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Einsatz

Bewaffneter Überfall auf Baumarkt in Kronach: Neue Spur und Bitte um Hinweise

Die Polizei hat Hinweise auf den bewaffneten Räuber von Kronach gefunden - und Verbindungen und Ähnlichkeiten zu früheren Fällen festgestellt.
Der Täter, der Samstagabend die Kronacher Toom-Filiale überfiel, ist noch immer auf der Flucht. Foto: Marian Hamacher
 
von MARIAN HAMACHER
Gedauert hat der Überfall nur wenige Minuten - beschäftigen wird er die ermittelnde Kriminalpolizei Coburg hingegen wohl deutlich länger: Montag war der zweite Tag nach dem bewaffneten Raubüberfall auf die Kronacher Filiale der Baumarktkette Toom- der Täter ist noch immer auf der Flucht. "Es gibt noch nichts Neues", erklärte Jürgen Stadter, Pressesprecher beim Polizeipräsidium Oberfranken.

Nachdem die sofort eingeleitete Großfahndung - bei der auch ein Hubschrauber eingesetzt wurde - erfolglos blieb, gehe es nun darum, zu untersuchen, ob die am Tatort gesicherten Spuren nähere Hinweise ergeben. "Etwa auf die Fluchtrichtung und das Fluchtmittel", sagt Stadter. Und genau diesen Fluchtweg hat man am Dienstag wohl rekonstruieren können: Ein Personensuchhund konnte demnach den mutmaßlichen Fluchtweg nachverfolgen.


Spur verliert sich

Um 19.30 Uhr betrat der Täter den Baumarkt am Kehläcker - und verließ ihn kurz darauf mit einer Bargeldsumme im unteren vierstelligen Bereich, die er in einer Stofftasche verstaute. Um an das Geld zu kommen, bedrohte er eine Kassiererin mit einer Schusswaffe. Die Frau erlitt dadurch einen Schock, blieb ansonsten aber unverletzt.

Der Unbekannte muss über den Parkplatz des Baumarktes und einem dahinter verlaufenden Fußweges zum Ruppenweg geflüchtet sein. Von dort führte die Spur weiter über die Straße "Am Schulzentrum" stadteinwärts zur Rodacher Straße und von hier in die Gabelsberger Straße. Dort verliert sich die Fährte des unbekannten Täters.

Gegenstand der kriminalpolizeilichen Ermittlungen sei auch, eventuelle Parallelen zu ähnlichen Überfällen im Landkreis und angrenzenden Landkreisen zu finden (siehe Überblick weiter unten). Da hatten wir ja einige", sagt Stadter. Parallelen entdeckten Spezialisten des Raubkommissariats in Bezug auf Beschreibung und Vorgehensweise zu Überfällen in Stockheim im Oktober 2016 und im Januar 2017 sowie in Neustadt bei Coburg Ende Mai.


Zeugen weiterhin dringend gesucht

"Vielleicht finden sich ja Spuren, die darauf hindeuten, dass es sich bei einem davon möglicherweise um denselben Täter handelt. Aber das können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht belegen."

Was die Polizei hingegen sagen kann, ist, das der flüchtige Täter etwa 170 Zentimeter groß ist, 30-40 Jahre alt, schlank, dunkle Haare hatte und sprach hochdeutsch. Er trug zur Tatzeit eine blaue Latzhose, eine Sweat-Jacke, eine weiße Sonnenbrille sowie eine Baseballmütze.


Bei Angestellten bleibt ein Schock

Ob nun in Stockheim, Marktrodach, Neustadt bei Coburg oder nun Kronach: zurück blieb bei allen Angestellten, auf die bei den Überfällen eine Waffe gerichtet wurde, ein Schock. Mit dem sollen die Überfallenen freilich nicht alleine gelassen werden. "Sollten die Kollegen, die den Fall betreuen, der Meinung sein, man bräuchte sofort professionelle Hilfe, dann würden sie die auch umgehend veranlassen", sagt Stadter. Im Nachgang sieht er den Arbeitgeber in der Pflicht, dem Mitarbeiter psychologische Hilfe anzubieten.

Welches Verhalten in einem solchen Szenario ratsam ist, weiß Jürgen Stadter: "Wenn man etwas als Bedrohung ansieht, raten wir dazu, so weit wie möglich Ruhe zu bewahren und auch auf die Forderungen des Täters und kein Risiko einzugehen." Gleichzeitig solle aber auch versucht werden, sich gewisse Merkmale des Täters, etwa die Kleidung, einzuprägen - und dann die Polizei zu rufen.

Überblick über Raubüberfälle im Landkreis und der näheren Umgebung


Rückblick: Der Überfall auf die Kronacher Toom-Filiale war im Landkreis zwar der erste bewaffnete Raubüberfall in diesem Jahr - der letzte liegt aber nicht lange zurück.

Stockheim (I): Am 4. Dezember des vergangenen Jahres floh in den frühen Morgenstunden ein bewaffneter Täter mit einem dreistelligen Bargeldbetrag und einigen Stangen Zigaretten aus der OMV-Tankstelle in der Stockheimer Egerlandstraße. Außer einem Schock blieb die bedrohte Angestellte unverletzt. Es war der Schlusspunkt eines Jahres, das im Kreis Kronach gegen Ende gleich mehrere Überfälle erlebte.

Marktrodach: Eine Spielothek in Unterrodach wurde im Oktober 2016 gleich zweimal das Ziel von Räubern. Handelte es sich beim ersten Überfall am 9. Oktober vermutlich noch um einen Einzeltäter, der mit Kronacher Dialekt gesprochen haben soll, waren es zwei Wochen später beim zweiten zwei Männer, die gegen 13 Uhr den Laden betraten und einen Angestellten mit vorgehaltener Schusswaffe bedrohten. Sie forderten nach Angaben der Polizei in gebrochenem Deutsch, die Bargeldeinnahmen herauszugeben.

Während beim ersten Überfall niemand verletzt wurde, verpasste beim zweiten einer der Räuber dem Angestellten bei einem Schlag mit der Waffe eine leichte Kopfverletzung. Die Beute war jeweils ein niedriger vierstelliger Geldbetrag.

Stockheim (II): Gleiches galt für die nur wenige Stunden später ausgeraubte Aldi-Filiale in Stockheim. Dort war ein zwischen 20 und 30 Jahre alter Mann kurz nach Geschäftsschluss der letzte Kunde und zusammen mit den drei Angestellten allein im Markt. An der Kasse hielt er der Kassiererin einen Revolver entgegen. Kaum hatte die völlig überraschte Verkäuferin dem Täter das Bargeld ausgehändigt, verließ dieser fluchtartig den Laden. Die Kassiererin erlitt einen Schock.

Neustadt/Cbg: Der jüngste Raubüberfall liegt erst wenige Wochen zurück: Am 24. Mai erbeutete ein etwa 30 Jahre alter Mann (kurze Haare, schlank, etwa 170 cm groß), der einen regionalen Dialekt sprach, mit Waffengewalt Bargeld aus einem Bekleidungsdiscounter in Neustadt bei Coburg (Kreis Coburg). Auch hier erlitt die Kassiererin einen Schock.

Hinweise: In allen Fällen endete die Großfahndung ergebnislos. Hinweise zu den Fällen nimmt die Coburger Kripo weiterhin unter der Telefonnummer 09561/6450 entgegen.
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