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Tradition

Kronacher Schwedenprozession: Es ging um das Wohl aller

Am Sonntag stand Kronach bei der Schwedenprozession ganz im Zeichen des Zeugnisses gelebten Glaubens.
Der erste Altar am Krieger-Ehrenmal am Fuße der Festung Foto: Heike Schülein
 
von HEIKE SCHÜLEIN
Noch vor dem Allerheiligsten schreiten die Frauen: Vor 384 Jahren erstmals begangen, bietet die Schwedenprozession in Kronach noch immer diesen außergewöhnlichen Anblick. Im Gedenken an die bewegte Geschichte Kronachs, das im 30-jährigen Krieg mehrmals erfolglos belagert wurde, findet alljährlich am Sonntag nach Fronleichnam - dem "Schwedensonntag" - eine Friedens- und Dankprozession zur Festung Rosenberg statt. Dies geht auf ein Gelübde von 1632 zurück. Dass die Anstürme und Belagerungen stets abgewehrt werden konnten, war den mutigen Kronacher Frauen zu verdanken. Hierfür erhielten sie das Privileg, bei der Schwedenprozession vorangehen zu dürfen.


Für ein friedliches Miteinander

Dieses Gelübde wurde erstmals bei der ersten Schwedenprozession 1634 eingelöst - und auch gestern durften die Frauen die Prozession anführen. Diese ist heute vor allem auch eine Bitte für ein friedliches Miteinander der Menschen. Alljährlich wird dabei nicht nur der geschichtlichen Geschehnisse gedacht, sondern es werden auch aktuelle Anliegen in den Fokus gestellt - eine tief "bewegende" Friedensbewegung.

Der Prozession ging ein Fest-Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche voraus, zelebriert von Regionaldekan Thomas Teuchgräber mit Pfarrer Fritz Bischoff und Kaplan Dominik Urban. Der Regionaldekan stellte in seiner Predigt die Bedeutung des Getragenwerdens heraus. Christen dürften sich sicher sein, von Gott getragen und niemals fallengelassen zu werden. "Es ist richtig, durch die Straßen zu ziehen. Das Christentum ist eine Bewegung", erklärte der Geistliche.

Auch heuer waren viele Häuser mit Fahnen, Blumenschmuck sowie Kerzen und sakralen Motiven geschmückt. Dies gilt insbesondere auch für die vier ideenreich ausgestalteten Hauptaltäre, die den Gläubigen viele spirituelle Impulse mit "auf den Weg" gaben. Für den ersten Altar zeichnete die katholische Jugend verantwortlich. Am Krieger-Ehrenmal am Fuße der Festung nahmen sich die jungen Leute mit Gemeindereferent Martin Förtsch des "Toten Hosen"-Lieds "Unter den Wolken. Die Welt steht grad auf ihrem Kopf" an.


Ökumene im Blick

Da bereits für die Rosenberg-Festspiele aufgebaut ist, konnte heuer kein Altar an der Schwedenlinde abgehalten werden und man musste stattdessen zur Hinteren Bastion ausweichen. Gestaltet wurde der zweite Altar von der KAB Kronach, die wieder einen schönen Blumenteppich gestaltet hatte und das "Wort des Jahres" 2016 "postfaktisch" näher beleuchtete. Der dritte Altar auf der "Bastion Maximilian" wurde von der Kolpingfamilie Kronach ausgestaltet unter dem Leitspruch: "Die Gemeinschaft im Fokus - Gemeinwohl". Gemeinwohl bedeute mehr als die Summe der Einzelinteressen. Abschließend führte der Weg von der Festung zurück zum Melchior-Otto Platz. Die "action 365" hatte einen Altar im Zeichen der Ökumene aufgebaut. Gemeinsam gedachte man des reformatorischen Aufbruchs vor 500 Jahren. An der beeindruckenden Prozession wirkten das Jugendorchester Kronach und der Musikverein Ziegelerden mit.
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