Nordhalben
Ausstellung

Nordhalbener Schau "Heimat im Handgepäck"

Was Kinder wohl in die Fremde mitnehmen würden
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Die amerikanischen Kinder mögen Football und sind stolz auf ihre Flagge.Foto: Nicole Julien-Mann
Die amerikanischen Kinder mögen Football und sind stolz auf ihre Flagge.Foto: Nicole Julien-Mann
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Im Künstlerhaus Nordhalben wurde die Ausstellung "Heimat im Handgepäck" eröffnet. Die Kinder der dritten und vierten Klasse zeigen in Collagen, was sie im Fall einer Auswanderung mitnehmen würden.
Eine Vernissage ganz im Zeichen der Kinder - nicht nur die Kunstwerke standen im Mittelpunkt, die Kinder interviewten ihre Kunstpädagogin, sorgten für die musikalische Umrahmung und ein Presseteam. Brechend voll war die Galerie.
"It's so easy to say Hello!", mit ihrem Begrüßungslied demonstrierten die Kinder im Künstlerhaus eine wunderbare Willkommenskultur in Nordhalben und setzten damit den sympathischen Kontrapunkt zum Thema Flucht und Vertreibung, das im aktuellen Tagesgeschehen oft negativ besetzt ist.
Dabei machen sich Menschen seit vielen Tausenden von Jahren immer wieder auf die Suche nach bessereren Lebensbedingungen. Zwar gilt heute unsere Heimat als Ort der Verheißung, aber im 19. Jahrhundert packten viele Franken ihr Bündel für immer, um sich jenseits des Atlantiks in Amerika eine bessere Zukunft aufzubauen. Der Name der Ortschaft Frankenmuth in Michigan zeugt von Aufbruchsstimmung und Gründergeist. Im dortigen Museum sind Gegenstände ausgestellt, die die Auswanderer aus ihrer Heimat mitgenommen haben.
Als die Künstlerin Irmgard Niederreiter ihren Freund Paul in Michigan besuchte, fragte sie sich beim Betrachten der Spielzeuge im Museum, was Kinder wohl heutzutage als Erinnerung an ihre Herkunft mitnehmen würden. So entstand das interkontinentale Kinder-Kunst-Projekt "Heimat im Handgepäck".
Irmgard Niederreiter kannte die Nordhalbener Kinder aus einem Projekt im vergangenen Jahr. Ihre neue Idee wurde im Künstlerhaus und in der Schule genauso gerne aufgegriffen wie auf der anderen Seite des Atlantiks in Michigan. So stellten sich zunächst die Nordhalbener Kinder die Frage "Was würde ich mitnehmen in die Fremde?" Sie zeichneten ihren Gegenstand aus dem Gedächtnis und brachten ihn am nächsten Tag in der Schule mit, wo er fotografiert wurde. Im nächsten Schritt verknüpften sie Zeichnungen und Fotografien in Collagen.
Drei Tage dauerte der kreative Prozess und lieferte erstaunliche, lustige und berührende Ergebnisse. Die Collagen sind so unterschiedlich, wie die Kinder selbst. Nur bei den Gegenständen gibt es Übereinstimmungen: Kuscheltiere überwiegen, Fußball-Fanartikel sind wichtig und sogar ein Traktor wäre mit im Gepäck. Die deutschen Arbeiten wurden zunächst in Frankenmuth ausgestellt und jetzt zusammen mit den Bildern der amerikanischen Kinder nach Deutschland zurückgeschickt.
"Auf den Bildern sieht man ganz oft die amerikanische Flagge", stellten die Nordhalbener fest. Und die Fußbälle sehen auch anders aus - Football und Fußball sind eben nicht dasselbe. Der offen gezeigte Nationalstolz überraschte die fränkischen Kinder, auch, dass Panzer und Raketen in den Collagen zu sehen sind. Aber zum Glück überwiegen Kuscheltiere und Kuscheldecken.
Die Ausstellung kann noch bis 21. Mai jeden Freitag, Samstag und Sonntag von 14 bis 16 Uhr besichtigt werden.
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