Teuschnitz
Jubiläum

Der Knock als Lernort für soziale Verantwortung

Mit einer Jubiläumsfeier beging das Jugendbildungshaus Am Knock sein 20-jähriges Bestehen. Erzbischof Ludwig Schick würdigte dessen enorme Bedeutung.
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Junge Menschen durften bei der Jubiläumsfeier des Jugendbildungshauses "Am Knock" in Teuschnitz nicht fehlen. Foto: Ann-Kathrin Thoennes
Junge Menschen durften bei der Jubiläumsfeier des Jugendbildungshauses "Am Knock" in Teuschnitz nicht fehlen. Foto: Ann-Kathrin Thoennes
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Das Jugendbildungshaus Am Knock ist seit 20 Jahren Schmuckstück und Aushängeschild von Teuschnitz, das oberfrankenweite Ausstrahlung hat. Entsprechend groß war die Resonanz auf die Einladung zum Jubiläumstag, der mit einer Vesper und Spielstationen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene von der katholischen Jugend aus verschiedenen Diözesen begangen wurde. Unter den zahlreichen Gratulanten befanden sich Erzbischof Ludwig Schick und der Diözesanjugendpfarrer und ab September der neue Pfarrer von Teuschnitz, Detlef Pötzl, die Urlaubsvertretung von Teuschnitz, Pfarrer Kenneth Ameke aus Nigeria, Landrat Klaus Löffler und Bürgermeisterin Gabriele Weber.

Bei der Vesper sorgte die Combo der Werkstatt der NGL für die gesangliche und musikalische Unterhaltung. Erzbischof Schick freute sich, dass besonders viele Kinder und Jugendliche an der Vesper teilnahmen. Mit Hymnus, Psalmen, Gebeten und Lesungen dankte man für das Erreichte des Jugendbildungshauses. Humorvoll meinte er über Pfarrer Pötzl, den neuen Pfarrer von Teuschnitz: "Gehen sie vorsichtig mit ihm um, schonen sie ihn. Er ist ein Frankenwälder und kann mal einen Stoß vertragen."

Zu den Besuchern des Jugendbildungshauses meinte er: "Die haben was mitbekommen im Leben, ob in geistlicher Orientierung, Exerzitien, Ministrantengruppe, Kommunion- und Firmunterricht. Der Knock hat vielen gutgetan. Sie haben was gelernt, Erfahrungen gesammelt, was ihrem Leben einen Mehrwert gibt. Der Knock ist eine Schule fürs Leben. Er ist eine Bereicherung für junge Menschen und daher eine wichtige Einrichtung". Der Erzbischof wünschte dem Knock eine gute Zukunft und dass er weiterhin segensreich wirkt. Die anschließenden Fürbitten wurden von Jugendlichen vorgetragen, die sich auf dem Knock und ihre Mitarbeiter bezogen.


Haus mit Zukunft

Pfarrer Detlef Pötzl erinnerte zunächst an die Zeiten vor zwanzig Jahren. Erzbischof Karl Braun und viele ehrenamtliche Helfer und Sponsoren legten damals mit den Grundstein. "Das Jugendbildungshaus ist seitdem gewachsen, blüht und gedeiht. Dieses Haus ist ein Schmuckstück für die Region, aber auch für die Kirche in Bamberg und insbesondere für das Jugendamt." Als Jugendpfarrer sei er froh, dass es diesen Ort, der auch ihn selbst geprägt habe, gibt. Pötzl dankte der Erzdiözese Bamberg für die jährliche Bezuschussung. In den letzten Jahren sei viel investiert und ausgebaut worden. "Dieses Haus hat Zukunft", so Pötzl.

In einem Grußwort übermittelte Landrat Klaus Löffler die Grüsse des Landkreises. Er hob die Arbeit des Jugendbildungshauses hervor, um jungen Menschen das Rüstzeug fürs Leben, Werte und Ideale zu vermitteln. Er lobte besonders Heimleiter Hans Löffler und sein Team, die mit viel Herzblut auch das Haus für die Zukunft ausgerichtet haben. Löffler schloss mit dem Satz des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier: Lasst uns mutig sein, dann ist es mir um die Zukunft unseres Landes nicht bange.


Ein Mut machendes Projekt

Die Glückwünsche der Stadt Teuschnitz übermittelte Bürgermeisterin Gabriele Weber. Sie dankte besonders Erzbischof Karl Braun und Ehrenbürger der Stadt Teuschnitz, dass man Anfang der 90er Jahre ein neues Bildungszentrum in Teuschnitz entstehen lassen wollte. "Es war keine gute Zeit für Teuschnitz, da die zwei Hauptbetriebe ihre Pforten schlossen. Mit dem Bau des Jugendheims gaben sie den Teuschnitzern wieder Mut und Zuversicht." Die Stadt sei mit dem Jugendheim schon seit langer Zeit eng verbunden. Wenn sie auf Dienstreisen sei und den Namen Teuschnitz erwähne, wird immer der Knock genannt, freute sich die Bürgermeisterin.
Ihr besonderer Dank galt vor allem den Erzbischof Karl Braun, der dem Jugendbildungshaus viele Geldspenden zukommen ließ. Die Stadt Teuschnitz unterstützte das Haus, indem sie Turnhalle und Schwimmbad zur Verfügung stelle.

Hans Löffler gab einen Rückblick über die zwanzig Jahre. Der Anfang sei ein schwieriger Prozess mit vielen Fragen gewesen: Neubau oder Sanierung? Kapelle oder Meditationraum? Ein hauptamtliches Team aus theologischen und pädagogischen Mitarbeitern oder die Einbindung der Norddekanate? Die Entscheidung war die Einbindung der Norddekanate und für einen Meditationraum. Es wurde dann ein Neubau, zunächst in L-Form mit vierzig Betten, zwei Gruppenräumen, einem Speisesaal und einem Meditationsraum errichtet. Die Jugendlichen und Erwachsenen durften mitarbeiten. Die Landwirte schenkten Hecken und Bäume. Das Bauunternehmen Otto Mühlherr und viele freiwillige Helfer waren im Einsatz.
Inhaltlich sei Franz von Assisi für die Arbeiten wichtig gewesen. Die Einweihung nahm seinerzeit Erzbischof Karl Braun vor, er sei von Anfang an ein großer Förderer gewesen und unterstütze auch heute noch mit seiner Stiftung. Mit dem neuen Pfarrer von Teuschnitz, Detlef Pötzl habe Erzbischof Schick deutlich gemacht, dass der Knock zu einem pastoralen Zentrum ausgebaut wird.


Auf 69 Betten ausgebaut

Aus dem L wurde zwischenzeitlich ein U, im Jahr 2012 und 2013 wurde alles noch zum E ausgebaut. Die Anzahl der Betten wurden von 40 auf 69 erhöht. Vor zwanzig Jahren waren vier Personen beschäftigt, inzwischen arbeiten 23 Personen fest angestellt. Jährlich kann man 12 000 Übernachtungen buchen. Über 60 Prozent der Belegung machen Schulklassen aus, die inzwischen aus der ganzen Diözese kommen. Seit zwei Jahren würden auch Schulklassen eingeladen, wenn es um die Umweltpädagogik geht, so Löffler. Der Knock sei in den zwanzig Jahren zu einem Lernort für soziale Verantwortung geworden, ein Ort, an dem der Glaube lebt.
Der Förderverein des Jugendbildungshauses spendete zum Jubiläum 2000 Euro für Spielgeräte. Musikalisch umrahmt wurde nach der Vesper die Jubiläumsfeier durch den Musikverein Effelter.
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