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Laptop, Tablet, Whiteboard: Naht das Ende der analogen Schule?
Schulbücher, Ranzen, Tafel und Kreide - das alles könnte bald schon Vergangenheit sein. Tablets und Whiteboards gehört die Zukunft. Und das schon ab der Grundschule.
Wie sehen das Kronacher Pädagogen? Infranken.de hat sie befragt. Wird es künftig keine Schulbücher mehr geben, wie das in Teilen Chinas und Japans bereits der Fall ist, wenn alle Schüler von Grundschule bis Gymnasium mit Laptops ausgerüstet sind? "Ergänzung durch elektronische Medien ja, Ersatz für Bücher ein klares nein", sagt Realschulrektor Hans Blinzler, von der Staatlichen Realschule I. "Ich glaube als IT-Lehrer nicht, dass in unserer Kreisbücherei in zehn Jahren keine Bücher mehr verfügbar sind - die Nutzungsmöglichkeit für elektronisches Abspielen von Hörbüchern wird sicher ausgebaut", unterstreicht Blinzler.
Hingegen glaubt Schulleiter Uwe Schönfeld von der Siegmund-Loewe-Realschule (RS II) in Kronach, dass es Schulbücher im klassischen Sinn wohl nicht mehr geben wird, wenn erst alle Schüler mit Laptop ausgerüstet sind. Für Schönfeld stellt sich aber die Frage, "wie sich in dem Fall eine gemeinsame Linie in Bezug auf eine einheitliche Abschlussprüfung realisieren lässt".
Der amerikanischen Tablet-Hersteller Marvell jedenfalls strebt an, dass sein neu entwickelter Prototyp "Moby" für einen Preis von circa 99 US-Dollar auf dem amerikanischen Markt die Schulbücher ersetzt. Thailand will in diesem Jahr im Rahmen des Projekts "One Tablet per Child" (OTPC) 800 000 kostenlose Android-Tablets an Grundschüler verteilen.
Kein Abschied vom Buch
"Eine Verabschiedung vom Buch kann ich mir kaum vorstellen und möchte es auch selbst nicht", sagt die Rektorin der Lucas-Cranach-Grundschule in Kronach, Anita Neder. "Es gibt ja auch schon jetzt die digitale Schultasche", so Neder und führt aus, dass "die Schüler fit für ihre Zukunft werden müssen, die Arbeiten an und mit den neuen Medien muss unbedingt Eingang in die Schulen finden, da der Computer in allen Berufen eine zentrale Rolle spielt. Aber auch die Lehrer müssen hier gut fortgebildet werden".
Uruguay war das erste Land, das jedem Grundschüler zwischen sechs und zwölf Jahren bereits 2009 ein Laptop zur Verfügung stellte. In den vergangenen zwei Jahren haben 362 000 Schüler und 18 000 Lehrer Zugang zu Laptops des Projekts OLCP erhalten. Die Kosten für die Laptops inklusive Reparaturen, Internet-Zugang und Schulung der Lehrer betrugen rund 260 US-Dollar (175 Euro) pro Schüler. Die Folgekosten für Programm und Wartung für jedes Gerät liegen bei circa 14 Euro pro Jahr.
Die Schiefertafel hat ausgedient
Die Kosten für Schulbücher und deren Neubeschaffung liegt um ein Wesentliches höher. In Bayern sind im Haushalt jährlich etwa 20 Euro Schulbuchkosten pro Schüler vorgesehen. Dafür werden Bücher angeschafft, die aber fünf Jahre lang verwendet werden müssen. Aber auch die klassische Schiefertafel hat ausgedient, die Zukunft gehört den Whiteboards, den digitalen Tafeln. Die Tafelbilder werden nicht mehr direkt im Unterricht und nur durch den Lehrer erstellt, sondern können vorgefertigte Elemente, Bilder, Videos, Animationen, Erläuterungen, Notizen und vieles mehr enthalten.
Bereits seit einigen Jahren steht ein interaktives Whiteboard im IT-Raum der Maximilian-von-Welsch-Schule (RS I) in Kronach zur Verfügung, das von den Lehrkräften unterschiedlich intensiv genutzt wird. An der generalsanierten RS I verfügt jedes Klassenzimmer über PC mit Internetanschluss, Beamer, DVD-Stereoabspielgerät, zusätzliche Visualisierungsmöglichkeit über Tageslichtprojektor und natürlich die gute alte Wandtafel. "Für manche Unterrichtseinheiten, zum Beispiel im Fach Mathematik, wird von vielen Lehrkräften immer noch die entwickelnde Tafelarbeit dem elektronischen Whiteboardhandeln vorgezogen", betont Blinzler.
Das ist die Zukunftstechnologie
"Meine Erfahrungen zeigen, dass Whiteboards die Zukunftstechnologie darstellen", so Rektor Uwe Schönfeld (RSII). "Man hat unzählig viele Möglichkeiten, angefangen von der Speicherung des Tafelbilds bis zur Nutzung des Internets". Mit Whiteboards in allen Klassenzimmern arbeitet bereits die Lucas-Cranach-Grundschule in Kronach. "Da wir unsere alten Wandtafeln hätten erneuern müssen, gingen wir den neuen Weg und sind sehr begeistert. Insbesondere die Klarheit und Darstellungsweise an der Tafel ist prima. Allerdings erforderte es von den Lehrern viel Umstellung und entsprechende Fortbildungen", führt Rektorin Anita Neder aus. Die Schüler sind begeistert und gehen vollkommen unbefangen damit um.
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