Kronach
Werkausschuss

"Erstaunlich gute Entwicklung im Tourismusbereich"

Praktisch nur Lob gab es in der Sitzung für die Aktivitäten und Erfolgszahlen des Kronacher Tourismus- und Veranstaltungsbetriebs.
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Am Wohnmobilstelllplatz an der Hammermühle werden einige Verbesserungen, gar eine Erweiterung, notwendig sein. Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein hat dies auf der Agenda. K.- H. Hofmann
Am Wohnmobilstelllplatz an der Hammermühle werden einige Verbesserungen, gar eine Erweiterung, notwendig sein. Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein hat dies auf der Agenda. K.- H. Hofmann
In der Sitzung des Tourismus-, Stadtmarketing- und Sozialausschusses, - zugleich Werkausschuss für den Kronacher Tourismus- und Veranstaltungsbetrieb (TVB) des Stadtrates - gab es nur Lob für die Aktivitäten und Erfolgszahlen des TVB. Anregungen kamen zur weiteren Belebung eines Wohnmobilstellplatzes, sowie für Verbesserungen an der Tribüne der Seebühne am Landesgartenschaugelände und an der Festspielbühne auf der Festung Rosenberg.

Den Anregungen ging ein umfangreicher Jahresbericht 2016 Teil II von TVB durch Betriebsleiterin Kerstin Löw voran. Dabei hob sie einen Tourismusboom in Deutschland und Bayern hervor und wies auf die volkswirtschaftliche Bedeutung hin. Bayern sei im Reigen der Bundesländer seit langem die stärkste Tourismusregion mit fast 91 Millionen Übernachtungen im Jahr 2016. Der Frankenwald hatte mit 251 814 Gästeankünften 2016 einen Zuwachs von 5,7 Prozent. Auch die Übernachtungen hatten im Frankenwald mit 797 734 einen Zuwachs von 3,7 Prozent.
Der Landkreis Kronach hatte 142 141 Übernachtungen zu verzeichnen, davon verweilten 49 804 in der Stadt Kronach. Mit insgesamt 28 323 Gästeankünften konnte 2016 das beste Ergebnis seit Einführung der eigenen Erhebungen erzielt werden.
Auch bei den Übernachtungen erzielt der TVB mit 56 569 das beste Ergebnis. In diesen Ergebnissen sieht Löw den positiven Trend der vergangenen zwei Jahre der sogar übertroffen wird. "Dies zeigt, dass die Stadt Kronach als Kulturhistorisches Reiseziel, eingebettet in den Naturpark Frankenwald mit seinen attraktiven Wander- und weiteren Freizeitmöglichkeiten, wenngleich ein kleines, so doch ein attraktives Reiseziel ist."
Damit verbindet Löw den Aufruf, "alles zu tun, um den Ausbau der Bettenkapazitäten voranzubringen um im Wettbewerb der fränkischen Regionen und Städte noch besser zu bestehen und die ökonomischen Potenziale der Tourismuswirtschaft noch stärker nutzen zu können. Die Gäste wissen Kronach zu schätzen, es werden weiter Bettenangebote gesucht!"
Auch das betriebswirtschaftliche Ergebnis aus Vermietungen konnte sich mit über 45 000 Euro sehen lassen und lag damit wesentlich höher als in den vorangegangenen fünf Jahren. Dieser Bericht fand den Zuspruch aller Fraktionen.
Bürgermeister Beiergrößlein fasste zusammen: "Wir sind mehr als zufrieden und auf einen guten Weg. Bald kommt ja auch noch das Jufa-Hotel der Jugendherberge auf der Festung dazu."
Edgar Dunst erinnerte an einen Antrag der SPD-Fraktion, sich der Wohnmobilstellplätze und Campingplätze anzunehmen. In Kronach gebe es schöne naturnahe Plätze. Dies sah auch Jens Schick (FW) so. Laut Statistik sind die Zahlen zwar rückläufig, dürfen aber angezweifelt werden, denn die Nachfrage ist groß und auch die Belegung des Wohnmobilstellplatzes an der Hammermühle ist immer gut.
Markus Oesterlein (CSU) sprach von einer erstaunlich guten Entwicklung im Tourismusbereich. Das kommt aber nicht von ungefähr, sondern sei Lohn für gute Arbeit im TVB Kronach. Heinz Hausmann freute sich auch über steigende Gästezahlen, allerdings lägen ihm auch die Einheimischen am Herzen. "Wir müssen auch die Menschen aus der Region mehr auf die Festung Rosenberg locken", meinte er. Außerdem plädiert Hausmann für eine Broschüre, in der alle Museen, Burgen, Sehenswürdigkeiten im Landkreis Kronach zusammengefasst sind. Das Stadtoberhaupt hat sich die angehenden Aufgaben mit Wohnmobilstellplätzen, einer Abdeckung (Sonnen/Regenschutz) der Tribüne an der Seebühne am Landesgartenschaugelände und an der Freilichtbühne der Rosenberg Festspiele notiert. "Es wird nichts fallen gelassen, woraus wir Hoffnung schöpfen noch attraktiver zu werden", sagte Beiergrößlein.

Ausstellung
Die Lucas-Cranach-Stadt erwartet eine einzigartige Ausstellung. Eingangs der Sitzung des Tourismus-, Stadtmarketing- und Sozialausschusses der Stadt Kronach am Montag im Rathaus konnte die Betriebsleiterin des TVB, Kerstin Löw von den erfolgreich gelaufenen Vorbereitungen einer einzigartigen Ausstellung informieren. "Zeichnen in Cranachs Werkstatt" zeigt den Zeichnungsschatz aus der Wittenberger Bildermanufaktur.
In der Sonderausstellung vom 24. März (Eröffnung 23. März) bis 24. Juni 2018 in der Fränkischen Galerie Kronach, würden die genialen Bildwelten der Wittenberger Cranach- Werkstatt präsentiert. Sie faszinieren seit Jahrhunderten Kunstfreunde weltweit. Die Sonderausstellung "Zeichnen in Cranachs Werkstatt" geht Fragen nach, was zum Beispiel die Grundlagen für diese perfekten Kompositionen sind, gab es graphische Vorlagen und haben sich diese erhalten?
Damit wird auf der Festung Rosenberg in der fränkischen Galerie der weltweit größte zusammenhängende Bestand an Originalzeichnungen aus der Wittenberger Bildermanufaktur in der Geburtsstadt des großen Künstlers Lucas Cranach präsentiert, freut sich Kerstin Löw. Dabei bleiben die Investitionen der Stadt überschaubar. Insgesamt werde in 25 hochwertige Tischvitrinen mit hochmoderner LED-Beleuchtung circa 93 000 Euro investiert, wofür es Zuschüsse aus dem Leader- Förderprogramm und von der Förderstelle für nichtstaatliche Museen von insgesamt rund 84 000 Euro gebe.
Es sind zum Teil herausstechende Vorlagen für Bildprogramme, beeindruckende Heiligendarstellungen, Herrscherbildnisse oder Tierstudien. Die 86 kostbarsten Übungen und Meisterzeichnungen "stoßen eine bislang verschlossene Tür auf zu den geheimen Produktionsmethoden einer der wichtigsten Kunstwerkstätten der Renaissance", schwärmt Löw und verspricht sich einen großen Zuspruch von Kunstliebhabern und nicht nur von diesen.
Dieses einzige direkt aus dem Cranach-Besitz überlieferte Zeichnungskonvolut präsentiert sich zudem frisch restauriert und in hervorragendem Zustand. Die Ausstellung bietet eine einzigartige Gelegenheit, Meister Lucas, seinen Mitarbeitern und Schülern bei ihrer Arbeit über die Schulter zu blicken.
Anschließend werden die Zeichnungen aus konservatorischen Gründen auf Jahre nicht mehr zu sehen sein, hebt Kerstin Löw die Besonderheit und Einzigartigkeit dieser Ausstellung hervor. Sie dankt den Sponsoren der Oberfranken Stiftung und von der Sparkassen Stiftung die sich finanziell an Werbemaßnahmen in Rundfunk und TV beteiligen. Die Ausstellung entstand in Kooperation der Lucas- Cranach- Stadt mit der Universitätsbibliothek der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen- Nürnberg und dem Bayerischen Nationalmuseum in München.
Begleitend dazu erscheint ein eigens vom Kunsthistorischen Institut Erlangen erarbeiteter, umfassender Katalog im renommierten Michael Imhof Verlag. Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (FW) ergänze die Einmaligkeit dieser Ausstellung, denn diese Werke dürfen nur alle zwei Jahrzehnte gezeigt werden.
Markus Oesterlein (CSU) sprach Respekt und Dank an die Betriebsleiterin aus, dass es gelungen ist solche Werke des berühmten Kronacher Sohnes in die Lucas-Cranach-Stadt zu holen. Heinz Hausmann (CSU) nannte Exponate von Lucas Cranach immer ein besonderes Anziehungsmagnet. Peter Witton (Bündnis 90/Die Grünen) regte an, zu dieser Ausstellung die Gastronomie mit besonderen kulinarischen Spezialitäten mit einzubeziehen. Edgar Dunst (SPD) sah in der Ausstellung eine große Möglichkeit, auch Schüler von Kunstklassen aus ganz Bayern nach Kronach einzuladen, denn dies ist etwas Spezielles, wofür sich sicher auch Nachwuchskünstler stark interessierten.
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