Kronach
Interview

"Alle, die ausgeflogen sind, kommen zurück"

Einmal Schützenfest und zurück. Elisabeth Prehn ist eine junge Frau von Welt. Sie wohnt seit einigen Jahren nicht mehr in Kronach.
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Vor zwei Jahren hat das Kaiserhöfer-Team den Chef in die Mitte genommen. Elisabeth Prehn ist die vorderste Dame (links) im schwarz/gelben Dirndl. Foto: privat
Vor zwei Jahren hat das Kaiserhöfer-Team den Chef in die Mitte genommen. Elisabeth Prehn ist die vorderste Dame (links) im schwarz/gelben Dirndl. Foto: privat
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Sie studiert in Köln Integrated Design und hat eine große Leidenschaft: die Welt entdecken. In einem Interview erzählt die 26-Jährige, warum sie jedes Jahr in den Semesterferien für zehn Tage in ihre
Heimat zurückkehrt.

Du arbeitest nun seit über zehn Jahren als Bedienung auf dem Kronacher Freischießen. Warum zieht es dich jedes Jahr zurück ins Festzelt?
Ich arbeite, seitdem ich 18 bin, auf dem Schützenfest und habe bisher den Absprung nicht geschafft, weil es einfach zu viel Spaß macht. Alle, die ausgeflogen sind und nicht mehr in Kronach wohnen, kommen zu dieser Zeit wieder zurück und treffen sich - das finde ich super.

Die Arbeit in einem Festzelt ist definitiv eine Abwechslung zum Studium. Was gefällt dir daran so
gut?
Das Kaiserhöfer-Team gehört für mich auf jeden Fall zur Heimat dazu. Ich habe mit meiner guten Freundin Melanie Endres gemeinsam angefangen, auf dem Schützenfest zu arbeiten und wir machen das seitdem jedes Jahr zusammen. Außerdem sind über die Jahre noch andere Freundinnen mit dabei und das Kaiserhöfer-Team allgemein ist jedes Jahr ein Kracher und es macht wahnsinnig Spaß, im Festzelt zu arbeiten.

Sicher ist die Arbeit nicht immer leicht und die Mengen an Bier schwer. Wie viele Maßkrüge kannst du stemmen?
Natürlich ist es auch körperlich anstrengend und Muskelkater gibt's jedes Jahr, aber das gehört dazu und ich sehe das eher als Sport. Die meisten Maßkrüge, die ich bisher gestemmt habe, waren elf Stück. Das ist schon nicht so einfach und geht auch nicht in Dauerschleife, aber ab und zu kann man das schon machen.

Auch wenn du am Schützenfest nicht privat unterwegs sein kannst und arbeiten musst - was ist für dich das Besondere am Kronacher Freischießen?
Mir gefällt es, mit den Menschen aus meiner Heimat in Kontakt zu sein. Alle sind supergut gelaunt und feiern zusammen. Manchmal kann es zwar auch anstrengend sein, wenn der ein oder andere eine Maß zu viel intus hat, aber auch wenn es mal Ärger gibt, ist das meistens schnell wieder vom Tisch.

Zuletzt warst du von Oktober 2016 bis März 2017 in Israel im Auslandssemester. Wo bist du schon überall in der Welt unterwegs gewesen?
Ich bin schon relativ viel in der Welt herumgekommen und trotzdem habe ich das Gefühl, dass es noch viel zu viel zu entdecken gibt. Ich war für ein paar Uniprojekte im Ausland, zum Beispiel in Paris und New York, ich habe ein halbes Jahr ein Praktikum in China gemacht und ein Auslandssemester in Israel. In Europa habe ich einige Länder besucht, ich bin regelmäßig in Bulgarien, weil ich
mütterlicherseits von dort stamme und war auch schon in Russland und in Marokko unterwegs.

Und könntest du dir vorstellen, irgendwann komplett nach Kronach zurückzukommen oder hier beruflich Fuß zu fassen?
Ein Teil von mir kann sich vorstellen, später einmal wieder nach Kronach zu kommen, ein anderer Teil von mir will lieber die Welt weiter entdecken. Aber auch wenn ich nicht wieder nach Kronach ziehe, werde ich auf jeden Fall zum Schützenfest meine Heimat besuchen.

Die Fragen stellte
Mariell Dörrschmidt
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