Gifting
Warnung

Rätsel in Gifting: Polizei sucht mysteriöses Trio

Neugierige Besucher weckten bei einer Giftinger Familie den Verdacht, ihr Grundstück könnte für einen Raubzug ausspioniert worden sein.
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Die Spuren rund ums Haus waren trotz des gestrigen Schneetreibens in Gifting auch am Mittwoch noch zu erkennen. Foto: Marco Meißner
Die Spuren rund ums Haus waren trotz des gestrigen Schneetreibens in Gifting auch am Mittwoch noch zu erkennen. Foto: Marco Meißner
Ein Giftinger stellte am Dienstagabend eine Warnung auf seiner Facebook-Seite ein. Drei Männer in einem VW Passat mit polnischem Kennzeichen hatten ihn beunruhigt. "Es liegt die Vermutung nahe, dass die besagten Personen unser Anwesen und gegebenenfalls die Nachbargrundstücke ausgekundschaftet haben. Bitte haltet in den umliegenden Ortschaften die Augen offen", schrieb der Mann.

Was war geschehen? "Es gab verdächtige Wahrnehmungen", erklärt der Pressesprecher der Polizeiinspektion Kronach, Gerhard Anders. Am Dienstag gegen 12.45 Uhr sei der graue VW Passat in die Einfahrt des etwas abseits stehenden Giftinger Hauses gefahren. Die drei Insassen hätten sich dort umgesehen und seien auch im näheren Umfeld umhergelaufen.


Seltsames Verhalten

"Ich war gerade bei meiner Schwiegermutter", erinnert sich die Ehefrau des Giftingers, die nicht namentlich genannt werden möchte. Der verdächtige Wagen sei ungewöhnlich zielstrebig durch den Hof des Hauses der Schwiegereltern gefahren; er habe dann bei dem dahinter liegenden, frei stehenden Wohngebäude unmittelbar vor den Garagen geparkt.

Etwa 30 bis 40 Jahre alt seien die neugierigen "Gäste" gewesen, die von der Ehefrau und ihrer Schwiegermutter beobachtet wurden, nachdem sie das Auto verlassen hatten. Die Männer seien mit Plastiksack und Karton in der Hand ausgestiegen, hätten sich rings um das Gebäude bewegt und seien sogar den benachbarten, verschneiten Hang hinaufgegangen. "Sie haben so getan, als wollten sie den Hang hinunterfahren", berichtet die Frau von dem merkwürdigen Treiben im Wilhemsthaler Gemeindeteil. Doch welcher Erwachsene fährt schon nach Gifting, tigert über ein Privatgrundstück ("Die Fußspuren führten hin und her"), um dann auf einem Karton und einer Tüte Schlitten zu fahren?

Circa 15 bis 20 Minuten habe das Ganze gedauert. Bedenken weckt bei der Ehefrau vor allem der Aufenthalt der drei Männer auf dem Hügel. Von dort lasse sich nicht nur das Wohnhaus, sondern auch eine nahe liegende Spedition und ein sehr versteckt liegendes Gebäude gut einsehen.


"Schlittenfahrer" überrascht

Dass einer der Männer ständig mit dem Handy telefoniert hat und auch der Karton zunächst vor Ort deponiert wurde, nährt den Verdacht der Schwiegermutter, dass es nicht mit rechten Dingen zuging. Sie fasste sich schließlich ein Herz und ging zu den drei Männern hinüber. Demonstrativ hat sie dabei auf das Kennzeichen geschaut, wie die Ehefrau berichtet. Allerdings hat nur einer der offenbar überraschten "Schlittenfahrer" etwas zu ihr gesagt.

"Sorry, sorry, nichts verstehen Deutsch", erinnert sich die Schwiegermutter an die Worte des Mannes, der ein gepflegtes Äußeres gehabt habe. Der Beifahrer habe eine Sonnenbrille getragen, der Dritte sei hinter den dunklen Rückscheiben kaum zu erkennen gewesen, weiß sie noch. "Das war total ungewöhnlich", blickt sie auf diesen Vorfall zurück. Die drei Unbekannten hätten dann ihren Karton wieder eingepackt und sich aus dem Staub gemacht.

Als "mysteriös" stuft Gerhard Anders diesen gesamten Vorgang ein. Doch was genau hinter dem Besuch der drei Auto-Insassen steckte, darüber könne nur spekuliert werden. Die Polizei sei von den Anwohnern zwar alarmiert worden, die Meldung aber zu spät eingegangen. Der Passat sei längst über alle Berge gewesen.

"Es gibt verschiedene Möglichkeiten, was die drei Männer dort gemacht haben können. Das ist alles hypothetisch", stellt der Pressesprecher fest. Die Polizei wird jedoch weiter die Augen nach dem verdächtigen Wagen offen halten. Anders erwägt zudem, die Meldung auf Präsidiumsebene hochzustufen, um so überregional Zusammenhänge herstellen zu können, falls das Fahrzeug andernorts wieder auftaucht. Die Untersuchungen wegen des Nummernschildes führten derweil in eine Sackgasse. "Das abgelesene Kennzeichen ist so nicht existent", sagt der Polizist.


Das rät die Polizei

Tipp: Polizei-Pressesprecher Gerhard Anders rät allen, die ähnliche verdächtige Wahrnehmungen machen, sofort die Ordnungshüter darüber zu informieren. "Dann können wir die betreffenden Personen noch vor Ort einer Kontrolle unterziehen", erklärt er.

Notizen: Informationen zu verdächtigen Personen oder einem mitgeführten Fahrzeug sollten notiert werden.

Telefon: Die Polizeiinspektionen sind telefonisch unter den Rufnummern 09261/5030 (Kronach) sowie 09263/ 975020 (Ludwigsstadt) zu erreichen.
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