Veranstaltung kamen neben Bauoberrat Joachim Block vom Amt für ländliche Entwicklung (ALE) und Vertretern des mit der Planung betrauten Ingenieurbüros IVS GmbH (Kronach) auch rund 40 Interessierte im Sportheim zusammen.

Eingangs begrüßte Bürgermeister Bernd Rebhan die anwesende Zuhörerschaft und dankte den Verantwortlichen des SSV Oberlangenstadt für die Gastfreundschaft und die Bewirtung. Das Gemeindeoberhaupt führte aus, dass für eine erfolgreiche Dorferneuerung ein langer Atem notwendig sei. Der Markt Küps wolle die gute Fördersituation nutzen, sagte er und dankte dem ALE für die hervorragende Zusammenarbeit. Bei den seit Jahren laufenden Verfahren in Tüschnitz und Theisenort habe man zuletzt sogar noch das Verfahrensgebiet erweitern bzw. zusätzliche Streckenabschnitte in die Sanierungsgebiete aufnehmen können. Eine Dorferneuerung sei ein lebendiger und sich stets verändernder Prozess, der große Chancen für den Ort mitbringe, gab Bernd Rebhan aus seiner langjährigen Erfahrung zu bedenken.

Bauoberrat Joachim Block (ALE), der zunächst für die Startphase der Dorferneuerung Verantwortung trägt, gab einen Einblick in das Prozedere einer Dorferneuerungsmaßnahme. Mit der Vorstellung der Ergebnisse aus dem Grundseminar in Klosterlangheim ist die Einführungsphase der Maßnahme damit abgeschlossen und die Vorbereitungsphase mit Gründung von Arbeitskreisen und entsprechender Arbeitskreisarbeit beginnt. Einen wichtigen Teil des Vortrages machte auch die Darlegung der privaten Fördermöglichkeiten aus. Innerhalb des Dorferneuerungsgebietes können solche Maßnahmen an Hausfassaden und -dächern sowie in den Grundstücken und Gärten mit Zuschüssen in Höhe von bis zu 30 Prozent gefördert werden. Die Grundstückseigentümer werden zu gegebener Zeit hierbei auch planerisch vom Amt in Bamberg begleitet und unterstützt. Erste Förderanträge können allerdings erst dann gestellt werden, wenn die Dorferneuerung mit Verfahrensgebiet offiziell angeordnet ist. Dies wird circa in ein bis zwei Jahren der Fall sein, wenn die Vorbereitungsphase abgeschlossen ist.

Abschließend gab Block fotodokumentarische Einblicke in gelungene Dorferneuerungsverfahren, um so die gestalterischen Möglichkeiten bildlich aufzuzeigen. Dipl. Ingenieur Klaus Müller vom Ingenieurbüro IVS GmbH in Kronach verwies auf die vielen Maßnahmen, die sein Team auf dem Gebiet der Dorferneuerung bereits erledigt hat. Mit Blick auf die Verfahren in Theisenort, Nagel oder jetzt ganz aktuell in Burkersdorf erarbeite er nunmehr mit den Arbeitskreisen die Planungsgrundlagen für Oberlangenstadt.

Durch die einzelnen Teilnehmer des Grundseminars wurden die Ergebnisse der gebildeten Arbeitskreise vorgestellt. Den Anfang dabei machte Andrea Wunder, die für den Arbeitskreis "Treffpunkt Mensch" die wesentlich erarbeiteten Punkte zum neuen Dorfmittelpunkt darlegte. Den Komplex "Infrastruktur / Verkehr / Straße" vertrat Thomas Schmidt, Belinda Quenzer berichtete über die Ergebnisse des Arbeitskreises "Lebensqualität", der sich insbesondere der Mühlbachproblematik annahm. Auf die Themen "Ortsbild - Gebäude - Grünflächen" ging Sonja Bauer ein und skizzierte die Vorstellungen anhand des Beispiels der "Nageler Straße", die von Leerständen gekennzeichnet ist. Schließlich beschäftigt sich eine Gruppe "Oberlangenstadt historisch" mit der Sammlung von historischen Bildern und Dokumenten, so Torsten Michel. Alte Ansichten und Dokumente würden daher gesucht.

Abschließend konnten sich die Interessierten vor Ort in die einzelnen Arbeitskreise einschreiben. Auch jetzt ist es jedermann noch möglich, sich für die Arbeiten in den einzelnen Kreisen anzumelden und mitzumachen. Dies ist auch sehr wichtig, betonte Bürgermeister Rebhan zum Abschluss der Veranstaltung. Die aufgezeigten Probleme stehen stellvertretend für alle Ortsbereiche in Oberlangenstadt und Hummenberg. Ein abschließendes Verfahrensgebiet ist noch nicht festgelegt, und es liegt an den Oberlangenstädtern selbst, was sie aus Ihrer Dorferneuerung machen.