Ich willige einX

Diese Website verwendet das Besucheraktions-Pixel von Facebook für statistische Zwecke. Mit einem Cookie kann so nachvollzogen werden, wie unser Marketing auf Facebook wirkt und wie wir es verbessern können. Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihr Einverständnis hierzu erteilen. Eine genaue Beschreibung zum „Besucheraktions-Pixel“, zu Cookies im Allgemeinen und Ihrem Widerspruchsrecht, das Sie jederzeit ausüben können, steht Ihnen in unserer Datenschutzerklärung unter hier zur Verfügung.

Politik

"Alternative Mitte" trifft sich in Tettau - auch AfD-Führung zum Deutschlandtreffen erwartet

Die innerparteiliche Gruppe "Alternative Mitte" trifft sich am Dienstag in der Tettauer Festhalle. Erwartet werden auch Personen aus der AfD-Führungsspitze.
Wie die "Thüringer Allgemeine" berichtet, werden die Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, Alice Weidel (links), Partei-Vize Beatrix von Storch (rechts) und der ehemalige AfD-Parteichef Konrad Adam am Dienstag beim "Deutschlandtreffen" der "Alternativen Mitte" in der Tettauer Festhalle erwartet. Weidel könnte aus gesundheitlichen Gründen aber noch absagen. Foto: Kay Nietfeld/dpa
 
von MARIAN HAMACHER
Und plötzlich richten sich alle Augen auf Tettau (Kreis Kronach): Dort veranstaltet die Initiative "Alternative Mitte" (AM), bei der es sich um eine Gruppierung innerhalb der AfD handelt, am Dienstag, 3. Oktober, in der Festhalle ihr Deutschlandtreffen. Erwartet werden etwa 150 Teilnehmer, bei denen es sich ausschließlich um AfD-Mitglieder handelt - denn Publikum ist bei dem nichtöffentlichen Treffen nicht vorgesehen.

Das ist nun bundesweit in den Blickpunkt der Öffentlichkeit geraten, da daran nach Angaben der "Thüringer Allgemeinen" offenbar auch Alice Weidel, die neue Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, Partei-Vize Beatrix von Storch sowie der ehemalige AfD-Parteichef Konrad Adam teilnehmen werden.

Was vor einer Woche nur eine von vielen nichtöffentlichen Veranstaltungen im Terminkalender der Tettauer Festhalle war, dürfte vor allem durch den Parteiaustritt von Frauke Petry eine deutlich größere Bedeutung erhalten haben. Die ehemalige AfD-Bundessprecherin unterstützte es, als sich diesen Sommer AfD-Mitglieder in ihren Landesverbänden "Alternative Mitte"-Gruppen bildeten, die sich offensiv von rechtsextremen Positionen in der AfD abgrenzen und einen moderateren Kurs der Partei fordern.


Sorge um Parteiaustritte

In der Führungsspitze herrscht nun offenbar die Sorge, dass Petry weitere Mitglieder folgen könnten. Ziel der Auftritte von Weidel und von Storch in Tettau könnte es nun sein, diesen gemäßigten Kräften entgegenzukommen und in die Themensetzung einzubinden.

In der Marktgemeinde ist die Aufregung nun jedoch groß. Nachdem die ersten Meldungen über die Veranstaltung im Internet veröffentlicht wurden, hätten ihn gleich mehrere besorgte Anrufe und Kurznachrichten erreicht, erzählt Festhallen-Pächter Benjamin Baier auf Nachfrage von infranken.de. Nachvollziehen kann er den Trubel allerdings nicht. "Aus welchem Grund hätte ich das denn verbieten sollen?", fragt er. "Was ist die Messlatte? Soll ich demnächst nur noch auftreten lassen, wer mir sympathisch ist? Das ist doch keine demokratische Einstellung." Seine Messlatte sei das Gesetz. Wer nicht dagegen verstößt, dürfe die Halle mieten. Die NPD würde er daher nicht auftreten lassen.


Rat beim Landratsamt eingeholt

Dass es Kontroversen geben könnte, war ihm jedoch bewusst. Um sicherzugehen, habe er extra das Sachgebiet für "Öffentliche Sicherheit und Ordnung" des Kronacher Landratsamts um eine Einschätzung gebeten. "Die haben mir gesagt, dass die Partei nicht verboten ist und es keine Rechtsmittel gibt", erklärt Baier. Ihm sei es zudem wichtig zu betonen, dass er nur Pächter der Halle ist, und nicht Veranstalter des Treffens.

Er habe nichts gegen die Mitglieder der AfD, mit der man sich zudem auseinandersetzen müsse. "Immerhin hat die ein gewisser Prozentsatz gewählt", so Baier. "Und wenn die Veranstaltung dazu beitragen sollte, dass sich die Partei von ihrem rechten Flügel abgrenzt, hat sie doch sogar etwas Positives." Tettau sei das beste Beispiel für gelungene Integration. Gerade deshalb finde er es toll, dass die Marktgemeinde als Veranstaltungsort ausgewählt wurde.


Keinen Einfulss auf Vermietung

Deutlich kritischer beurteilt hingegen Tettaus Bürgermeister Peter Ebertsch (CSU) die Situation, in der er sich "höchst unglücklich" fühlt. "Ich bin überhaupt nicht begeistert und hätte abgelehnt", betont er. Es werde schließlich niemand gezwungen, die Halle zu vermieten.

Da die Marktgemeinde keinen Einfluss darauf hat, an wen die Festhalle verpachtet wird, habe er nur moralisch auf Baier einwirken können. "Für mich ist sie ein Ort für Volksfeste und ähnliche Events, aber nicht für so etwas. Das habe ich auch im Vorfeld schon betont", sagt der Bürgermeister.

Baier habe ihm zwar erklärt, dass es sich um eine nichtöffentliche Veranstaltung handelt und diese daher eher mit einer Firmenveranstaltung zu vergleichen sei, "aber wenn Personen wie Frau Weidel oder Frau von Storch eingeladen werden und Medien darüber berichten, hat es für mich nicht mehr den Charakter einer nichtöffentlichen Veranstaltung".


Ein gelungenes Beispiel für Multikulti

Dass sich die Gruppe von rechtsextremen Positionen abgrenzen wolle, sei für ihn nur ein kleines Trostpflaster. "Ich bin für generell gegen Ausgrenzung sowie Rechtsextremismus und für ein Miteinander und Integration." Die AfD und ihre Haltung lehne er daher klar ab. Tettau sei nicht nur weltoffen, sondern auch ein gelungenes Beispiel für Multikulti. "Wir haben mit der Integration der anerkannten Asylbewerber bewiesen, dass Integration von ausländischen Mitbürgern funktioniert", betont Ebertsch. Passen würde eine solche Veranstaltung daher nicht nach Tettau.

Was die Ziele der "Alternativen Mitte" sind, was der AfD-Kreisvorsitzende von dem Treffen hält undwer bereits Protest angekündigt hat, lesen Sie hier.
Newsletter kostenlos abonnieren


noch Zeichen



Bitte melden Sie sich an, um kommentieren zu können:

Sie sind noch nicht registriert? Bitte hier registrieren.