Kronach
Nationalpark Frankenwald

Nationalpark Frankenwald: Befürworter-Transparent beschmiert und zerstört

Die "Diskussion" um den Nationalpark Frankenwald wird wohl härter. Offensichtlich Nationalpark-Gegner haben ein Befürworter-Plakat beschmiert.
Artikel einbetten Artikel drucken
Das beschmierte Transparent Foto: Rainer Glissnik
Das beschmierte Transparent Foto: Rainer Glissnik
+1 Bild
Gegner eines "Nationalparks Frankenwald" gehen offensichtlich mit härteren Bandagen gegen Befürworter vor.

Josef Schedel, der kürzlich mit Klaus Knorr erst einer Einladung der heimischen Waldbauern als Vertreter von Greenpeace in den Bayerischen Wald gefolgt war, sah im oberen Frankenwald etliche Transparente gegen einen "Nationalpark Frankenwald".


Signalfarbe

Er stellte nun ein drei Meter breites Transparent "Nationalpark Ja bitte" an der Kreisstraße in Richtung Teuschnitz auf. In der Nacht zum Sonntag wurde das Transparent mit einer Signalfarbe, wie sie vor allem Waldarbeiter benutzen, verschmiert.

Josef Schedel hatte ein schlechtes Gefühl und schaute um zwei Uhr früh nach - und fand das Plakat beschmiert vor. Vorher war er um 21 Uhr letztmals vor Ort. Dazwischen muss die Tat begangen worden sein. Immerhin konnte die noch nicht völlig trockene Farbe mit intensivem Aufwand gemeinsam mit seiner Frau halbwegs entfernt werden.


"Nein" statt "Ja"

Das 1,30 mal drei Meter große Transparent hatte Josef Schedel auf seine Kosten von einer Druckerei anfertigen lassen. Aus einem alten Scheunentor hatte er ein Gestell gebaut. Über dem "Ja" war mit roter Forstarbeiterfarbe ein "Nein" geschrieben worden. "Ich kenne diese Farbe", macht Schedel deutlich.

Die Polizei war am Sonntag vor Ort und nahm die Beschädigung auf. Um 15.30 Uhr fuhren die Polizisten weg. Als Josef Schedel dann um 18 Uhr noch einmal vorbei schaute, war das "Ja" herausgerissen. Josef Schedel ist entsetzt über diese Art der Auseinandersetzung. "Ich akzeptiere es, wenn sich Gegner mit Transparenten klar dagegen aussprechen", betont Schedel. Aber er verlangt, dass auch er ein Recht darauf hat, seine Meinung zu zeigen. Sein Plakat sollte nach etwas aussehen und das war es ihm auch wert. Ein zweites Plakat hat er in seinem Garten aufgestellt weil hier der Weg zum Kompostplatz vorbei führt.


"Freie Meinungsäußerung"

Ausgerechnet an einem Sonntagnachmittag wurde das Plakat teilweise entfernt. Klaus Knorr kann es einfach nicht fassen. "Es ist doch sein gutes Recht, seine Meinung zu äußern", beklagt Knorr. Er respektiere ja auch die gegnerischen Meinungsbekundungen. "Das ist freie Meinungsäußerung." Das jetzige geradezu militante Vorgehen erschrecke ihn, so der Greenpeace-Aktive.


Belohnung ausgelobt

Klaus Knorr und Josef Schedel appellierten von Beginn an zu einer fairen Auseinandersetzung mit der Frage eines Nationalparks. Viel mehr als der materielle Schaden ärgert Josef Schedel das unfaire Vorgehen gegen seine Meinungsbekundung. Für Hinweise zur Ergreifung des Täters lobt Schedel eine Belohnung von 500 Euro aus.
Verwandte Artikel
Verwandte Fotoserien
3 Kommentare
Sie sind nicht angemeldet.
Sie müssen angemeldet sein, um Kommentieren zu können!
registrieren