Tschirn
Ergebnis

Mit 222 Stimmen zum Sieg

Peter Klinger (CSU) bleibt Bürgermeister in Tschirn. Sein Herausforderer Michael Hader vom überparteilichen Bündnis "Die Alternative für Tschirn" (AfT) konnten 186 Stimmen für sich verbuchen. Für den Landwirt ist es die dritte Amtsperiode.
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Der spätere Wahlsieger Peter Klinger (vorn, links) schaut hier den Wahlhelfern über die Schulter. Sein Gegenkandidat Michael Hader steht hinten (Dritter von links).  Foto: Heike Schülein
Der spätere Wahlsieger Peter Klinger (vorn, links) schaut hier den Wahlhelfern über die Schulter. Sein Gegenkandidat Michael Hader steht hinten (Dritter von links). Foto: Heike Schülein
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18 Uhr: Das Wahllokal in der Gemeindekanzlei in Tschirn ist geschlossen. Jetzt geht nichts mehr. Die Wahlhelfer beginnen unter Regie des Wahlleiters Josef Rosenbaum mit der Auszählung der 274 abgegebenen Stimmzettel der Urnenwahl. Im Nebenzimmer werden die rund 140 Briefwahl-Stimmzettel ausgezählt.

Knappe 15 Minuten später steht das Ergebnis um den Bürgermeisterposten in der kleinsten eigenständigen Gemeinde im Landkreis fest. Peter Klinger bleibt Bürgermeister. Sein Herausforderer Michael Hader hat es nicht geschafft. Am Ende machten 36 Stimmen den Unterschied. Handys werden gezückt. Günter Böhnlein ruft den neuen und alten Bürgermeister an. Er ist damit zugleich der erste Gratulant.

Im Gasthaus "Zum Büttner" verbringt Michael Hader derweil zusammen mit seinen Bündnisfreunden, Familienangehörigen und Freunden den Wahlabend. Die Stimmung ist gut. Er kennt das Ergebnis noch nicht. Es hat ihm noch niemand Bescheid gegeben. Als er das Ergebnis hört, kommentiert der 32-jährige Schreiner: "Das ist ein sehr gutes Ergebnis".

Mit einem bestimmten "Nein" antwortet er auf die Frage, ob er enttäuscht sei. "Ich habe ein Super-Team hinter mir, das sehr engagiert ist. Auch der Zuspruch und der Rückhalt der Bevölkerung in der Gemeinde sind groß.

Das muss ich mir keinen Kopf machen. Ich habe keinen Grund, enttäuscht zu sein. Ich habe heute nur positive Gefühle", so Hader, der sich - wie er ausführt - sehr auf die kommenden sechs Jahre freut. Er hofft und wünscht sich, als Gemeinderat viel für Tschirn bewirken zu können. "Außerdem hoffe ich, dass der Bürgermeister aus seinem Fehlern gelernt hat. Ich freue mich auf eine gute Zusammenarbeit", erklärt er.

Ob das Ergebnis schade für Tschirn ist? Hader überlegt etwas und meint: "Das kommt insbesondere auf die Zusammensetzung des neuen Gemeinderats an". Er selbst wolle sich jeden Fall weiterhin voll für die Ziele der AfT und für die Gemeinde engagieren. "Das war schon vor der Wahl so und das bleibt so", sagt er bestimmt.

Ortswechsel: Peter Klinger trifft kurz nach 18.30 Uhr in der Gemeindekanzlei ein. Die Freude steht dem 52-Jährigen ins leicht gerötete Gesicht geschrieben. Strahlend nimmt er die ersten Glückwünsche entgegen. "Der Einsatz hat sich gelohnt", meint Günter Böhnlein. Siegfried Daum überreicht ihm eine Flasche Sekt. "Ich muss jetzt erst einmal durchschnaufen", sagt Klinger.

Seine Freude, weitere sechs Jahre Bürgermeister von Tschirn sein zu dürfen, ist groß. "Man kann vorher nie so recht einschätzen, was die Wähler denken. Vor sechs Jahren gab es ja keinen Gegenkandidaten. Man kann schon sagen, dass mir ein Stein vom Herzen gefallen ist. Ich bin schon erleichtert", gesteht er. Zudem habe es in den letzten Jahren Probleme innerhalb der CSU gegeben.

Er berichtet von einem massiv geführten Wahlkampf und einigen unschönen Aussagen. Es sollen Aussagen des Gegenkandidaten gefallen sein - wie beispielsweise, dass er in den letzten zwölf Jahren nie bei Dr. Schneider gewesen sei. Dabei stehe er im guten und regelmäßigen Kontakt mit der Firma. "Solche Aussagen tun weh", räumt er ein. Er habe gehofft, dass die Bevölkerung die Wahrheit erkenne und die Parolen der Gegenseite nicht glaube. Dennoch habe er Bedenken gehabt.

Am Nachmittag habe er einen Spaziergang unternommen, um sich ein wenig abzulenken und auch den Kopf frei zu bekommen. Aber er sei in Gedanken schon bei der Wahl gewesen. Wie er weitermachen will? "Ich werde mich weiterhin mit aller Kraft für Tschirn einsetzen und meine bisherige Arbeit fortsetzen. Ich möchte auf das Erreichte aufbauen, angefangene Projekte weiterverfolgen und unser vorgestelltes Wahlprogramm verwirklichen", sagt er bestimmt. Der heutige Tag sei - nach all den vergangenen Schwierigkeiten und den massiv geführten Wahlkampf - schon so etwas wie ein neues Durchstarten.

Mittlerweile trifft auch Michael Hader ein, der dem Wahlsieger gratuliert. Aber auch er erhält Glückwünsche. "Für das erste Mal ist das eine reife Leistung", lobt Harald Schnappauf.



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