Ich willige einX

Diese Website verwendet das Besucheraktions-Pixel von Facebook für statistische Zwecke. Mit einem Cookie kann so nachvollzogen werden, wie unser Marketing auf Facebook wirkt und wie wir es verbessern können. Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihr Einverständnis hierzu erteilen. Eine genaue Beschreibung zum „Besucheraktions-Pixel“, zu Cookies im Allgemeinen und Ihrem Widerspruchsrecht, das Sie jederzeit ausüben können, steht Ihnen in unserer Datenschutzerklärung unter hier zur Verfügung.

Ausstellung

Oskar von Redwitz-Schmölz im Rathaus

Im Küpser Rathaus ist bis zum Dreikönigstag eine Ausstellung über das Leben und Wirken von Oskar von Redwitz-Schmölz zu sehen.
Rainer Domke (Sechster von links) zeigt Bücher und Gedichtbände im Original, mit Werken von Oskar von Redwitz. Foto: Andrea Hänel
 
Eine umfang- und aufschlussreiche Ausstellung über das Leben und Wirken Oskar von Redwitz-Schmölz im Gedenken an dessen 125. Todestag wurde von Bürgermeister Herbert Schneider eröffnet und ist im Küpser Rathaus während der allgemeinen Öffnungszeiten von Montag bis Freitag von 8 bis 12, Dienstag und Donnerstag von 14 bis 16 und Mittwoch von 14 bis 18 Uhr bis zum Dreikönigstag 2017 zu sehen.


Daten und Zeitdokumente

Eine unglaubliche Fülle an Daten und Zeitdokumenten wurden von Kurt Schäfer aus Weilerbach/Kaiserslautern und dem Küpser Historiker Rainer Domke zusammengetragen und ausgewertet. Kurt Schäfer fertigte in aufwendiger Handarbeit 16 große Tafeln an, die die verschiedenen Lebensstationen Oskar von Redwitz-Schmölz und dessen Wirken zeigen. Rainer Domke führte mit großem Wissen das Publikum durch die Ausstellung. Bürgermeister Herbert Schneider verlas das Grußwort von Kurt Schäfer, der leider an der Ausstellungseröffnung nicht persönlich teilnehmen konnte.

Maximilian Heinrich Oskar Freiherr von Redwitz-Schmölz wurde am 28. Juni 1823 im mittelfränkischen Lichtenau als Nachfahre des uralten Geschlechts der Reichsfreiherren von Redwitz geboren. Das Versetzungsgesuch seines Vaters führte die Familie von Redwitz 1825 nach Kaiserslautern, wo dieser die Leitung des Zentralgefängnisses übernahm. Der weitere berufliche Werdegang des Vaters Ludwig Freiherr von Redwitz brachte die Familie schließlich nach Speyer. Hier besuchte Oskar von Redwitz die Schule bis zum Abitur und studierte anschließend in München Jura, das er mit dem Staatsexamen abschloss. In dieser Zeit begann er auch seinen ersten Versroman "Amaranth" zu schreiben. Zurückgekehrt nach Speyer arbeitete er als Rechtspraktikant. Danach zog er wieder nach Kaiserslautern. Hier beendete er sein Erstlingswerk "Amaranth", das ihm über Nacht großen Ruhm bescherte.

Oskar von Redwitz fand auf dem Schellenberger Hof in der Gemeinde Weilerbach seine große Liebe in der 15-jährigen Mathilde Hoscher, die er 1851 heiratete und die ihm sieben Kinder gebar. Viele Jahre wurde der Schellenberger Hof der Lebensmittelpunkt der jungen Familie, bis sie 1854 nach Oberfranken in das Stammschloss Schmölz verzog. Hier lebte Oskar von Redwitz mit seiner Frau Mathilde und den Kindern sieben Jahre lang. Im Jahre 1856 verstarben an einem Tag zwei seiner Töchter hier auf Schloss Schmölz an Scharlach. Nach dem Verkauf der oberfränkischen Stammgüter zog die Familie nach München.


Gönner der Pfarrgemeinde

Oskar von Redwitz zeigte sich als Gönner und Freund der Theisenorter Pfarrgemeinde und überschrieb dieser die Kirche, mit der Maßgabe hier Gottesdienste beider Konfessionen abzuhalten. Ein erst kürzlich gefundenes, kunstvoll gestaltetes Messbuch, das Oskar von Redwitz zum Abschied der Kirchengemeinde Theisenort schenkte, enthält die Widmung: "Der katholischen Kirche Theisenort, in der ich mit meiner lieben Familie so manche glückliche Stunde der Andacht und Erbauung verlebt, zum immerwährenden frommen Angedenken, mit der Bitte um liebreiche Erinnerung und Gebet für mich, meine liebste Ehefrau Mathilde und meinen theuersten Kinder. Gelobt sei Jesus Christus! Schmölz am Tage meines Scheidens von meinem Stammsitze, 3. Juni 1862, Oscar Freiherr von Redwitz, königlich bayerischer Kammerherr". Dies würdigte die Kirchengemeinde jüngst mit einem Gedenkgottesdienst an den 125. Todestag.

Aus gesundheitlichen Gründen hielt sich der Dichter immer öfter zu Kuraufenthalten in Meran auf, bis er 1872 den "Schillerhof" in Meran-Obermais kaufte. 1890 verschlechterte sich sein Gesundheitszustand. Im Jahre 1891 verstirbt Oskar von Redwitz in der Nervenheilanstalt St. Gilgenberg bei Bayreuth.


Werke

Seinem Erstlingswerk "Amaranth" folgten viele schriftstellerische Erfolge, wie Gedichtbände, das Drama "Sieglinde", der Roman "Hermann Stark", ein "Deutsches Hausbuch", "Das Märchen vom Waldbächlein und dem Tannenbaum", "Glück" oder "Der Zunftmeister zu Nürnberg" und weitere mehr, die zum Teil im Original im Rathaus Küps ausgestellt sind. Aber nicht nur Dichtungen weisen auf das feingeistige Schaffen des Oskar von Redwitz hin. Es existieren vielerlei Kompositionen nach Oskar von Redwitz durch international bekannte Musikgrößen - es seien nur Franz Liszt, Carl Loewe, Anton Bruckner oder aus Frankreich Jules Massenet oder Italien Ferucchio Busoni genannt.

Kreisheimatpfleger Dieter Lau würdigte in seinen Worten das Engagement der beiden Historiker und betonte, dass die Forschungen zum Leben von Oskar von Redwitz wichtiger Bestandteil der Kreisheimatpflege seien.

Rainer Domke, der am Marktsonntag eine große Anzahl Interessierter fachkundig durch die Ausstellung führte, bietet an, bei Bedarf Gruppen im Rahmen einer individuellen Führung das Leben und Wirken Oskars von Redwitz in der "Kleinen Rathausgalerie" in Küps näher zu bringen.
Newsletter kostenlos abonnieren





Bitte melden Sie sich an, um kommentieren zu können:
Benutzer     Passwort    

Sie sind noch nicht registriert? Bitte hier registrieren.