Bildung

Vortrag in Kronach: Lernen will gelernt sein

Unternehmer Josua Kohberg zeigte bei einem Vortrag Maximilian-von-Welsch-Realschule, wie man Kindern und Jugendlichen nicht die gute Stimmung an der Schule verdirbt. Seine Tipps sind durchaus sportlich zu nehmen: Eltern als Trainer ihrer Kinder.
Lernen kann genial und einfach sein. Darüber informierte Josua Kohberg die Eltern in der Maximilian-von-Welsch-Realschule.  Foto: V. Schadeck
 
von VERONIKA SCHADECK
Schnell, einfach und lustvoll lernen? Ist das möglich? Den Ausführungen von Josua Kohberg nach schon. In einem kurzweiligen und mit Humor gespickten Vortrag zeigte der Wissens- und Lernstratege am Dienstagabend rund 300 Eltern und Schülern in der Maximilian-von-Welsch-Realschule auf, was es mit dem Lernen auf sich hat.

Er nahm die Eltern mit in die Welt des genial einfachen Lernens. Im Alltag könnten Eltern mit den Schülern das Lernen trainieren. "Eltern als Coach ihrer Kinder", das war seine Strategie.

Und wie funktioniert das? Zur Klärung dieser Frage holte Kohberg inhaltlich in seinem Vortrag etwas aus, erläuterte, wie man das Unterbewusstsein in den Lernprozess einbinden kann. Des Weiteren ging es um den Aufbau von Selbstvertrauen, um das Nutzen des eigenen Potenzials, um Werte und darum, warum Lernen Spaß machen muss. Der Referent gab wertvolle Tipps. Er forderte die Eltern auf, sich selbst auf den Prüfstand zu stellen, darüber nachzudenken, was für sie wirklich zählt: "Autos, Häuser, Geld? Oder ein Kind, das seinen eigenen Lebensweg findet?"

Die Erwachsenen sollten bedenken, dass Kinder im Unterbewusstsein lernen, dass sie ihre Eltern als Vorbild nehmen und vieles von ihnen und ihrer Umwelt kopieren.

Die Kinder mal überraschen

Er gab weiterhin den Tipp: "Seien Sie wieder mehr wie Kinder, verblüffen Sie Ihren Nachwuchs mit Reaktionen, die er nicht erwartet hätte!"

Der Unternehmer verstand es mit einer spannenden Rhetorik, seine Aufforderungen auch mit leicht nachvollziehbaren Beispielen zu untermauern. Er sparte auch nicht mit Kritik. Nur bis zum Alter von drei Jahren dürften Kinder hierzulande Kind sein, ab sechs Jahren beginne der sogenannte Ernst des Lebens. Die Kinder würden in ein Schulsystem gepresst und müssten Dinge lernen, an denen sie kein Interesse haben. Die Kunst des "Trainers" sei es, die Talente des Kindes zu entdecken und diese zu fördern. Wenn ein Kind um seine Fähigkeiten wisse, steige auch dessen Selbstvertrauen. Wenn ein Heranwachsender entsprechend seinen Neigungen gefördert werde, empfinde er Lernen nicht als ein Muss, sondern es mache ihm Spaß. Und es werde auch in anderen Fächern, die ihm nicht so liegen, bessere Leistungen erbringen.

Was bei dem Vortrag nicht fehlen durfte: der bewusste Umgang mit Medien. Kohberg hielt die Eltern dazu an, Fernsehen, Spielkonsolen und Internet nicht uferlos laufen zu lassen.

Und noch eines: Eltern sollten mit ihren Kindern über den Tellerrand blicken, krasse Dinge vor Augen führen, zum Beispiel, dass Nelson Mandela für den Kampf der Freiheit seines Landes 30 Jahre hinter Gittern verbracht hat oder dass täglich 40 000 kleine Kinder verhungern - und dass die Möglichkeit, Bildung zu erhalten, längst nicht selbstverständlich. Dann würden Heranwachsende eine ganz andere Einstellung zum Thema Lernen und Schule bekommen, versprach Kohberg. "Sie werden erkennen, dass Deutschland - ungeachtet der Pisa-Studie - eines der besten Schulsysteme vorweisen kann", betonte der Fachmann.

Trainer muss an sich arbeiten

Kohberg warnte vor übertrieben emotionalen Reaktionen bei Unstimmigkeiten. Die Entwicklung als "Trainer" sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. "Das ist harte Arbeit, aber es lohnt sich!", sagte er. Kinder sollten stark sein und ihre Träume leben können. Denn nur dann könnten sie an ihrer Entwicklung Freude empfinden und würden ihren Weg gehen. Und eines sollten sich die Eltern bewusst sein: "Die Kinder von heute werden morgen das Land gestalten."

Schulleiterin Christa Bänisch bedankte sich bei dem Referenten. Am Anfang hatte sie einen unterhaltsamen Abend versprochen, der spannender sein werde, als vor einem Fernsehgerät zu hocken. Und sie hatte Recht.





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