Ludwigsstadt
Gericht

Kronach: Sexueller Missbrauch in 100 Fällen - Mann vergewaltigt Tochter der Lebensgefährtin

Ein 57-jähriger Mann aus dem Landkreis Kronach soll die Tochter seiner Lebensgefährtin über Jahre hinweg in fast 100 Fällen sexuell missbraucht haben.
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Ein 57-jähriger Mann aus dem Landkreis Kronach  soll die Tochter seiner Lebensgefährtin über Jahre hinweg in fast 100 Fällen sexuell missbraucht haben.  Patrick Pleul, dpa
Ein 57-jähriger Mann aus dem Landkreis Kronach soll die Tochter seiner Lebensgefährtin über Jahre hinweg in fast 100 Fällen sexuell missbraucht haben. Patrick Pleul, dpa
Das weitere Verfahren findet weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt: Der Vorsitzende Richter am Landgericht Coburg, Christoph Gillot, folgte dem Antrag von Verteidiger Till Wagler aus Kronach, der im Namen seines Mandanten gefordert hatte, die Öffentlichkeit auszuschließen, wenn der 57-Jährige seine Aussage macht. "Das liegt im Ermessen des Gerichts" begründete Gillot die Entscheidung.

Grundlage für den Antrag ist der Paragraf 171 b des Gerichtsverfassungsgesetzes. In erster Linie gilt dieser dem Opferschutz, aber auch der Angeklagte kann als Prozessbeteiligter den Ausschluss der Öffentlichkeit beantragen. Dies ist dann der Fall, wenn Umstände aus dessen persönlichen Lebensbereich zur Sprache kommen und die öffentliche Erörterung schutzwürdige Interessen verletzt.


96 Fälle

Der Angeklagte, ein 57-jähriger Mann aus dem nördlichen Landkreis, wird aussagen. Staatsanwältin Jana Huber wirft dem ungelernten Kraftfahrer vor, die Tochter seiner Lebensgefährtin in 96 Fällen sexuell missbraucht zu haben. Bei der ersten Tat im Jahr 2005 soll das Mädchen erst 13 Jahre alt gewesen sein. Dabei habe der Angeklagte dem Kind laut Huber eine Schlaftablette verabreicht, um das Mädchen in einen Zustand zu versetzen, bei dem sie nicht mehr in der Lage gewesen sei, sich gegen den Angeklagten durchzusetzen. Mindestens zweimal pro Monat soll sich der Mann im gemeinsam bewohnten Einfamilienhaus vaginal, oral oder anal an dem Mädchen vergangen haben.

Weil die Taten sich über einen langen Zeitraum vom Jahr 2005 bis ins Frühjahr 2009 erstreckt haben sollen, fallen 48 Fälle unter schweren sexuellen Missbrauch von Kindern, weitere 48 Fälle unter den sexuellen Missbrauch von Jugendlichen. Zudem muss sich der Mann aufgrund des Verabreichens einer Schlaftablette wegen Missbrauchs widerstandsunfähiger Personen verantworten.

Auch das mittlerweile 24 Jahre alte Opfer und seine Mutter werden unter Ausschluss der Öffentlichkeit ihre Aussagen machen. Gillot betonte das besondere Schutzinteresse der Zeuginnen. Das Opfer habe große Scham empfunden, erklärte er, und sei noch immer in psychologischer Behandlung.


Urteil am Mittwoch

In der Folge werden auch die Plädoyers von Staatsanwältin Jana Huber und Verteidiger Till Wagler - und das letzte Wort des Angeklagten - werden hinter verschlossenen Türen stattfinden. Das Urteil soll am Mittwoch, 20. Dezember, fallen.
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