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FWG-Begabtenkurs

Ein Loblied auf den Mittelstand

Die Referenten präsentierten viele Zahlen, verhehlten aber auch Probleme nicht.
Am Freitag fand die Abschlussveranstaltung des Begabtenkurses "Der Wirtschaft auf der Spur" des Frankenwald Gymnasiums mit ihrem Leiter Stefan Rose (Fünfter von links) statt. Namhafte Referenten "sangen" ein Loblied auf den Mittelstand. Foto: Heike Schülein
 
von HEIKE SCHÜLEIN
"Job-Motor Nummer Eins", "Treiber für Innovationen" oder schlicht und einfach "Erfolgsfaktor der Deutschen Wirtschaft" - Der Begabtenkurs am Frankenwald-Gymnasium (FWG) "Der Wirtschaft auf der Spur" für Schüler aus den Klassen 7 bis 10 mit überdurchschnittlich guten Noten hatte sich im ersten Halbjahr mit dem Modul 1 "Geld als Schmiermittel der Wirtschaft" beschäftigt. Nun im zweiten Halbjahr nahmen sich die Kursteilnehmer des Moduls 2 "Der Mittelstand als Säule unserer (heimischen) Wirtschaft" an. Als Abschluss fand am Freitagvormittag eine Vortragsreihe mit namhaften Referenten an der Schule statt: Der Vorsitzende der Mittelstands-Union Bayern Hans Michelbach, IHK-Vizepräsident Hans Rebhan, HWK-Ausbildungsleiter Christina Spickenreuther sowie Thomas Ultsch und Jörg Köstner von Dr. Schneider hielten spannende Vorträge.
Aufgrund der aktuellen Thematik lud der Begabtenkurs unter Leitung von Stefan Rose auch die Zehntklässler ein. Durch die informative Veranstaltung führten die beiden Schüler und Mitglieder der Begabtenkurses, Julian Baumgärtner und Bären Becio.
"Der Mittelstand ist der Motor des Ausbildungs- und Arbeitsmarktes", betonte MdB Hans Michelbach, der als Chef der Mittelstands-Union Bayern über den "Mittelstand aus Sicht der Politik" berichtete. Dessen Bedeutung belegten eindrucksvolle Zahlen. Die 3,3 bis 3,5 Millionen mittelständische Unternehmen in Deutschland machten 99 Prozent aller Betriebe aus. Bundesweit stelle der Mittelstand 60 Prozent der Arbeits- und über 80 Prozent der Ausbildungsplätze. Die Zahlen in der Region seien mit über 70 Prozent beziehungsweise über 90 Prozent noch höher. "Die Entwicklung Bayerns vom Agrarland in ein Export- beziehungsweise Industrieland ist dem Mittelstand zu verdanken", würdigte er. Dies gelte auch für die sehr niedrige Arbeitslosenquote - so in Kronach von 2,8 Prozent. Die Politik wisse um die Bedeutung des Mittelstands. Im Alltag setze sich diese Erkenntnis leider oft nicht durch. "Bei den Krisen kommt bei den Großen der Staat, bei den Kleinen der Gerichtsvollzieher." Dies sei zutreffend, wenn die Politik nicht den Fokus auf den Mittelstand lege. Mittelstandspolitik sei daher auch immer Gemeinwohl-Politik.


"Wir bauen auf der grünen Wiese"

In anschaulicher Art und Weise nahmen sich Thomas Ultsch, Leiter Supply-Chain-Management, und Jörg Köstner, Leiter Facility Management Global, der Dr. Schneider Unternehmensgruppe des Themas "Herausforderungen der globalisierten Wirtschaft für einen mittelständischen Marktführer" an. Die langjährigen Mitarbeiter waren maßgeblich am Aufbau der ausländischen Werke von Dr. Schneider beteiligt, der auch in China, Polen, Spanien und den USA produziert. 2016 machten die ausländischen Produktionsstandorte fast 50 Prozent des Umsatzes aus. Von den 4300 Mitarbeitern seien 56 Prozent in den Werken im Ausland tätig. "Wir bauen auf der grünen Wiese in China ein neues Werk", kündigte Köstner an. Werke im Ausland baue man, um auf dem Markt überall präsent zu sein und den ganzen Markt bedienen zu können sowie für eine Reduzierung der Logistik und Transportkosten. Man hoffe, dass einige der Gymnasiasten später einmal als Techniker, Entwickler oder Ingenieure zu Dr. Schneider hinzustießen. "Ihr müsst euch um eine adäquaten Arbeitsplatz nicht sorgen", pflichtete ihnen IHK-Vizepräsident Hans Rebhan bei, der über die Bedeutung mittelständischer Unternehmen für unsere Region referierte. Den "German" Mittelstand zeichneten viele Eigenschaften aus: Er schütze seine Mitarbeiter und habe die Familie im Blick. Ein herausragendes Beispiel sei hier das Betreuungskonzept LQG (Lebensqualität für Generationen). Er sei modern, weltoffen und doch standorttreu. Leider stelle die mangelnde Verkehrsanbindung eine deutliche Benachteiligung dar, daher sei eine vierstreifige Anbindung für Kronach so wichtig. Die Exportquote im Landkreis liege mittlerweile bei über 50 Prozent.


"Hidden Champions"

Man habe hier nicht wenige "Hidden Champions", die für mehr Jobs investierten, nachhaltig wirtschaften, hohes soziales Engagement zeigten und qualitativ sehr gut ausbildeten. Leider litten diesen unter der starken Bürokratie. "Hat Handwerk in unseren Zeiten immer noch goldenen Boden?" fragte Christina Spickenreuther, Leiterin Team Ausbildungsberatung und Nachwuchsförderung bei der HWK. "Unter bestimmten Voraussetzungen ja", meinte sie. Dennoch hätten die Betriebe mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen, genügend Arbeitskräfte sowie insbesondere auch Nachfolger zu finden.
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