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Gegenveranstaltung

Mit Windbeuteln gegen den Windpark

Die Anwohner des Windparks Hain-Ost fühlen sich ausgetrickst. Sie waren bei einer Gegenveranstaltung, als der Windpark eingeweiht wurde.
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Windbeutel mit Windrädern servierte Gastgeber Helmut Schiffner auf seinem Schloss in Hain.Foto: Michael Wunder
Windbeutel mit Windrädern servierte Gastgeber Helmut Schiffner auf seinem Schloss in Hain.Foto: Michael Wunder
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Die Anwohner des Windparks Hain-Ost fühlen sich ausgetrickst. Helmut Schiffner, der in Hain den Schlosshof besitzt, fragte beim gemeinsamen Windbeutelessen auf seinen Anwesen, was denn überhaupt "da oben" gefeiert wird? Offiziell wurde zur Einweihung des Windparks eingeladen.
Dabei handele es sich nach bisherigen Erkenntnissen überhaupt nicht um einen Windpark, sondern lediglich um fünf einzelne Windräder. "Es ist heute sicherlich kein Freudentag für uns", sagte Schiffner bei der zeitgleich zur Einweihung des Windparks stattfindenden Gegenveranstaltung.


Fristen nicht eingehalten

Er bewertete es als positives Zeichen, dass die höhere Politik der Einweihungsfeier ferngeblieben ist. Schiffner verdeutlichte, dass der erkennbare politische Wille, solche Anlagen nur noch in gebührendem Abstand zur Wohnbebauung zuzulassen, mit allen erdenklichen Mitteln unterlaufen wurde.

Wie er unter dem Beifall der anwesenden Bürger aus Hain und den benachbarten Orten sagte, sei bis heute nicht eindeutig geklärt, ob die erforderlichen Fristen wirklich eingehalten wurden. Weiterhin sprach er von massiven Drohungen gegen Grundstücksbesitzer mit Schadensersatzforderungen in Millionenhöhe.

Der versprochene Arbeitskräfteeffekt ist nahezu null, sagte Schiffner. Die verbauten Stahlröhren kämen wie die Flügel aus China, die Kanzel und das Motorhaus aus Amerika. Selbst die Verkabelung habe eine Firma aus Ostfriesland durchgeführt. Lediglich der Beton der gigantischen Fundamente sei aus Oberfranken gekommen. "Die Anlagen sind der billigste Schrott, den die Weltmärkte hergeben. Sie sind für die Weiten Kanadas, wo ein Mindestabstand von vier Kilometern gilt, konzipiert", so der Gastgeber.

Auch der Bauernverband habe durch sein Verhalten dem Ansehen der Bauern einen Bärendienst erwiesen. Das größte Problem sei aber der Lärm, die Anlagen seien definitiv zu laut. Baugleiche Anlagen bereiteten in ganz Deutschland Probleme. Er appellierte an die politisch Verantwortlichen, zu prüfen, ob wirklich eine gültige Baugenehmigung zustande gekommen ist.


"Jetzt sind auch alle zerstritten"

Weiterhin sprach er sich - wie fast alle der anwesenden Gäste - für eine unabhängige Lärmmessung unter Volllastbetrieb des gesamten Windparks aus. Das Thema sei bisher viel zu "unterbelichtet" betrachtet worden, weil die Leute sich nicht trauen, "das Maul aufzumachen".
Dazu passt eine Aussage eines älteren Herrn aus Tiefenklein, der namentlich nicht genannt werden möchte. "Wir hatten hier unsere Ruhe, bis die Windräder kamen, jetzt ist nicht nur der Lärm, sondern es sind auch alle zerstritten", sagte er unter vorgehaltener Hand.
"Wir stehen zu unseren Aussagen", sagten dagegen Heike und Michael Vogl aus dem benachbarten Gärtenroth. "Die einst vorhandene ruhige Lage ist passé", fanden beide übereinstimmend. Sie kritisierten, dass die Bürger in der Vorbereitungsphase nicht in Kenntnis gesetzt wurden und Verhandlungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfanden.


Keine offenen Karten

Auch sie forderten unabhängige Lärmgutachten, damit vor allem in der Nacht die Anlagen eingedrosselt werden. Die Generatoren seien für die hügelige Landschaft nicht gemacht. Weiterhin kritisierten sie, dass "da oben" nicht mit offenen Karten gespielt werde. "Heute früh sind die Anlagen wesentlich schneller gelaufen, jetzt zu den Feierlichkeiten wurde die Anlagen eingedrosselt", vermuten sie. Außerdem knarze und quietsche es gewaltig. "Im Vergleich zu Hain sind die Anlagen bei uns auch doppelt so laut", meinte Heike Vogl. Sie forderte auch Lärmmessungen auf der Lichtenfelser Seite, um gegen das Geräusch vorgehen zu können.

Intensiv hat sich auch Henner Fohrbeck aus Sonnefeld mit den Anlagen beschäftigt. "Wir haben auch fünf solche Anlagen vor der Nase stehen und zeigen uns deshalb mit den Leuten hier solidarisch", erklärte er
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