Gemeinderat

Neue Nutzung für die alte Schule?

Die Tettauer Räte stimmten einem Erneuerungsbeschluss zu - unter Vorbehalt. Die Drehleiter für die Wehr wurde bestellt und dabei gespart.
Heiß her ging es im Gemeinderat, als es um die Zukunft der alten Schule in Kleintettau ging. Foto: Veronika Schadeck
 
von VERONIKA SCHADECK
Es ist gut möglich, dass die alte Schule in Kleintettau, die später als Rathaus genutzt wurde und nun leersteht, einer neuen Nutzung zugeführt wird. Eventuell könnte dort ein Gemeinschaftshaus mit Gemeinschaftsräumen, barrierefreien Sanitäranlagen und einer Küche entstehen. Das Gremium fasste in der Gemeinderatssitzung am Montagabend den Beschluss, den vorgelegten Bauantrag zur Umgestaltung und Erneuerung der alten Schule unter Vorbehalt zuzustimmen.
Unter Vorbehalt deshalb, weil die Mandatsträger auf Förderungen im Rahmen der Dorferneuerung hoffen. Um diese aber zu erhalten, müssen vorher die erforderlichen Kriterien erfüllt werden. Auf den vor der Abstimmung erhobenen Einwand von Helmut Neubauer (BL), dass hier zuviel Geld für ein Projekt verwendet werde, antwortete Bürgermeister Peter Ebertsch (BfT): "Wir können die Gebäude, die sich im Gemeindeeigentum befinden, nicht verfallen lassen!" Und außerdem: "Es ist kein endgültiger Beschluss!" Zuvor wies er darauf hin, dass die Gemeinde als eine von fünf Kommunen in Oberfranken bezüglich der Dorferneuerung einen Förderbescheid in Höhe von knapp 205 000 Euro bekommen habe. Diese Summe soll für Straßenmaßnahmen verwendet werden.


"100 000 Euro gespart"

Mit Freude verkündete er, dass die Drehleiter für die Feuerwehr bestellt worden sei. Er sprach die Kooperation mit den Gemeinden Seßlach, Rödental, Bad Rodach an. Diese habe sich gelohnt, denn somit konnten pro Drehleiter 100 000 Euro gespart werden. Ein Dank galt auch dem Landkreis, der diese Anschaffung mit unterstützt. So bleibt für den Markt Tettau bei einer Gesamtsumme von etwa 650 000 Euro für die Drehleiter ein Eigenanteil in Höhe von rund 150 000 Euro. "So etwas nenne ich Nachhaltigkeit", meinte Ebertsch. Im Rahmen der Sitzung gab Franz Ullrich vom Büro plan & werk einen Einblick über die "vorbereitenden Untersuchungen" in Tettau und Alexanderhütte. Diese dienen dazu, ein Sanierungsgebiet auszuweisen, Missstände zu identifizieren und zu beschreiben. Der Markt Tettau kann dann Fördermittel aus Städtebaumitteln beantragen. Auch Privateigentümer profitierten durch eine erhöhte Abschreibung davon, wenn sie Investitionen an ihren Gebäuden, die sich in ausgewiesenen Sanierungsgebieten befänden, vornehmen ließen. Ullrich wies darauf hin, dass 90 Prozent der vorhandenen Arbeitsplätze in Tettau im produzierenden Gewerbe angesiedelt sind. Handlungsbedarf sah er unter anderem in der Schule, bei der Festhalle, beim teilweisen Rückbau der Privilegierten Porzellanfabrik sowie bei der Schaffung von Wohnräumen. Er sprach von einer Machbarkeitsstudie in der "Siedlung 4" und "Friedhofsweg 4". Die Marktgemeinde beschloss die Ausweisung eines Sanierungsgebietes.


"Bayernweiten Problem"

Ein weiteres Thema war der Kompressor im Pumpwerk Langenau. Hier berichtete der Abwassertechniker Gerhard Krautwurst davon, dass ein Kompressor normalerweise eine Lebensdauer von rund 40 000 Betriebsstunden habe. Jener in Langenau konnte 70 000 Betriebsstunden vorweisen. Der Kompressor sei erneuert und in Betrieb genommen worden. Nach vier Tagen sei aber wiederum ein Defekt aufgetreten. Die Firma Käser habe diesen schließlich repariert. Nichtsdestotrotz sei beschlossen worden, einen zweiten Kompressor und eine zusätzliche Pumpe für das Abfangen von Spitzenleistungen einzubauen. Willi Güntsch (SPD) fragte nach, ob denn bei Maßnahmen, die durch Mitarbeiter des Marktes durchgeführt würden, auch die Gewährleistung vorhanden sei. Diesbezüglich meinte Krautwurst, dass die Kompressoren vor Inbetriebnahme durch die Herstellerfirma abgenommen worden seien. Bürgermeister Ebertsch wies darauf hin, dass der Markt noch nie so viele Kanalbefahrungen durchgeführt habe, wie in den vergangenen zwei Jahren. Zwecks Erhalt dieser Einrichtungen sprach er von einem "bayernweiten Problem".


"Befürchtungen"

Die Staatsregierung sei hier gefordert, gerade ländliche Gegenden zu unterstützen. Was nützt in der Theorie der Kampf gegen Landflucht, wenn sich kaum einer mehr den Mut habe, auf dem Lande eine Immobilie zu kaufen, weil er aufgrund der dünnen Besiedlung Befürchtungen hat, "für Wasser und Kanal 20 000 Euro aufbringen zu müssen".


Splitter aus dem Gemeinderat


Umrüstung Das Gremium kam überein, sukzessive 41 Leuchten auf LED umzurüsten, um somit Energie einzusparen. Aufgrund der Einwendung von Willi Güntsch (SPD) wurde hier die Entscheidung vertagt. Das Gremium schloss sich den Vorschlag des Bürgermeisters an, nämlich den Wunsch von Güntsch Rechnung zu tragen und eine Alternative für die Umrüstung auf LED zu prüfen.

Friedhof Unter Punkt Sonstiges forderte Güntsch, den Friedhof in Tettau zu verschönern. "Unser Friedhof ist der Schlechteste!" Demgegenüber hatte Ebertsch nichts einzuwenden. Der Gemeinderat soll nun vor Ort sich ein Bild machen.

Brückensanierung Ebertsch wies darauf hin, dass die die Gemeinde für die Awo ein Defizit in Höhe von 1000 Euro übernommen habe. Weiterhin teilte er mit, dass die Sanierung der Brücke in Langenau während der Schulferien in Angriff genommen werden soll.
Enttäuschung Carl-August Heinz (BL) zeigte sich enttäuscht über die Broschüre "Frankenwald-Steigla". In dieser Karte werde Tettau, obwohl sich hier auf dem touristischen Gebiet in den letzten Jahren Einiges bewegt habe, nicht erwähnt. Die Fokus des Inhaltes liege bei Bad Steben: "Haben wir hier nichts zu bieten, haben wir keine Wanderwege?", fragte er. Er werde zwar immer als "Querulant" gesehen, aber er sei keineswegs zufrieden mit der Arbeit des Tourismus-Service-Centers.

Neugeborene Letztendlich wies Peter Ebertsch darauf hin, dass jedes neugeborene Kind mit 100 Euro durch die Ludwig-Heinz'sche-Stiftung in der Marktgemeinde willkommen geheißen werde. Außerdem bezahle der Markt Tettau für die ersten vier Monate die Kinderkrippe beziehungsweise Kinderhort.

Bauantrag Errichtung einer Schornstein-Attrappe in Tettau durch die Ludwig Heinz'sche-Stiftung. vs
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