Haig
Patenschaftsübernahme

Sogar der Bürgermeister ging in die Knie

Die Haiger Wehr kam mit einer großen Bitte zur FFW Wolfersdorf: Wollt ihr unsere Patenwehr werden? Das Ja kam teuer.
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Auf den Knien trugen die Vertreter der FFW Haig mit ihrem Schirmherrn Bürgermeister Rainer Detsch (2. v. r.) ihre Bitten zur Patenschaftübernahme an die FFW Wolfersdorf (l.) vor.
Auf den Knien trugen die Vertreter der FFW Haig mit ihrem Schirmherrn Bürgermeister Rainer Detsch (2. v. r.) ihre Bitten zur Patenschaftübernahme an die FFW Wolfersdorf (l.) vor.
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Die FFW Haig bittet in Wolfersdorf um Patenschaft und das kostet viel Schweiß. Dass man um eine Patenschaft bitten muss, ist wohl selbstverständlich. Dass man für eine Zusage aber schwierige Aufgaben lösen und sich diese im Schweiße des Angesichts erst erarbeiten muss, das mussten die Feuerwehrkameraden aus Haig in Wolfersdorf erfahren. Mit ihren Haiger Volksmusikanten und einer Fahnenabordnung und Festdamen sowie dem Schirmherrn, Bürgermeister Rainer Detsch, zog die Delegation der FFW Haig durch Wolfersdorf, um am Feuerwehrhaus bei der FFW Wolfersdorf die Patenschaft zu erbitten. Patenschaft deshalb, weil man im kommenden Jahr das 125. Jubiläum mit einer Vier-Tagefeier vom 25. bis 28. Mai 2017, unter dem Motto "Burning Haig", würdig feiern möchte.
Die Haache selbst hatten eine Patenschaftssitte nach altem Brauchtum vorgeschlagen. Vor Jahrzehnten habe der Volkstrachtenverein einmal ein ähnliches Ritual durchgeführt, informierte Vorsitzender Bastian Förtsch. Doch nun warteten die angehenden Paten mit einigen überraschenden und kniffligen Aufgaben, die die Jubiläumswehr in spe ganz schön ins Schwitzen kommen ließ.
Dieser Bittgang zum Feuerwehrhaus in Wolfersdorf brachte dann allerdings einige Überraschungen mit sich. Dort erwartete die örtliche Feuerwehr die Gäste, wussten sie doch, dass diese ein großes Anliegen und eine große Bitte mitbringen. "Wollt ihr unsere Paten bei unserem 125-jährigen Jubiläum sein?" Fast flehend knieten die Feuerwehrleute aus Haig ihre Kameraden aus Wolfersdorf nieder. Das Haiger 2017 bedarf eben auch der Unterstützung durch einen guten Patenverein. Und weil die Wolfersdorfer gute Paten für eine gute Wehr sein wollen, machten sie zuerst den Gegencheck und prüften, ob die Feuerwehr Haig der Patenschaft würdig wäre, damit man sich nicht mit ihr blamieren müsse.
Da halfen auch schmeichelnde und flehende Worte des 1. Kommandanten Georg Gremer, des 2. Vorsitzenden Adelbert Förtsch und Florian Kleine- Herzbruch, des 2. Kommandanten Michael Beetz und 1. Vorsitzenden Bastian Förtsch auf den Knien nichts.
Die Wolferdorfer blieben hartnäckig und wollten den Beweis, dass sie einer guten Wehr als Patenwehr zur Seite stehen. Und nach einer freundlichen Begrüßung mussten die in Ausgeh- Dienstuniform anmarschierten Gäste an die Arbeit. Eine Schlauchleitung kuppeln, einen straken Baumstamm mit Handsägen in Stücke sägen, danach wurde quasi als kleine Belohnung die Trinkfestigkeit getestet. Und danach war viel Puste verlangt, denn mit drei C-Strahlrohren galt es einen Luftballon zum Platzen zu bringen.
Aber auch die im Dirndl herausgeputzten Festdamen blieben nicht verschont. Sie durften ihr Bedienungstalent beweisen und dem Bürgermeister ein Weizen einschenken, weil das gut klappte schlossen sich die Wehrleute von Wolfersdorf an und ließen sich ebenfalls fürstlich bedienen.
Nun aber waren die Wolfersdorfer voll überzeugt auf dem Jubiläumsfest der FFW Haig als Patenwehr mit zu marschieren und sich dabei nicht zu blamieren.
Auch Schirmherr Bürgermeister Rainer Detsch zeigte sich beeindruckt vom Zeremoniell und vom Ideenreichtum der Feuerwehrleute. Die Haachä und Wolfersdörfer waren wieder mal für eine große Überraschung gut und zeigten was echte Kameradschaft bedeutet. "Wir können dem Jubiläumsfest mit Gelassenheit und Freude entgegensehen", sagte der Schirmherr und besiegelte von Amts wegen die Patenschaft.
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