Kronach
Gesundheit

"Gemeinsam gegen Krebs": Emotional und informativ

Brustkrebs, gynäkologische und urologische Tumore standen bei der Informationsveranstaltung des Vereins "Gemeinsam gegen Krebs" im Blickpunkt.
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Mit einem engagierten Referat über das Thema Brustkrebs und Therapiemethoden wartete die Onkologin und Vorsitzende von "Gemeinsam gegen Krebs", Martina Stauch, auf.Karl-Heinz Hofmann
Mit einem engagierten Referat über das Thema Brustkrebs und Therapiemethoden wartete die Onkologin und Vorsitzende von "Gemeinsam gegen Krebs", Martina Stauch, auf.Karl-Heinz Hofmann
Der Patiententag des Vereins "Gemeinsam gegen Krebs", der jährlich mit Unterstützung der Helios Frankenwaldklinik abgehalten wird, befasste sich am Samstag in der Hauptsache mit neuen Therapien und Medikamenten. Vor allem Brustkrebs, gynäkologische und urologische Tumore standen dabei im Blickpunkt. Aber auch die Erfahrungen einer jungen Frau aus Coburg berührten die Zuhörer.

Diana Grünberg - mehrfache Deutsche Meisterin in Bodybuilding und Weltmeisterin in Fitness Aerobic - schilderte in ergreifender Weise ihren Weg von der Diagnose "Verdacht auf Brustkrebs" bis hin zur Buchautorin. Dabei machte sie deutlich, wie sie mit Hilfe der herkömmlichen schulmedizinischen Vorgehensweise gepaart mit ergreifenden spirituellen Erfahrungen aus der Gedankenstille einen Weg in die Heilung fand.

Bis zum August 2015 war das Leben der Trainerin im Gesundheitsmanagement geprägt von Kursen, in denen sie ihr Wissen hauptsächlich an Firmen vermittelte. Schön, gesund und fit war für Grünberg das Natürlichste auf der Welt. Die Diagnose Brustkrebs stellte allerdings all ihre bisherigen Überzeugungen auf den Kopf. Es war keines der alltäglichen Probleme des Lebens - jetzt hatte sie eine Situation, die es ihr nicht erlaubte, auf die Hilfe angelernter oder antrainierter Verhaltensmuster zurückzugreifen. Dennoch sprach sie von einem Geschenk, das ihr den Sprung in ein neues Leben ermöglicht habe.

Was für Betroffene wichtig ist


Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein hatte zuvor als Zweiter Vorsitzender des Vereins "Gemeinsam gegen Krebs" die profunden Fachreferenten sowie Partner im Kampf gegen Krebs und interessierte Zuhörer im Veranstaltungsraum der Helios Frankenwaldklinik begrüßt. Er betonte, wie wichtig solche Informationstage im Kampf gegen den Krebs für Stadt und Landkreis Kronach seien.

Der stellvertretende Pflegedienstleiter Andreas Ebert dankte der Frankenwaldklinik, die immer gerne bereit sei, ihre Räumlichkeiten für solche Informationstage zur Verfügung zu stellen. Denn für Betroffene, Patienten aber auch Angehörige sei es wichtig, viel über die Krankheit zu wissen.
Die Onkologin und Vorsitzende von des Vereins, Martina Stauch, ging zunächst auf Brustkrebs ein. Dies sei mit jährlich 72 000 Neuerkrankungen die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Bei Männern liege der Anteil bei fünf Prozent. Trotz rasanten Fortschrittes in Forschung und Medizin würden fünf Jahre nachdem die Diagnose gestellt wurde, lediglich nur noch 23 Prozent der Betroffenen leben.

Die Zahl der Todesfälle sei allerdings sinkend - trotz steigender Fallzahlen. Stauch führte dies auf die gute Entwicklung in Forschung, Medizin und Medikamenten zurück. Die Ursachen für Brustkrebs seien nicht eindeutig geklärt. Allerdings nannte sie als begünstigende Risikofaktoren den Lebensstil, genetische Einflüsse, Umweltfaktoren, Übergewicht und Bewegungsmangel.
Die Therapien würden immer individueller und auch Kombinationen im Behandlungskonzept bevorzugt, wobei Brusterhaltende Therapien auf dem Vormarsch seien. Zudem würden derzeit Krebsimmuntherapien in Studien untersucht. Dabei handelt es sich um eine verträgliche neue Therapie mit wenig Nebenwirkungen.

Zu den ganzheitlichen Therapieansätzen zählen auch die Sportangebote von "Gemeinsam gegen Krebs". Hierbei ist besonders die neu gegründete Reha Sportgruppe zu erwähnen, laut Stauch eine der ersten in Deutschland.


Verschiedene Therapieoptionen

Sie erklärte, dass in bestimmten Krebsfällen seit dem 10. März in Deutschland auch Cannabis als Medikament verschrieben werden darf. Es handelt sich um ein seit Jahrhunderten in der Klostermedizin angewandtes Heilmittel, das seine Wirkung in der Schmerztherapie hat. Über Strahlentherapie und neueste Erkenntnisse hierüber in der Anwendung bei Brustkrebs, gynäkologischen wie urologischen Tumoren informierte Gerhard Grabenbauer vom Strahlentherapie Klinikum Coburg. Mit dem Ovarialkarzinom (Eierstockkrebs) befasste sich Chefärztin Annett Reinisch von der Frankenwaldklinik.

Schließlich sprach der Urologe Jan Wolf über Prostatakrebs. Denn dabei handele es sich um die in Deutschland unter Männern häufigste Krebserkrankung. Pro Jahr werden nach Angaben des Robert-Koch-Instituts etwa 63 400 Neuerkrankungen diagnostiziert. Wolf zeigte verschiedene Therapieoptionen und deren Nebenwirkungen auf.
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