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Tradition

Zapfenstreich in Friesen

Die würdevolle Zeremonie hat ihren festen Platz im Leben der einheimischen Bevölkerung - und darüber hinaus.
Szene vom alljährlichen Zapfenstreich in Friesen  Foto: Heike Schülein
 
von HEIKE SCHÜLEIN
Es ist ein Brauch, der selbst "gestandenen Mannsbildern" die Gänsehaut auflaufen lässt: Die Rede ist vom gemeinsam gesungenen "Engel des Herrn". Mit dem zu Ehren der Mutter Gottes in der Friesener Ortsmitte erklingenden Kirchenlied findet Jahr für Jahr der - immer am Sonntag nach Fronleichnam abgehaltene - Zapfenstreich seinen innig-ergreifenden Höhepunkt. Heuer säumten wiederum eine große Anzahl Gläubiger nicht nur aus Friesen, sondern auch der umliegenden Ortschaften den Wegesrand des feierlichen Zuges. Dieser führt vom oberen Dorf aus in einem Rundgang durch die Straßen des Flößerdorfes.


Rätsel um Kastanienblatt

Für ihr Kommen wurden die Gäste mit einem farbenprächtigen Anblick belohnt. Neben kirchlichen und politischen Vertretern - allen voran Pfarrer Sven Raube, Kronachs Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein und Stadträten - beteiligten sich auch viele Vereine und Gruppierungen an dem gelebten Stück Heimatkultur. Zur Tradition gehört es auch, dass die Teilnehmer ein Kastanienblatt an ihre Hüte, ihr Revers oder wo halt gerade "Platz" ist, heften. Was es mit dem Ritual genau auf sich hat, war trotz Recherche nicht in Erfahrung zu bringen. Doch dass der Hintergrund, beziehungsweise die Bedeutung dieses schönen Brauchs, nicht mehr in Erfahrung zu bringen ist, stört niemanden in Friesen. Für die stimmige Umrahmung sorgte der Musikverein Friesen. Die Musiker führten den Zug an, sie spielten mit zünftigen Militärmärschen auf und brachten schließlich auch den "Engel des Herrn" musikalisch zum Klingen.
Nach dem Umzug verweilten nicht nur die Teilnehmer, sondern die gesamte Bevölkerung im Sportheim des SV Friesen im geselligen Beisammensein - als schöner Abschluss der mehrtägigen Festlichkeiten rund um Fronleichnam, das im Flößerdorf einen besonderen Stellenwert einnimmt und alljährlich groß gefeiert wird. Für viele Friesener ist das "Hochfest des Leibes und Blutes Christi" dann auch eines der schönsten Kirchenfeste überhaupt.
Die Bezeichnung Zapfenstreich stammt noch aus der Zeit der Landsknechte und war früher das Zeichen für den Beginn der Nachtruhe in den Quartieren. Bis heute hat diese schöne alte Tradition in vielen Gemeinden Deutschlands, aber ebenso in Österreich, nichts von ihrer Anziehungskraft verloren.


Flurumgang: Gottes Segen für Feld, Flur und Schutz vor Unwetter erbeten


Am Sonntag nach Fronleichnam wird in Friesen in alter Tradition wie auch in weiteren Pfarrgemeinden des Frankenwaldes der Flurumgang (Zweite Fronleichnamsprozession) durchgeführt. Diese Flurprozessionen sind ein spezieller Ausdruck der "Praxis Pietatis" und werden besonders von den Katholiken in Franken gepflegt. Vor der Pfarrkirche im oberen Dorf begrüßte Pater Gottfried Hofer vom Oblatenkloster Kronach die zahlreichen Gläubigen. Kurz darauf setze sich der Prozessionszug, angeführt von der Musikkapelle Friesen, durch die wunderschöne Natur Richtung Roßlach/Winterleithen in Bewegung. Hierbei wurde Gottes Segen für Feld und Flur und Schutz vor Unwetter sowie auch der Segen für ihre Familien erbeten.


"Sich der Schöpfung erinnern"

Auf der Wiese vor dem Anwesen Förtsch zelebrierte Hofer die heilige Messe. In seiner Predigt betonte der er, mit dem Geheimnis unseres Glaubens in der Schöpfung unterwegs zu sein und Gott zu ehren. Sich in Gottes freier Natur auch wieder einmal der Bewahrung der Schöpfung zu erinnern. Es sei wichtig, Gott für unseren Glauben zu danken. Die Liebe sei gelebter Glaube. Wenn wir unser Herz für Gott öffnen, könnten wir viel bewirken in der Welt, so der Geistliche.
Im Anschluss des Gottesdienstes trug der Priester, begleitet vom Altardienst, den Erstkommunionkindern, den Ehrenzügen der Soldatenkameradschaft und der freiwilligen Feuerwehr sowie den Fahnenabordnungen der örtlichen Vereine in der Sakramentsprozession das Allerheiligste wieder zurück zur Pfarrkirche. Mit dem sakramentalen Schlusssegen entließ der Geistliche die Prozessionsteilnehmer. Er dankte allen Beteiligten, die durch ihre Teilnahme bewiesen hätten, dass dieses Fronleichnamsfest nicht nur althergebrachte Tradition, sondern ein Zeugnis gelebten Glaubens sei. fj
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