Kronach
Medizin

Wie geht es mit der Frankenwaldklinik weiter?

Die Kronacher Grünen luden zu einem Pressegespräch über die ärztliche Versorgung im Landkreis. Es gibt noch viel zu tun.
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Im September wurde bekannt, dass die Frankenwaldklinik an Fresenius verkauft werden soll.  Foto: Archiv/Jan Koch
Im September wurde bekannt, dass die Frankenwaldklinik an Fresenius verkauft werden soll. Foto: Archiv/Jan Koch
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Das Durchschnittsalter der Hausärzte im Landkreis läge bei 53 Jahren. Für gut ein Drittel der bald in Rente gehenden Allgemeinmediziner gäbe es keine Nachfolger. So skizzierte Kreisrat Matthias Rudolph beim gestrigen Pressegespräch der Grünen, zu dem auch die Landtagsabgeordnete Kerstin Celina eingeladen war, den Ist-Zustand der medizinischen Versorgung im Landkreis.

Ein Vorschlag Rudolphs, der selbst Hausarzt in Mitwitz ist und hierbei vom ebenfalls anwesenden Oberarzt der Frankenwald-Klinik, Reiner Hoffmann, unterstützt wurde, ist die Weiterbildungsinitiative der Ärzte für Allgemeinmedizin. "Sie garantiert eine Ausbildung aus einem Guss", erklärt Rudolph. Und so könnten die potenziellen Allgemeinmediziner an den Landkreis herangeführt und im besten Fall gebunden werden. Außerdem müsse der Notarzt- Dienst in den ländlichen Gegenden attraktiver organisiert werden, denn für die meisten lohne sich die nächtliche Bereitschaft mit zwei oder drei Einsätzen weder finanziell noch vom persönlichen Aufwand.

Der geplante Verkauf der Klinik

Ebenfalls Thema des Gesprächs war der mögliche Verkauf der Frankenwald-Klinik an Helios Fresenius. Wenn das Kartellamt diesem Transfer zustimmt, ist das Geschäft Ende Februar unter Dach und Fach.
"Ich sehe es jetzt mal eher positiv", sagt Kreisrätin Edith Memmel über den geplanten Verkauf. Ändern könne man zumindest kurzfristig nichts und daher gelte es jetzt die ersten Gespräche mit dem Helios Managements abzuwarten.

Einen Themen- und Fragenkatalog gibt es dafür bereits. Unter anderem soll es darum gehen, dass trotz der Privatisierung die Grundversorgung beispielsweise bei Herzinfarkten, Blinddarmerkrankungen oder Geburten gewährleistet sein müsse. Auch wenn die Kliniken für diese Leistungen keine großen Gewinne verbuchen könnten, wie beispielsweise bei Spezialbehandlungen von Gelenken oder Herzerkrankungen.

Ergänzend zur Grundversorgung solle auch eine Geriatrie sowie eine Palliativversorgung angedacht werden. Außerdem solle eine unabhängige Schiedsstelle, der sogenannte Obutsmann, eingerichtet werden, die auch einmal Sterbefälle auf ihre Ursache hin überprüfe oder als Mediator auf allen Ebenen fungiere. Auch müsse ein 24-Stunden-Notfalldienst gewährleistet sein.

Der Abbau der Betten in der Intensivstation der Frankenwaldklinik müsse dementsprechend gestoppt werden, stimmte der ebenfalls anwesende Oberarzt des Klinikums Reiner Hoffmann den Vorschlägen der Grünen zu.
Mittelfristig müsse auch über andere Führungsoptionen nachgedacht werden. Eine Genossenschaft schlägt Reiner Hoffmann vor. Kreisrat Matthias Rudolph hält auch einen Beitritt der Klinik zum Rediomed Verband für eine denkbare Option. Dort sind unter anderem die Kliniken der Region Coburg, Lichtenfels und Sonneberg organisiert.

Ebenfalls angedacht wurde eine bessere Vernetzung der stationären und ambulanten Versorgung, wo eine bessere Abstimmung die Nachversorgung der Patienten erheblich verbessern würde.

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