Ich willige einX

Diese Website verwendet das Besucheraktions-Pixel von Facebook für statistische Zwecke. Mit einem Cookie kann so nachvollzogen werden, wie unser Marketing auf Facebook wirkt und wie wir es verbessern können. Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihr Einverständnis hierzu erteilen. Eine genaue Beschreibung zum „Besucheraktions-Pixel“, zu Cookies im Allgemeinen und Ihrem Widerspruchsrecht, das Sie jederzeit ausüben können, steht Ihnen in unserer Datenschutzerklärung unter hier zur Verfügung.

Fast vergessen

Neue alte Marter in Zeyern wurde völlig rekonstruiert

Die Steinsäule stand 235 Jahre in Zeyern,. Bis zu einem Unfall. Anhand der Dokumentation von Roland Graf konnte sie wiederhergestellt werden.
Vor der Restaurierung nur einige traurige Reste
 
Wenn man eine Flurdenkmallandschaft in ihrer Gesamtheit erhalten will, so ist es unerlässlich, sich einen genauen Überblick über den Bestand der Denkmäler und deren Erhaltungszustand zu verschaffen. Notwendig ist dafür die Erarbeitung einer exakten Bestands- und Zustandsaufname.

Es ist ein Muss, von jedem einzelnen Objekt eine Fotodokumentation anzulegen, um zum Beispiel bei eventuellen späteren Rückfragen von Besitzern oder Ämtern Auskunft erteilenoder durchgeführte Arbeiten belegen zu können.

Nur so kann gezielt eine Gefährdung erkannt und die Dringlichkeit von Renovierungs- oder Restaurierungsarbeiten gesteuert werden. Nach diesem Prinzip erarbeitete Roland Graf 1972 bis 74 eine umfangreiche Marternkartei, in der jede Sandsteinmarter des Landkreises Kronach topografisch erfasst und mit genauen Maßangaben und Fotos dokumentiert ist.

Der daraus gewonnene Überblick ermöglichte die Erstellung einer Dringlichkeitsliste, die in 40 Jahren im Ehrenamt von Graf abgearbeitete wurde. Der Wert dieser Angaben wird besonders dann ersichtlich, wenn Flurdenkmäler bei Verkehrsunfällen in Mitleidenschaft gezogen oder vollständig zerstört werden.

Ein solcher Fall ereignete sich 1975 in Zeyern, am Ortsausgang ins Geusertal. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte eine Sandsteinmarter aus dem Jahre 1740 die Jahrhunderte nahezu unbeschädigt überstanden. Lediglich ein Eisenband war im Laufe der Zeit nötig geworden, um den Schaft stabil zu halten.

Ihr Standort war ein Gartengrundstück an der schmalen Straße nach Geuser. Dass der als sicher eingestufte Standort es dennoch nicht war, erwies sich bei einem Verkehrsunfall. "Ein außer Kontrolle geratener Pkw prallte derart hart gegen die Marter, dass sie gründlich zerstört wurde, so dass ich bei meinem Eintreffen nur noch ein Trümmerfeld vorfand", erinnert sich Graf.


Teile gesichert

Durch das umsichtige Handeln der Gemeindeverwaltung seien alle Einzelteile gesichert und nach Steinwiesen zum Steinmetzmeister Erich Holzmann gebracht worden. Er führte eine Begutachtung durch, um gegebenenfalls einige Teile für eine Restaurierung verwenden zu können. Damit der ursprüngliche Zustand der Marter wieder hergestellt werden konnte, war erst die Frage nach dem einstigen Aussehen zu klären.

Etliche Zeyerner wussten zwar, dass hier einstmals eine Marter stand, aber über ihr Aussehen gab es nur unzulängliche Angaben. Sie wären ungeeignet gewesen, um eine ordentliche Restaurierung ausführen zu können.
Es war eine glückliche Fügung, dass seit dem 1. November 1974 ein Karteiblatt vorlag, auf dem der Standort der Marter in einer topografischen Karte ebenso festgehalten war wie die genauen Abmaße von Sockel, Schaft und Aufsatz. Hinzu kamen die Fotoaufnahmen, die es dem Steinmetzmeister ermöglichten, selbst die Rekonstruktion der Jahreszahl 1740 wieder sichtbar zu machen. Anhand dieser Unterlagen erhielt die Sandsteinmarter ihr ursprüngliches Aussehen zurück.

Nachdem der Sandstein gereinigt und die Restaurierung im gleichen Jahr abgeschlossen war, wirkte die Marter sehr hell. Heute, nach 40 Jahren, hat sie wieder ihre alte Patina angenommen. Längst vergessen ist der Unfall von damals. Dazu trägt auch das alte Eisenkreuz bei, das wie früher den Aufsatz bekrönt und die Architektonik des schlanken Steins nach oben ausklingen lässt.
Newsletter kostenlos abonnieren





Bitte melden Sie sich an, um kommentieren zu können:
Benutzer     Passwort    

Sie sind noch nicht registriert? Bitte hier registrieren.